Source: Switzerland – Canton Bern Government in German
Im Mai 2024 belief sich der Rückstau auf rund 10 000 Dossiers, welche verspätet zu den Bewährungs- und Vollzugsdiensten gelangen. Gestützt auf Erfahrungswerte ist davon auszugehen, dass in rund einem Viertel dieser Fälle eine Ersatzfreiheitsstrafe zu vollziehen sein wird. Rund 80 dieser Fälle waren zum Zeitpunkt der Übergabe an die BVD bereits verjährt. Das Abarbeiten der verspätet eingetroffenen Dossiers stellt das Amt für Justizvollzug vor beträchtliche Herausforderungen, da für den Vollzug der aktuell fast doppelt so hohen Anzahl von Ersatzfreiheitsstrafen in kurzer Zeit nicht genügend freie Haftplätze vorhanden sind. Die Fälle treffen gehäuft statt verteilt über das ganze Jahr ein und sind wegen der drohenden Verjährung innert kurzer Zeit zu vollziehen. Mit den regulären Haftplätzen sind solche Spitzen nicht aufzufangen. Erschwerend kommt hinzu, dass im Jahr 2024 national allgemein eine starke Zunahme der Nachfrage an Haftplätzen zu verzeichnen ist. Dieser nationale Trend hat auch Auswirkungen auf den Kanton Bern und stellt einen weiteren Grund für die hohe Belastung der Regionalgefängnisse dar. Die Vollzugseinrichtungen waren am Stichtag vom 1. Mai 2024 zu 103 Prozent belegt. Die mit dem Vollzug von Ersatzfreiheitsstrafen beauftragten Regionalgefängnisse Bern, Biel, Burgdorf und Thun waren sogar bis zu 113 Prozent belegt.
