Source: Deutsche Nachrichten
Wann der Materialfluss wirklich transparent ist
Ein Transport gilt erst dann als gut nachvollziehbar, wenn die Beteiligten denselben Informationsstand haben. Die Disposition muss offene und bereits übernommene Aufträge unterscheiden können. Lager und Produktion benötigen Klarheit über zuletzt bestätigte Stationen. Für die Kostenkontrolle sind außerdem die verursachenden Bereiche und eingesetzten Ressourcen relevant.
Innerbetriebliche Transporte betreffen unter anderem Bauteile, Werkzeuge, Dokumente, Verpackungseinheiten und leere Behälter. Werden ihre Bewegungen mit verschiedenen Listen oder Zurufen koordiniert, entsteht leicht ein verzerrtes Bild. Ein digitaler Informationsfluss verringert dieses Risiko.
Fünf Voraussetzungen für eine verlässliche Übersicht
Erstens sollten alle Bedarfe in einem gemeinsamen System eingehen. Ein Auftrag benötigt Quelle, Ziel, Inhalt, Termin, Priorität und gegebenenfalls die Kostenstelle. Zweitens muss das Transportgut eindeutig identifizierbar sein, etwa über Barcode, QR-Code oder bei geeigneten Anwendungen RFID. Drittens sollten Übernahme, Zwischenstation und Zustellung mobil rückgemeldet werden. Viertens sind Fotos oder Empfangsbestätigungen für strittige Übergaben sinnvoll. Fünftens benötigt die Disposition aktuelle Übersichten und verständliche Kennzahlen.
Der technische Status bleibt dabei an tatsächliche Buchungen gebunden. Ein Scan verrät, wo eine Sendung zuletzt erfasst wurde, aber ohne separate Ortung nicht zwingend, wo sie sich in diesem Moment befindet.
Was fehlende Informationen kosten können
Angenommen, ein Werk bearbeitet an einem Tag 100 Transporte. Bei 15 Aufträgen müssen jeweils zwei Beschäftigte zwölf Minuten nachfragen oder suchen. Daraus entstehen sechs Arbeitsstunden. Mit einem fiktiven Stundensatz von 35 Euro entspricht dies 210 Euro. Werden zusätzlich pro Woche zwei Produktionsunterbrechungen von jeweils 45 Minuten mit 300 Euro je Stillstandsstunde angesetzt, ergeben sich 450 Euro pro Woche. Weitere angenommene 250 Euro wöchentlicher Aufwand für Lademittel und Ersatzfahrten erhöhen die Belastung.
Auf 220 Arbeitstage verteilt entspricht das Modell insgesamt rund 77.000 Euro im Jahr. Es handelt sich ausschließlich um eine Beispielrechnung, nicht um gemessene Ergebnisse. Die tatsächliche Höhe hängt von Personalaufwand, Anlagenkosten, Transportvolumen und Störungsfolgen ab.
COSYS als gemeinsame Informationsbasis
Mit COSYS können interne Transportaufträge über eine Weboberfläche angemeldet und im WebDesk priorisiert werden. Die Disposition weist Aufgaben Fahrern, Fahrzeugen oder Touren zu. Mobile Scans dokumentieren Abholung, Verladung und Zustellung. Ergänzend lassen sich je nach Prozess Unterschriften, PIN-Bestätigungen oder Schadensfotos speichern.
Aus dem Verlauf kann die zuständige Stelle ablesen, welcher Schritt abgeschlossen wurde und wo eine Rückfrage ansetzen sollte. Dashboards zeigen beispielsweise Warte- und Durchlaufzeiten, Auftragsvolumen oder Kosten nach Bereich. Bei hinterlegten Tarifen können Aufwände anhand von Strecke, Gewicht oder Transportart zugeordnet werden. Die Lademittelverwaltung ergänzt Bestände und Rückgaben von Paletten, Gitterboxen und anderen Mehrwegträgern.
Transparenz im Tagesgeschäft nutzen
Ein Leitstand ist nur dann hilfreich, wenn die Verantwortlichen daraus konkrete Entscheidungen ableiten. Bleibt eine dringende Abholung ungewöhnlich lange offen, kann ein Disponent die Kapazität prüfen und gegebenenfalls umplanen. Fehlen an einem Übergabepunkt regelmäßig Quittungen, sollte zunächst der Prozess dort überprüft werden. Nicht jede Lücke ist auf das Transportsystem selbst zurückzuführen.
Ein weiterer Nutzen entsteht beim Schichtwechsel. Die nachfolgende Mannschaft kann offene Aufträge anhand des dokumentierten Status übernehmen, ohne alle Fahrer persönlich fragen zu müssen. Dafür benötigen die Angaben jedoch einen zuverlässigen Zeitstempel und verständliche Statusbezeichnungen.
Bei Kennzahlen ist eine regelmäßige Überprüfung sinnvoll. Sinkt die Suchzeit, zugleich steigen aber verspätete Lieferungen, war die Veränderung möglicherweise nicht insgesamt erfolgreich. Eine gemeinsame Bewertung durch Lager, Produktion und Disposition verhindert, dass ein einzelner Bereich auf Kosten eines anderen optimiert wird.
Fazit
Transparenz entsteht aus einheitlichen Auftragsdaten, verlässlichen Identifikationen und gebuchten Übergaben. Eine zentrale Übersicht wie COSYS hilft, Suchzeiten und Doppelaufträge zu reduzieren. Sie funktioniert allerdings nur so gut wie die Daten, die im Betrieb regelmäßig und korrekt erfasst werden.
