Source: Switzerland – Federal Council in German
Generalsekretariat UVEK
Bern, 19.09.2024 – Laudatio von Bundesrat Albert Rösti
(es gilt das gesprochene Wort)
Sehr geehrter Herr Präsident der Holzwirtschaft
Sehr geehrte Architektinnen, Planer und weitere Fachpersonen
Geschätzte Medienschaffende,
Sehr geehrte Damen und Herren,
Mesdames et messieurs,
Cari signori e signore
Herzlichen Dank für die Einladung zu diesem festlichen Anlass. Ich freue mich sehr, bei Ihnen sein zu dürfen. In der Welt des Holzes fühle ich mich wohl. Als Kind hielt ich mich oft im Bergwald auf. Auch heute noch bin ich gerne im Wald, die Holzwirtschaft ist mir aufgrund meiner Herkunft vertraut. Und auch sonst mag ich den wunderbaren Rohstoff Holz. Es fühlt sich gut an, riecht angenehm und lässt sich auf vielfältigste Weise nutzen – herausragende Beispiele dafür werden ja nachher mit dem Prix Lignum ausgezeichnet.
Holz ist aber weit mehr – es gewinnt gerade in letzter Zeit an Bedeutung. Zum einen für die Arbeit in meinem Departement, dem UVEK, und hier insbesondere für die Bereiche Energie und Umwelt. Zum anderen für die Wald- und Holzwirtschaft.
Gerne gehe ich auf diese beiden Punkte etwas näher ein:
1. Bedeutung des Holzes für Energie und Umwelt
Der Wald und damit der Rohstoff Holz sind für meine Arbeit im UVEK zentral.
- Energie: Holz ist der wichtigste einheimische Rohstoff, wenn es um die Wärme geht. Von den einheimischen Ressourcen ist lediglich die Wasserkraft noch bedeutsamer. Der Anteil der Holzenergie am Energieverbrauch der Schweiz nimmt laufend zu.
- Klima: Holz bindet CO2. Als Baum im Wald und später etwa als Holzhaus. Das ist wichtig aufgrund des Netto-Null-Ziels: Bis 2050 soll unser Land unter dem Strich keine Emissionen mehr ausstossen.
- Umwelt: Holz ist ein nachwachsender und umweltfreundlicher Rohstoff. Und somit quasi der Inbegriff der Kreislaufwirtschaft, die der Bund seit Jahren fördert. Zudem sorgt regelmässige Holznutzung für eine ausreichende Verjüngung der Waldbestände – das ist zentral für die Gesundheit des Waldes.
Ein gesunder Wald ist nicht selbstverständlich. Denn der Wald ist unter Druck:
Phasen der extremen Trockenheit auf der einen Seite, dann wieder lange anhaltender Regen und starke Nässe auf der anderen Seite, aber auch heftiger Wind oder gar Stürme machen dem Wald zu schaffen. Die Bäume werden geschwächt und dadurch anfälliger für Insekten- oder Pilzbefall, Windwurf oder Ähnliches.
Deshalb muss die Devise lauten: Tragen wir dem Wald auch in Zukunft Sorge, so wie wir dies in der Schweiz seit über hundert Jahren mit Erfolg tun.
Zur Unterstützung dieses Zieles ist der Bund daran, eine Wald- und Holz-Strategie auszuarbeiten. Wir wollen den Wald und das Holz noch enger zusammen denken und zusammen bringen; den Schutz und die Nutzung des Waldes konsequent gegeneinander abwägen. Und zwar zusammen mit Ihnen, den Vertreterinnen und Vertretern der Wald- und Holzwirtschaft. Denn Sie wissen am besten, was gut für den Wald ist.
Die Strategie wird nächstes Jahr vom Bundesrat verabschiedet.
2. Bedeutung der Wald- und Holzwirtschaft
Auch für Ihre Branche wird Holz immer wichtiger:
- Die Nachfrage nach Holz nimmt stetig zu. Zum Beispiel beim Bauen.
- Der Holzverbrauch ist im Vergleich zum letzten Jahrzehnt um 15 Prozent gestiegen.
Allerdings importieren wir grosse Mengen von Holzprodukten aus dem Ausland. Als Umwelt- und Verkehrsminister ist es mir ein Anliegen, dass wir in Zukunft mehr einheimisches Holz berücksichtigen können. Das stärkt unseren Wald – und kürzere Transportwege senken die Umweltbelastung. Auch an diesem Punkt wird die erwähnte Strategie ansetzen.
Einheimisches Holz – das wissen Sie besser als ich – stärkt darüber hinaus unsere Wirtschaft. Viele Berufe und tausende Arbeitsplätze, etwa in ländlicheren Regionen, hängen am Holz: Förster, Sägerinnen, Holzbauer und Schreiner, aber auch Ingenieurinnen und Designer – viele von Ihnen sind hier anwesend – verdienen ihren Lebensunterhalt mit Holz. Deshalb investiert der Bund seit langem in Forschung, Entwicklung, Innovation und Wissenstransfer rund ums Holz.
Geschätzte Damen und Herren
Wer, wie Sie, Zeit, Ideen, Herzblut und oft auch einiges an Geld in das Holz investiert, ist alles andere als auf dem Holzweg. Sondern verdient im Gegenteil Anerkennung:
- Sie verankern das Holz noch stärker in der Bevölkerung und Wirtschaft.
- Sie suchen das Neue, Sie schöpfen die unzähligen Möglichkeiten des Werkstoffes Holz aus, Sie pflegen damit die Innovation, die unser Land stark gemacht hat. Beim Prix Lignum zeigt sich, was findige Köpfe und fleissige Hände zustande bringen können. Das hat Vorbildcharakter.
- Sie verwenden ein Stück Natur und zeigen damit beispielhaft auf, wie sich die Natur nachhaltig nutzen lässt.
Alle dies dürfen nicht nur die Preisträgerinnen und -träger für sich in Anspruch nehmen, denen ich vorab zu ihren Leistungen gratuliere, sondern alle Menschen, die sich für das Holz engagieren – und sich zu diesem schönen Material bekennen. Sie alle sind Botschafterinnen und Botschafter einer naturfreundlichen Wirtschaft!
Ich ermuntere Sie: Bleiben Sie dran! Die Natur und unsere Bevölkerung werden es Ihnen danken.
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