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SAMSON nutzt Rechenzentrumsabwärme für Innovation Center in Frankfurt

SAMSON nutzt Rechenzentrumsabwärme für Innovation Center in Frankfurt

Source: Deutsche Nachrichten
Abwärme aus dem Rechenzentrum FRA 14 von Digital Realty wird für die Wärmeversorgung des benachbarten ROLF SANDVOSS INNOVATION CENTER (RSIC) von SAMSON genutzt. Eine modulare Energiezentrale von ONI mit Hochtemperatur-Wärmepumpe hebt die Temperatur des 25 °C warmen Kühlwasserrücklaufs auf das für die Gebäudeheizung erforderliche Niveau von 75 °C an. Dadurch können nach der Projektberechnung jährlich rund 80 Tonnen CO₂ eingespart werden.

Möglich wurde das Projekt durch die besondere Situation am bisherigen SAMSON-Standort in Frankfurt: Während die Produktion und der Großteil der Unternehmensaktivitäten im Rahmen von MainChange nach Offenbach verlagert werden, bleibt das RSIC in Frankfurt bestehen. Die bisherige Dampfversorgung des einzelnen verbleibenden Gebäudes wäre langfristig unwirtschaftlich.

Gemeinsam mit Digital Realty und ONI entwickelte SAMSON deshalb eine Lösung, die vorhandene Abwärme aus dem benachbarten Rechenzentrum direkt vor Ort nutzbar macht.

Die technische Grundlage für das Projekt entstand zunächst im Rahmen einer Bachelorarbeit von Fabian Fuchs, der heute als Teilprojektleiter Energie bei SAMSON MainChange tätig ist. Aus der wissenschaftlichen Untersuchung entwickelte sich gemeinsam mit ONI und Digital Realty ein konkretes, umgesetztes Energieprojekt. ONI übernahm die technische Konzeption und Umsetzung der Energiezentrale.

SAMSON investiert selbst und übernimmt den Betrieb

Eine Besonderheit des Projekts ist das Investitions- und Betreibermodell: SAMSON investiert selbst in die Energiezentrale und übernimmt auch deren Betrieb. Dieses Modell ermöglichte es SAMSON, verfügbare Fördermittel in die Investition einzubeziehen und damit die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des Projekts weiter zu verbessern.

Andreas Klomann, Leiter Instandhaltung bei der SAMSON AG, erklärt: „Für uns war entscheidend, eine wirtschaftliche und zugleich nachhaltige Lösung für das RSIC zu finden. Mit der Nutzung der benachbarten Rechenzentrumsabwärme und dem eigenen Betrieb der Energiezentrale haben wir ein Versorgungskonzept geschaffen, das genau auf die Anforderungen des Standorts zugeschnitten ist.“

Energiezentrale nach DIN EN 378

Zum Einsatz kommt eine Hochtemperatur-Wärmepumpe mit einer Wärmeleistung von 520 kW und dem Kältemittel R1234ze mit sehr niedrigem Treibhauspotenzial. Die Hochtemperatur-Wärmepumpe nutzt den 25 °C warmen Kühlwasserrücklauf als Wärmequelle und stellt für die Gebäudeheizung ein Temperaturniveau von 75 °C bereit.

ONI führte die unterschiedlichen technischen Anforderungen in einem integrierten Wärmeversorgungssystem zusammen. Kern der Lösung ist eine standardisierte, transportfähige Energiezentrale in Containerbauweise mit Hochtemperatur-Wärmepumpe und separatem Maschinenraum. Die Energiezentrale ist nach den Anforderungen der DIN EN 378 ausgeführt. Für den sicheren Einsatz des A2L-Kältemittels entwickelte ONI ein Sicherheitskonzept, das durch eine Zugelassene Überwachungsstelle (ZÜS) bewertet wurde. Auf dieser Grundlage werden Gaswarneinrichtung, ATEX-Ventilatoren, Notlüftung und Not-Aus-Schalter bereits bei der Werksmontage standardisiert integriert.

Das modulare Konzept lässt sich an verschiedene Leistungsbereiche und Anwendungsfälle anpassen und ermöglicht so eine bedarfsgerechte Nutzung von Rechenzentrumsabwärme.

Die Energiezentrale verfügt über integrierte Sicherheits-, Mess- und Regelungstechnik. Die Betriebsdaten werden an die Gebäudeleittechnik von SAMSON übertragen und ermöglichen eine kontinuierliche Überwachung sowie Fernanalyse der Anlage.

Karl-Heinz Sitterli, Gebietsverkaufsleiter bei ONI, erklärt: „Rechenzentren stellen große Mengen an Abwärme bereit. Damit diese Wärme tatsächlich genutzt werden kann, müssen Temperaturniveau, räumliche Nähe und technische Schnittstellen zusammenpassen. Genau hier setzt die Integrationsleistung unserer modularen Energiezentrale an.“

Nach Kenntnis der Projektpartner zählt das Projekt zu den ersten Lösungen dieser Art in Deutschland, bei denen Rechenzentrumsabwärme über eine standardisierte, modular aufgebaute Energiezentrale gezielt für einen einzelnen benachbarten Wärmeabnehmer erschlossen wird. Das ZÜS-bewertete Sicherheitskonzept schafft dabei eine wesentliche Grundlage für den hohen Standardisierungs- und Vorfertigungsgrad im Herstellerwerk.

Rund 80 Tonnen CO₂ können jährlich eingespart werden

Die bislang für die Dampferzeugung erforderlichen fossilen Energieträger können für die Wärmeversorgung des RSIC entfallen. Gleichzeitig reduziert die Wärmeauskopplung während der Heizperiode den Kühlbedarf des Rechenzentrums und entlastet dadurch dessen Kältemaschinen.

Unter Berücksichtigung des Strombedarfs der Wärmepumpe und ihrer Nebenaggregate sowie der reduzierten Kälteleistung ergibt sich nach der Projektberechnung eine jährliche CO₂-Einsparung von rund 80 Tonnen.

Auf eine separate fossile Zusatzheizung für den regulären Heizbetrieb kann aufgrund der ganzjährig verfügbaren Abwärmequelle verzichtet werden. Zur Absicherung der Wärmeversorgung im Notfall bleibt eine Einspeisemöglichkeit aus dem bisher genutzten Heiznetz bestehen.

Das Projekt verbindet die Interessen eines Rechenzentrumbetreibers, eines Industrieunternehmens und eines Spezialisten für Energiezentralen in einem gemeinsamen Versorgungskonzept.

Volker Ludwig, Managing Director Central Europe bei Digital Realty zur Partnerschaft „Die nachhaltige Nutzung von Rechenzentrumsabwärme gelingt nur, wenn Standortpartner und technische Spezialisten eng zusammenarbeiten. Mit SAMSON als direktem Nachbarn und ONI als erfahrenem Spezialisten für Energiezentralen haben wir dafür die richtigen Partner an unserer Seite. Das Projekt zeigt, wie sich Rechenzentrumsabwärme mithilfe moderner Wärmepumpensysteme sinnvoll nutzen lässt.“

Über SAMSON:

Die SAMSON AKTIENGESELLSCHAFT mit Hauptsitz in Frankfurt am Main entwickelt und produziert weltweit Ventile, Systeme und digitale Lösungen für die Prozessindustrie. Die präzise Steuerung von Flüssigkeiten, Gasen und Dampf macht SAMSON zu einem verlässlichen Partner für Branchen wie Chemie, Pharma, Energie und Lebensmittel.

Mit MainChange, dem größten Innovationsprojekt der rund 120 Jahre alten Unternehmensgeschichte, verlagert SAMSON seine Zentrale und Produktion mit 2.000 Mitarbeitenden bis Mitte 2027 von Frankfurt nach Offenbach. Auf 14,3 Hektar entsteht eine hochmoderne „Fabrik in der Stadt“ mit nachhaltigen Bau- und Produktionskonzepten. Das ROLF SANDVOSS INNOVATION CENTER (RSIC) bleibt in Frankfurt und stärkt weiterhin den Innovationsstandort.

Weltweit beschäftigt das Unternehmen rund 5.000 Mitarbeitende und produziert an 17 Standorten in neun Ländern.

Über Digital Realty:

Digital Realty bringt Unternehmen und Daten zusammen durch die Bereitstellung des gesamten Spektrums an Rechenzentrums-, Colocation- und Interconnection-Lösungen. PlatformDIGITAL®, die globale Rechenzentrumsplattform des Unternehmens, bietet Kunden einen sicheren Treffpunkt für Daten und eine bewährte Methodik zur Pervasive Datacenter Architecture (PDx®). Diese ermöglicht Innovationen – von Cloud- und Digitalisierungsstrategien bis hin zu neuen Technologien wie Künstlicher Intelligenz – und hilft gleichzeitig die Herausforderungen rund um Data Gravity effizient zu bewältigen. Die globale Rechenzentrumspräsenz von Digital Realty umfasst 300+ Rechenzentren in über 55 Metropolen in mehr als 30 Ländern auf sechs Kontinenten und bietet damit Kunden Zugang zu den vernetzten Communities, die für sie wichtig sind. Weitere Informationen über Digital Realty finden Sie unter digitalrealty.de oder folgen Sie uns auf LinkedIn und X.

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