Source: People’s Republic of China – State Council News in German
Der Sayram-See ist der höchste und größte Kaltwassersee im Uigurischen Autonomen Gebiet Xinjiang. Um den See herum ist ein üppiges und grünes Grasland zu sehen. Die Gräser sind so hoch und dicht, dass sich Schafsherden darin verstecken können. Die lokale Regierung setzt sich seit einigen Jahren mit einer Reihe von Maßnahmen für den Schutz des Ökosystems ein. Dazu gehören unter anderen ein Weideverbot, die Wiederherstellung der Vegetation sowie eine verstärkte Aufsicht und Vollstreckung von Gesetzen.
Aufgrund der Entwicklung der Rinder- und Schafzucht wies das Grasland am Sayram-See nach und nach eine spärliche Vegetation auf. Der Schutz der Ökologie duldete deshalb nicht einmal den geringsten Aufschub. Seit 2012 gelten im schwerpunkmäßigen Schutzgebiet am Sayram-See unter anderem ein Weideverbot, ein Weidemoratorium und ein Managementsystem für eine Ausgewogenheit zwischen Grasland und Viehzucht.
Derzeit ist das Weiden auf einer Fläche von 28.333 Hektar Land rund um den Sayram-See verboten. Die Weidegebiete werden je nach ihrer Größe für das Weiden von Vieh zugelassen. Und die Hirten führen nicht mehr wie früher ein nomadisches Leben, sondern lassen sich an einem bestimmten Ort nieder.
Dank dieser ökologischen Regelungen sind die Gräser wieder üppiger geworden und die Vegetationbedeckungsrate liegt bei über 95 Prozent, was einem Anstieg von 35 Prozent im Vergleich zu der Zeit vor dem Weideverbot entspricht. Auch viele seltene Wildtierarten, wie Schneeleoparden und Steinböcke, treten wieder vermehrt auf.
Die Qualität des Seewassers hat sich inzwischen ebenfalls auf Kategorie II verbessert und erreicht teilweise sogar Kategorie I.
Für die Zuflüsse des Sees wurden Stufensperren eingerichtet, um die Strömungsgeschwindigkeit zu senken und die Ablagerung von Sand und Schlamm zu fördern. Alle Fischfangplätze rund um den See wurden abgeschafft und Fischerboote dürfen nur im Zentrum des Sees regulär fischen.
Das Abwasser wird einheitlich gesammelt und in die drei Kilometer entfernte Abwasseraufbereitungsfabrik gebracht. Es wird nach der Aufbereitung wieder für die Bewässerung der Bäume am See verwendet.
Die Verbesserung der Ökologie hat viele Entwicklungsmöglichkeiten geschaffen. Der Sayram-See erhielt im Mai 2021 den Titel „Nationale touristische Attraktion der Klasse 5A“. Bis Mitte August dieses Jahres wurden am Sayram-See 5,76 Millionen Besucher registriert, eine Zunahme von 12,3 Prozent im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahrs.
Die Entwicklung des Ökotourismus hat den Hirten auch neue Beschäftigungsmöglichkeiten vor der Haustür geboten. Seit Anfang dieses Jahres stellen die lokalen Behörden den Hirten regelmäßig maßgeschneiderte Ausbildungskurse zur Verfügung. Sie werden mit Normen und Etiketten der touristischen Dienstleistungen vertraut gemacht und lernen, auf Hochchinesisch mit den Touristen zu kommunizieren.
Auch das Leben der Einheimischen hat in vielerlei Hinsicht von der Entwicklung des Ökotourismus profitiert. Neue Lehrgebäude wurden errichtet, die Gemeindekliniken bekommen neue medizinische Ausrüstungen und die Landstraßen führen direkt zu den Eingängen der Hirtensiedlungen.
