Source: Deutsche Nachrichten
Weshalb Transportleistung gemessen werden sollte
Ein Werk kann viele Fahrten erledigen und seine Produktionsbereiche trotzdem unzuverlässig versorgen. Die reine Zahl abgeschlossener Aufträge sagt wenig über Wartezeiten, Fehler oder Kosten aus. Deshalb sollten Logistikverantwortliche die Leistung anhand klar definierter Kennzahlen beobachten. Wichtig ist, dass alle Abteilungen Start- und Endzeitpunkte sowie Fehlerarten auf dieselbe Weise erfassen.
Die wichtigsten KPIs
1. Durchlaufdauer je Transport
Sie beschreibt den Zeitraum zwischen Entstehung des Auftrags und bestätigter Zustellung. Bei Bedarf lässt sich die Gesamtdauer in Wartezeit bis zur Annahme, Abholung und eigentliche Transportzeit zerlegen. So ist erkennbar, ob eine lange Laufzeit durch Disposition, Bereitstellung oder Fahrt entsteht.
2. Pünktliche Zustellungen
Die Termintreue setzt rechtzeitig abgeschlossene Aufträge ins Verhältnis zu allen fälligen Transporten. Besonders bei der Linienversorgung ist der vereinbarte Bedarfstermin maßgeblich. Eine kurze Transportdauer hilft wenig, wenn das Material dennoch nach dem benötigten Zeitpunkt eintrifft.
3. Fehlerhafte Transporte
Hierzu gehören falsche Packstücke, verwechselte Ziele, unvollständige Mengen oder fehlerhafte Übergaben. Die Fehlerquote zeigt, welcher Anteil der Aufträge nachbearbeitet werden muss. Einheitliche Fehlergründe helfen, wiederkehrende Ursachen zu finden, statt nur die Gesamtzahl zu zählen.
4. Nutzung der vorhandenen Kapazität
Bei Staplern, Routenzügen oder Fahrpersonal ist entscheidend, welcher Anteil der Zeit beziehungsweise Ladekapazität produktiv eingesetzt wird. Ergänzend kann die Quote leerer Fahrabschnitte erfasst werden. Die Kennzahl muss immer im Zusammenhang mit Sicherheitsanforderungen, Spitzenlasten und erforderlichen Reservekapazitäten bewertet werden.
5.Kosten pro Transport und Kostenstelle
Kosten können auf Basis von Transportzeit, Strecke, Fahrzeug, Ladung oder vereinbarten Tarifen ermittelt werden. Eine Zuordnung zu Empfängerbereichen beziehungsweise Kostenstellen schafft Transparenz darüber, wo Aufwand entsteht. Für faire Vergleiche sollten die Berechnungsregeln dokumentiert und über längere Zeit gleich angewendet werden.
So entstehen die Daten in COSYS
Digitale Transportaufträge liefern die Grundlage für diese fünf Kennzahlen. In COSYS werden Aufgaben im WebDesk disponiert und auf mobilen Geräten bearbeitet. Scans bei Übernahme und Übergabe erzeugen Zeit- und Statusdaten. Prüfungen der Sendungs- und Tourzugehörigkeit können Fehlverladungen reduzieren; Fotos und Unterschriften ergänzen bei Bedarf die Nachweiskette.
Die Disposition kann Aufgaben zu Touren bündeln und Personal oder Fahrzeuge zuordnen. Aus den Buchungen lassen sich Auslastungen und wiederkehrende Engpässe ableiten. Für die Kostenrechnung stehen je nach eingesetztem Modul Tarif- und Kostenstellenfunktionen zur Verfügung. COSYS Business Intelligence führt operative Daten in Dashboards und Berichten zusammen.
Wie Kennzahlen richtig eingesetzt werden
Ein Monatswert allein erklärt keine Verzögerung. Sinnvoll ist ein Vergleich nach Schicht, Bereich, Route oder Transportart. Steigt die Pünktlichkeit, während die Fehlerquote gleich bleibt, kann das eine erfolgreiche Änderung der Tourenplanung anzeigen. Wächst dagegen die Auslastung und zugleich die Wartezeit, fehlen möglicherweise Reservekapazitäten. Messwerte sollten deshalb gemeinsam interpretiert werden.
Messfehler bei der KPI Bewertung vermeiden
Vor allem bei der Transportdauer ist ein einheitlicher Startpunkt notwendig. Misst eine Abteilung ab Bedarfsmeldung und eine andere erst ab Übernahme durch den Fahrer, sind die Werte nicht direkt vergleichbar. Dasselbe gilt für Termintreue: Ohne verbindlichen Solltermin kann die Quote unterschiedlich ausgelegt werden.
Bei der Auslastung sollte zwischen benötigter Reserve und vermeidbarer Leerlaufzeit unterschieden werden. Ein Stapler, der für einen seltenen, aber zeitkritischen Einsatz bereitsteht, ist nicht automatisch schlecht geplant. Für Kosten pro Auftrag wiederum kann eine einfache Stückzahlbetrachtung irreführend sein, wenn sich Gewicht, Transportstrecke oder besondere Handhabung stark unterscheiden.
Dashboards sollten diese Definitionen transparent machen. Neben Durchschnittswerten sind die Streuung und die auffälligen Einzelfälle relevant. Besonders lange Transporte können durch wenige außergewöhnliche Störungen entstehen, die eine gezielte Prozessanalyse erfordern.
Fazit
Durchlaufdauer, Termintreue, Fehlerquote, Kapazitätsnutzung und Transportkosten ergänzen sich zu einem aussagekräftigen Bild. COSYS unterstützt ihre Datenerfassung und Auswertung. Entscheidend ist, dass die Kennzahlen anschließend zu überprüfbaren Verbesserungen der Werkslogistik führen.
