Source: Deutsche Nachrichten
Ob Unternehmen, Fuhrparkbetreiber, Hotels oder Wohnungseigentümergemeinschaften – vielerorts wächst der Bedarf an Lademöglichkeiten für Elektrofahrzeuge, häufig schneller als erwartet. Mitarbeiter möchten am Arbeitsplatz laden, Dienstfahrzeuge werden auf Elektroantrieb umgestellt, und auch Gäste oder Mieter fragen nach Ladepunkten. Für die Verantwortlichen rückt damit eine Frage in den Mittelpunkt, auf die es selten eine schnelle Antwort gibt: Wie lässt sich Ladeinfrastruktur so planen, dass der Einstieg wirtschaftlich bleibt und die Lösung mit dem Bedarf wachsen kann?
DIE BEDARFSEINSCHÄTZUNG IST HÄUFIG DIE ERSTE HÜRDE
Den eigenen Bedarf realistisch einzuschätzen, fällt vielen Verantwortlichen schwer. Häufig fehlen Erfahrungswerte, und das notwendige Fachwissen ist im eigenen Haus nicht immer vorhanden. Hinzu kommt, dass die Investitionen für eine professionelle Ladeinfrastruktur auf den ersten Blick abschreckend wirken können.
Nicht selten fällt die Entscheidung deshalb auf einen vorsichtigen Einstieg mit einzelnen Wallboxen oder einer einfachen Lösung, um zunächst Erfahrungen zu sammeln und die Anfangsinvestition überschaubar zu halten. Das ist nachvollziehbar. Dabei wird jedoch oft nicht bedacht, dass mit dem Bedarf auch die Anforderungen an die Lösung wachsen.
INSELLÖSUNGEN STOSSEN BEI WACHSENDEN ANFORDERUNGEN HÄUFIG AN GRENZEN
Naheliegend sind zunächst die baulichen Folgen einer Erweiterung. Flächen müssen erneut geöffnet, zusätzliche Leitungswege verlegt und Verteilungen erweitert werden. Solche Umbaumaßnahmen verursachen Kosten und schränken die Nutzung des Standorts vorübergehend ein – vor allem dann, wenn sie bei der ersten Installation nicht mitgeplant wurden.
Mindestens ebenso wichtig, aber seltener im Blick, ist die Frage, ob die Lösung die wachsende Komplexität abbilden kann. Zusätzliche Ladepunkte müssen sich die verfügbare Anschlussleistung teilen. Neue Nutzergruppen kommen hinzu, etwa Mitarbeiter mit privaten Fahrzeugen, Gäste oder Mieter, die jeweils eigene Zugänge, Tarife und eine nachvollziehbare Abrechnung benötigen. Ist die erste Lösung als Insellösung angelegt, lassen sich diese Anforderungen oft nur eingeschränkt abbilden. Nachrüstungen, Ergänzungen oder ein Austausch können die Folge sein – und der vermeintlich günstige Einstieg wird am Ende aufwendiger als geplant.
In der Praxis zeigen sich dabei immer wieder ähnliche Planungsfehler. Häufig wird zunächst nur die Hardware betrachtet, während Software, Abrechnung und Betrieb erst später zum Thema werden. Ebenso oft wird die Lösung ausschließlich auf den aktuellen Bedarf ausgelegt, ohne zu prüfen, ob sie sich erweitern lässt. Werden später Komponenten unterschiedlicher Anbieter kombiniert, die nicht aufeinander abgestimmt sind, steigt der Aufwand im laufenden Betrieb.
„Ein schrittweiser Einstieg ist in vielen Fällen der richtige Weg”, sagt Matthias Schmid, Geschäftsführer von ENERANDO Technologies. „Entscheidend ist, dass die erste Investition in eine Lösung fließt, die mitwachsen kann. Andernfalls beginnt man beim nächsten Schritt häufig wieder von vorn.”
EINE FUNDIERTE PRÜFUNG SCHAFFT DIE GRUNDLAGE FÜR DIE INVESTITIONSENTSCHEIDUNG
Ziel einer fundierten Prüfung ist nicht, den Bedarf der nächsten Jahre exakt vorherzusagen. Sie soll vielmehr eine belastbare Grundlage schaffen, auf der sich eine Investitionsentscheidung treffen lässt.
Am Anfang steht eine Bestandsaufnahme des Standorts: Welche Stellplätze kommen infrage, welche Anschlussleistung ist vorhanden, und wie ist die elektrische Infrastruktur aufgebaut? Darauf aufbauend wird die Nutzung betrachtet – wer lädt, wie lange die Fahrzeuge in der Regel stehen und wie viele von ihnen typischerweise zur gleichen Zeit laden.
Statt mit einer einzelnen Prognose zu arbeiten, ist es sinnvoll, realistische Szenarien zu vergleichen, etwa für den heutigen Bedarf, für eine moderate und für eine stärkere Entwicklung. Daraus lässt sich ableiten, welche Ausstattung heute sinnvoll ist, welche Erweiterungen später möglich sein sollten und mit welchen Investitionen in den einzelnen Ausbaustufen zu rechnen ist.
PLANUNGSFAKTOREN FRÜHZEITIG GEMEINSAM BETRACHTEN
Für die Planung empfiehlt es sich, einige Fragen von Beginn an im Blick zu haben – auch wenn nicht alle gleich abschließend beantwortet werden müssen:
- Wie viele Ladepunkte werden aktuell benötigt, und in welcher Bandbreite kann sich der Bedarf entwickeln?
- Welche baulichen Vorbereitungen sind sinnvoll, etwa Leitungswege oder Reserven in der Verteilung, damit spätere Erweiterungen ohne größere Umbauten möglich sind?
- Welche Anschlussleistung steht zur Verfügung, und wie lässt sie sich über ein Lastmanagement auf mehrere Ladepunkte verteilen?
- Welche Nutzergruppen sollen laden: ausschließlich Dienstfahrzeuge oder auch Mitarbeiter, Gäste oder Mieter?
- Welche Tarife und welche Form der Abrechnung benötigen die einzelnen Nutzergruppen?
- Lassen sich später weitere Ladepunkte, auch anderer Hersteller oder mit Schnellladetechnik, in dieselbe Steuerung einbinden?
- Wie sind Verwaltung, Abrechnung und technische Betreuung im laufenden Betrieb organisiert?
Wichtig ist, dass diese Fragen bekannt sind und die gewählte Lösung Raum für Antworten lässt, die sich erst mit der Zeit ergeben.
SKALIERBARKEIT BETRIFFT HARDWARE, SOFTWARE UND BETRIEB
Ob eine Lösung tatsächlich mitwachsen kann, zeigt sich nicht allein daran, dass weitere Ladepunkte installiert werden können. Ebenso wichtig ist, dass die Software zusätzliche Nutzer, Nutzergruppen und Tarife abbilden kann und das Lastmanagement die verfügbare Leistung auch auf eine größere Zahl von Ladepunkten verteilt.
Lässt sich zudem Ladehardware unterschiedlicher Hersteller einbinden, bleibt die Auswahl bei späteren Erweiterungen offen, etwa wenn Schnellladepunkte hinzukommen sollen. Und schließlich sollte sich der Betrieb zentral organisieren lassen, damit Verwaltung und Betreuung nicht mit jedem neuen Ladepunkt aufwendiger werden.
INVESTITIONEN AM TATSÄCHLICHEN BEDARF AUSRICHTEN
Auf dieser Grundlage lässt sich Ladeinfrastruktur Schritt für Schritt ausbauen. Investiert wird zunächst in das, was aktuell benötigt wird. Weitere Ladepunkte, Nutzergruppen und Tarife kommen hinzu, sobald der Bedarf entsteht, ohne dass bestehende Komponenten ersetzt werden müssen. Das macht die Investitionsplanung besser kalkulierbar und vermeidet hohe Anfangsinvestitionen für einen Bedarf, der noch nicht absehbar ist.
Für einen belastbaren Vergleich verschiedener Lösungen lohnt sich zudem der Blick über die Anschaffungskosten hinaus. Installation, Software, Abrechnung, Wartung und spätere Erweiterungen beeinflussen die Gesamtkosten über die Nutzungsdauer oft erheblich. Leasing- oder Betreibermodelle können darüber hinaus helfen, die Anfangsinvestition zu verringern und Kosten über die Laufzeit zu verteilen.
ERFAHRUNG UND SKALIERBARES SYSTEM AUS EINER HAND
ENERANDO unterstützt Unternehmen und Gewerbestandorte, Flotten- und Fuhrparkbetreiber, Hotels und Gastronomiebetriebe sowie Hausverwaltungen und Wohnungseigen-tümergemeinschaften (WEGs) dabei, Ladeinfrastruktur bedarfsgerecht aufzubauen und schrittweise zu erweitern.
Grundlage ist eine fundierte Prüfung mit PRE-Check sowie Machbarkeits- und Standortanalyse, in die die Erfahrung aus vielen Projekten einfließt. So lassen sich typische Planungsfehler von Beginn an vermeiden.
Technisch setzt ENERANDO auf ein skalierbares System:
- eigene, in Deutschland entwickelte und gefertigte AC-Ladehardware,
- die herstellerübergreifende Integration von AC- und DC-Systemen,
- eine Software für Lastmanagement, Nutzerverwaltung, Abrechnung und Monitoring.
Planung, Installation und Inbetriebnahme übernimmt ENERANDO selbst, je nach Leistungsmodell auch Betrieb, Wartung und Support. Projekte lassen sich als Kauf-, Leasing- oder Betreibermodell umsetzen.
FAZIT
Ein wachsender Bedarf und eine offene Entwicklung müssen weder dazu führen, Investitionen aufzuschieben, noch dazu, mit Insellösungen zu beginnen. Mit einer fundierten Bedarfsprüfung und einer Lösung, die auf Hardware-, Software- und Betriebsebene mitwachsen kann, lässt sich der Einstieg überschaubar halten.
