Source: Deutsche Nachrichten
Die Wohnimmobilienpreise auf Zypern sind im ersten Quartal 2026 um 7,5 Prozent zum Vorjahresquartal gestiegen. Das geht aus dem Bericht zum Wohnimmobilienpreisindex hervor, den die Zentralbank Zyperns am 23. Juni 2026 veröffentlicht hat. Wohnungen verteuerten sich laut dem Bericht um 10,8 Prozent, Häuser um 3,0 Prozent. Welche Schritte beim Kauf einer Immobilie auf der Insel anfallen, beschreibt der Leitfaden zu den Schritten beim Immobilienerwerb auf Zypern des Magazins der Provimedia GmbH aus Bietigheim-Bissingen.
Für Deutsche, die im November 2026 über einen Umzug oder eine Ferienwohnung auf Zypern nachdenken, ist der Befund eindeutig: Der Markt ist teurer geworden, und er wird vor allem von Käufern aus dem Ausland getragen. Die Zentralbank begründet den Anstieg mit der starken Nachfrage ausländischer Käufer, steigenden Baukosten und einem nur langsam wachsenden Angebot.
Ohne ausländische Käufer wären die Kaufverträge nur um 8,1 Prozent gestiegen
Laut dem Zentralbankbericht, der sich auf Daten der Grundbuch- und Vermessungsbehörde (Department of Lands and Surveys) stützt, wurden im ersten Quartal 2026 insgesamt 4.709 Kaufverträge geschlossen, 13,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Den größten Teil des Zuwachses trugen Käufer aus dem Ausland. Die Kaufverträge verteilen sich im ersten Quartal 2026 so:
- 044 Verträge mit ausländischen Käufern, ein Plus von 22,3 Prozent gegenüber 1.671
- 665 Verträge mit Käufern aus Zypern, ein Plus von 8,1 Prozent gegenüber 2.466
- 675 der ausländischen Käufer aus der EU und 1.369 aus Staaten außerhalb der EU
- ein Anteil ausländischer Käufer von 75 Prozent im Bezirk Paphos
Gezählt werden alle Arten von Immobilien, nicht nur Wohnungen. In Nikosia lag der Anteil einheimischer Käufer laut Zentralbank bei 84 Prozent, in Larnaka waren einheimische und ausländische Käufer ungefähr gleich stark vertreten.
Limassol bleibt der Bezirk mit den meisten Kaufverträgen
Mit 1.499 Verträgen wurde im ersten Quartal 2026 laut dem Zentralbankbericht in Limassol am meisten gekauft, gefolgt von Nikosia mit 1.065, Larnaka mit 994 und Paphos mit 919. In Famagusta waren es 232. Die Preise stiegen in Larnaka um 8,9 Prozent und in Limassol um 9,1 Prozent, in Paphos um 6,4 Prozent und in Nikosia um 2,8 Prozent. Wohnungen in Limassol wurden nach Angaben der Zentralbank um 10,7 Prozent teurer, Häuser dort nur um 2,4 Prozent.
Für Auswanderer heißt das: Der Inseldurchschnitt sagt wenig darüber, was eine Wohnung in einem bestimmten Bezirk kostet. Wer in Limassol eine Wohnung sucht, muss mit einem deutlich stärkeren Preisanstieg rechnen als ein Käufer, der ein Haus in Nikosia erwirbt.
„Wer nach Zypern zieht, kauft nicht die Insel, sondern einen Bezirk. Zwischen einer Wohnung in Limassol und einem Haus in Nikosia liegen bei der Preisentwicklung Welten, und das sollte vor jeder Besichtigung klar sein“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.
Günstigere Kredite stützten den Hauskauf im ersten Quartal
Die Finanzierung ist im ersten Quartal 2026 leichter geworden. Laut der Zentralbank stieg das Volumen neuer Wohnungsbaukredite um 24,5 Prozent auf 353,6 Millionen Euro, nach 284,1 Millionen Euro im ersten Quartal 2025. Der gewichtete Durchschnittszins für Wohnungsbaukredite sank nach Angaben der Zentralbank von 3,53 Prozent im März 2025 auf 3,15 Prozent im März 2026. Wie sich solche Zinsen zusammensetzen, erklärt die Erklärung zu Hypothekenzinsen im Glossar desselben Magazins.
Seither ist der Zins wieder gestiegen: Für Juli 2026 meldet die Zentralbank 3,78 Prozent. Nach ihrer Kreditumfrage vom Juli 2026 blieben die Vergabestandards im zweiten Quartal unverändert, und die Nachfrage nach Wohnungsbaukrediten stieg.
Kaufinteressenten sollten den jeweils neuesten Indexbericht lesen
Das Angebot wächst, wenn auch langsam. Laut den von der Zentralbank zitierten Daten des Statistischen Dienstes Zyperns stieg die Zahl genehmigter Wohneinheiten in den ersten beiden Monaten 2026 um 79,2 Prozent auf 3.463, nach 1.932 im Vorjahreszeitraum. Ob sich der Anstieg bei den Wohnungen fortsetzt, zeigt der Bericht zum zweiten Quartal 2026; den Vorjahresbericht hatte die Zentralbank am 17. Oktober 2025 veröffentlicht. Wer kaufen will, vergleicht die Preise im gewünschten Bezirk und rechnet die Kaufnebenkosten mit ein.
