Source: Deutsche Nachrichten
Die neue Generationenstudie Finanzen 2026 des Bankenverbands zeigt erhebliche Zukunftssorgen. Die Gesellschaft für Qualitätsprüfung sieht darin einen klaren Auftrag für die Kreditwirtschaft: Altersvorsorge muss verständlicher, individueller und stärker an der Lebenswirklichkeit der Menschen ausgerichtet werden. Im Bankentest „BESTE BANK vor Ort 2027“ rückt deshalb die Qualität der Altersvorsorgeberatung in den Mittelpunkt.
Zwischen finanzieller Gegenwart und unsicherer Zukunft
Die wirtschaftliche Situation vieler Menschen in Deutschland ist besser, als es die öffentliche Diskussion über Inflation, steigende Lebenshaltungskosten und wirtschaftliche Unsicherheit vermuten lässt. Gleichzeitig wächst die Sorge, ob der heutige Lebensstandard auch im Ruhestand aufrechterhalten werden kann. Genau dieses Spannungsfeld verdeutlicht die am 26. Oktober 2026 veröffentlichte Generationenstudie Finanzen 2026 des Bundesverbands deutscher Banken.
Während 65 Prozent der Befragten ihre aktuelle wirtschaftliche Situation als gut oder sehr gut bewerten, erwarten 54 Prozent der Menschen, die sich noch nicht im Ruhestand befinden, finanzielle Schwierigkeiten im Alter. Damit wird eine bemerkenswerte Diskrepanz sichtbar: Die Gegenwart erscheint für viele Menschen beherrschbar, die finanzielle Zukunft dagegen zunehmend unsicher. Besonders ausgeprägt ist diese Unsicherheit bei der jungen Generation. Sechs von zehn Befragten zwischen 16 und 24 Jahren erwarten, im Alter finanziell nicht gut dazustehen. Gleichzeitig rechnen lediglich 47 Prozent dieser Altersgruppe damit, dass die gesetzliche Rente oder eine Pension einen nennenswerten Beitrag zu ihrem späteren Alterseinkommen leisten wird.
Diese Ergebnisse sind aus Sicht der Gesellschaft für Qualitätsprüfung von großer Bedeutung. Sie verdeutlichen, dass Altersvorsorge längst kein Thema mehr ist, das erst in der zweiten Hälfte des Berufslebens relevant wird. Vielmehr entwickelt sich die finanzielle Absicherung im Alter zu einer generationsübergreifenden Herausforderung, bei der Information, Orientierung und qualifizierte Beratung zunehmend an Bedeutung gewinnen.
Die eigentliche Herausforderung: Aus Zukunftssorgen müssen konkrete Vorsorgeentscheidungen werden
Die Ergebnisse der Generationenstudie werfen eine zentrale Frage auf: Wie können Menschen frühzeitig für ihre finanzielle Zukunft vorsorgen, wenn sie einerseits Zweifel an der gesetzlichen Altersabsicherung haben und andererseits häufig nur über begrenzte finanzielle Spielräume verfügen?
Gerade junge Erwachsene befinden sich hier in einer schwierigen Situation. Nach den Ergebnissen des Bankenverbands verfügt mehr als die Hälfte der 16- bis 24-Jährigen nach Abzug laufender Kosten über weniger als 500 Euro monatlich. Hohe Mieten, gestiegene Lebenshaltungskosten, Ausbildung, Studium und der Einstieg in das Berufsleben beanspruchen einen erheblichen Teil der verfügbaren Mittel.
Dabei verfügt gerade diese Generation über einen entscheidenden Vorteil: Zeit. Wer frühzeitig mit dem Aufbau einer zusätzlichen Altersvorsorge beginnt, kann langfristige Anlagezeiträume nutzen. Selbst kleinere regelmäßige Sparbeträge können über Jahrzehnte einen wichtigen Beitrag zur finanziellen Absicherung leisten.
Allerdings setzt dies voraus, dass junge Menschen die entsprechenden Möglichkeiten kennen, Chancen und Risiken verstehen und realistische Entscheidungen auf Grundlage ihrer persönlichen Situation treffen können. Genau an dieser Stelle beginnt die Bedeutung qualifizierter Finanzberatung. Denn die Frage lautet nicht ausschließlich, wie viel Geld monatlich für die Altersvorsorge zur Verfügung steht. Vielmehr müssen auch der individuelle Anlagehorizont, die persönliche Risikobereitschaft, die wirtschaftliche Ausgangssituation, bestehende Absicherungen und langfristige finanzielle Ziele berücksichtigt werden.
Gute Altersvorsorgeberatung beginnt deshalb nicht mit einem Produkt, sondern mit dem Verständnis für die Lebenssituation des Kunden.
Finanzwissen und Finanzplanung: Zwischen Interesse und Umsetzung liegt eine große Lücke
Die aktuelle Generationenstudie ergänzt weitere Erkenntnisse des Bankenverbands aus dem Jahr 2026. Bereits die im Mai veröffentlichte Untersuchung zum Finanzwissen der Deutschen zeigte, dass sich immer mehr Menschen für Finanzthemen interessieren. Gleichzeitig bleibt die tatsächliche Beschäftigung mit der eigenen finanziellen Planung hinter diesem Interesse zurück. So hatten sich lediglich 39 Prozent der befragten Personen im erwerbsfähigen Alter nach eigenen Angaben bereits ernsthaft mit ihrer Altersvorsorge auseinandergesetzt. Besonders bemerkenswert: Obwohl sich viele Menschen in finanziellen Fragen durchaus kompetent fühlen, bestehen weiterhin erhebliche Wissenslücken, etwa bei Kapitalmarktanlagen und der langfristigen Vermögensbildung.
Die Ergebnisse beider Untersuchungen ergänzen sich damit in einer wichtigen Weise. Auf der einen Seite steht die Sorge vor einer unzureichenden finanziellen Absicherung im Alter. Auf der anderen Seite fehlt häufig eine konkrete Auseinandersetzung mit den eigenen Vorsorgemöglichkeiten. Aus Sicht der Gesellschaft für Qualitätsprüfung entsteht daraus eine zentrale Aufgabe für die Finanzberatung: Sie muss die Lücke zwischen dem Bewusstsein für finanzielle Risiken und dem tatsächlichen Handeln schließen helfen.
Information allein reicht dafür häufig nicht aus. Menschen benötigen Unterstützung dabei, ihre persönliche Rentensituation einzuschätzen, mögliche Versorgungslücken zu erkennen und unterschiedliche Vorsorgealternativen verständlich miteinander zu vergleichen. Dabei darf nicht übersehen werden, dass begrenzte Einkommen auch reale Grenzen für den Vermögensaufbau setzen. Gute Beratung kann fehlende finanzielle Mittel nicht ersetzen. Sie kann jedoch dabei helfen, vorhandene Spielräume sinnvoll einzusetzen, Prioritäten zu entwickeln und unrealistische Erwartungen zu vermeiden.
Die junge Generation: Digital informiert, aber weiterhin auf persönliche Orientierung angewiesen
Eine weitere wichtige Perspektive ergibt sich aus der NextGen-Studie 2026 der Gesellschaft für Qualitätsprüfung. Die Untersuchung mit mehr als 1.000 jungen Erwachsenen zwischen 18 und 30 Jahren zeigt, dass die Digitalisierung des Bankgeschäfts die Erwartungen an Finanzdienstleistungen nachhaltig verändert. Digitale Informationsangebote, Banking-Apps und neue Möglichkeiten der Geldanlage sind für junge Menschen selbstverständlicher Bestandteil ihres Finanzalltags.
Dennoch zeigt die Untersuchung zugleich, dass persönliche Beratung weiterhin eine erhebliche Bedeutung besitzt. 78 Prozent der befragten jungen Erwachsenen halten Beratung für wichtig. Gleichzeitig bewerten lediglich 53 Prozent ihre diesbezüglichen Erwartungen als erfüllt. Hinzu kommt, dass 67 Prozent eine Verbindung aus persönlicher Beratung und digitalen Investmentmöglichkeiten wünschen.
Daraus lässt sich eine wichtige Schlussfolgerung ziehen: Digitalisierung und persönliche Beratung stehen nicht im Widerspruch. Vielmehr wächst der Bedarf an intelligenten Lösungen, die beide Welten sinnvoll miteinander verbinden.
Gerade beim Thema Altersvorsorge eröffnet diese Verbindung erhebliche Chancen.
Digitale Anwendungen können beispielsweise dabei helfen, verschiedene Sparszenarien darzustellen, langfristige Entwicklungen zu simulieren oder die Auswirkungen unterschiedlicher Vorsorgeentscheidungen nachvollziehbar zu machen. Die persönliche Beratung wiederum kann diese Informationen in den individuellen Lebenskontext einordnen. Sie berücksichtigt Aspekte, die sich nicht allein aus standardisierten digitalen Berechnungen ableiten lassen: persönliche Unsicherheit, langfristige Lebensziele, familiäre Veränderungen oder die Frage, wie viel Risiko ein Kunde tatsächlich tragen kann und möchte.
Für Regionalbanken ergibt sich daraus eine besondere Chance. Sie können ihre persönliche Nähe zum Kunden mit digitalen Informations- und Planungsangeboten verbinden und damit einen Mehrwert schaffen, der über die reine Bereitstellung einzelner Finanzprodukte hinausgeht.
Altersvorsorgedepot 2027: Neue Möglichkeiten erhöhen die Anforderungen an gute Beratung
Zusätzliche Relevanz erhält das Thema durch die politischen Reformvorhaben rund um die private Altersvorsorge. Das für 2027 vorgesehene Altersvorsorgedepot soll neue Möglichkeiten für eine stärker kapitalmarktorientierte Altersabsicherung eröffnen.
Im Mittelpunkt stehen unter anderem langfristige Anlageformen, die im Vergleich zu klassischen Vorsorgeprodukten höhere Renditechancen bieten können, allerdings auch mit entsprechenden Kapitalmarktrisiken verbunden sind. Gerade für jüngere Menschen könnten solche Modelle aufgrund ihres langen Anlagehorizonts interessant sein. Allerdings wird die Einführung neuer Vorsorgemöglichkeiten allein nicht ausreichen, um die in der Generationenstudie sichtbare Unsicherheit zu reduzieren. Entscheidend wird sein, ob Verbraucher die neuen Angebote verstehen und ihre jeweiligen Chancen, Kosten, Risiken und Rahmenbedingungen nachvollziehen können.
Dabei stellen sich zahlreiche Fragen:
- Welche Rolle sollte eine zusätzliche kapitalmarktbasierte Altersvorsorge im persönlichen Vorsorgekonzept spielen?
- Welche finanziellen Mittel können langfristig tatsächlich investiert werden?
- Welche Risiken sind mit unterschiedlichen Anlageformen verbunden?
- Wie lassen sich staatlich geförderte und nicht geförderte Vorsorgelösungen sinnvoll miteinander vergleichen?
- Welche Bedeutung haben Flexibilität, Kosten und Verfügbarkeit des Kapitals?
- Wie kann die Vorsorgestrategie bei Veränderungen der persönlichen Lebenssituation angepasst werden?
Diese Fragen verdeutlichen, dass neue Produkte auch neue Anforderungen an die Beratungsqualität stellen. Ein Altersvorsorgedepot kann ein sinnvoller Bestandteil einer langfristigen Vorsorgestrategie sein. Ob und in welcher Form es für den Einzelnen geeignet ist, hängt jedoch von dessen persönlichen Voraussetzungen ab. Nicht das Produkt entscheidet über die Qualität der Altersvorsorge. Entscheidend ist, ob die gewählte Lösung zu den Bedürfnissen und Möglichkeiten des Menschen passt.
Damit wird die Altersvorsorgeberatung zu einem besonders anspruchsvollen Bestandteil moderner Finanzberatung.
BESTE BANK vor Ort 2027: Warum die Altersvorsorge zum Gradmesser der Beratungsqualität wird
Die Gesellschaft für Qualitätsprüfung hat sich bereits im Vorfeld des Testjahres 2027 entschieden, das Thema Altersvorsorge stärker in den Mittelpunkt ihres etablierten Bankentests „BESTE BANK vor Ort“ zu stellen.
Diese Schwerpunktsetzung folgt einer klaren Überzeugung: Die Qualität einer Bank zeigt sich nicht allein daran, welche Finanzprodukte sie anbietet, sondern vor allem daran, wie gut sie ihre Kunden bei wichtigen finanziellen Lebensentscheidungen begleitet.
Vor allem bei der Altersvorsorge wird diese Unterscheidung besonders deutlich. Während beispielsweise beim Girokonto einzelne Konditionen und Leistungsmerkmale vergleichsweise einfach gegenübergestellt werden können, ist die Bewertung einer Altersvorsorgelösung wesentlich komplexer. Es geht um Entscheidungen mit langfristigen Auswirkungen, unterschiedliche Risikoprofile, persönliche Lebenssituationen und häufig auch um erhebliche Unsicherheiten auf Kundenseite. Darum kommt es besonders darauf an, dass Banken ihre Kunden systematisch beraten und individuelle Vorsorgemöglichkeiten nachvollziehbar erläutern.
Im Bankentest „BESTE BANK vor Ort 2027“ werden neben der Beratungsqualität auch die Kundenorientierung, der Service, die Nachbetreuung und die digitalen Kontakt- und Informationsmöglichkeiten berücksichtigt. Der weiterentwickelte Digital-Check trägt dabei auch der wachsenden Bedeutung digitaler Kundenreisen und neuer Informationsbedürfnisse Rechnung.
Die konkrete Beratungssituation bleibt jedoch von zentraler Bedeutung. Denn eine professionell gestaltete Internetseite oder ein überzeugendes digitales Informationsangebot können eine unzureichende individuelle Beratung nicht ausgleichen. Umgekehrt reicht auch eine freundliche Beratung allein nicht aus, wenn wesentliche Kundenbedürfnisse unberücksichtigt bleiben oder wichtige Zusammenhänge nicht verständlich vermittelt werden.
Aus Verbrauchersicht kommt es auf das Zusammenspiel an. Die besten Banken schaffen es, digitale Zugänglichkeit, persönliche Betreuung und fachliche Qualität so miteinander zu verbinden, dass daraus eine überzeugende Beratungserfahrung entsteht.
Gute Beratung darf kein Zufall sein
Seit vielen Jahren verfolgt die Gesellschaft für Qualitätsprüfung mit ihren unabhängigen Bankentests ein klares Leitmotiv: „Gute Beratung darf kein Zufall sein.“
Die aktuellen Ergebnisse der Generationenstudie zeigen, warum dieser Anspruch heute wichtiger denn je ist. Wenn mehr als die Hälfte der noch nicht im Ruhestand befindlichen Menschen ihre finanzielle Situation im Alter pessimistisch einschätzt, darf eine gute Vorsorgeberatung nicht davon abhängen, ob ein Kunde zufällig an den richtigen Ansprechpartner gerät. Vielmehr sollten Banken sicherstellen, dass ihre Kunden eine nachvollziehbare, bedarfsorientierte und qualitativ hochwertige Beratung erhalten.
Dazu gehört insbesondere, dass Beraterinnen und Berater die persönliche Ausgangssituation ihrer Kunden gründlich analysieren, individuelle Ziele erfragen und mögliche Versorgungslücken verständlich erläutern. Ebenso wichtig ist es, unterschiedliche Lösungsansätze transparent darzustellen und auf Risiken hinzuweisen. Gute Beratung bedeutet dabei keineswegs, jeden Kunden zu einer möglichst umfangreichen zusätzlichen Altersvorsorge zu bewegen.
Sie kann auch zu dem Ergebnis führen, dass zunächst der Aufbau einer finanziellen Reserve, die Absicherung existenzieller Risiken oder der Abbau kostspieliger Verbindlichkeiten im Vordergrund stehen sollte. Besonders diese Fähigkeit zur Priorisierung unterscheidet eine konsequent kundenorientierte Beratung von einer rein produktorientierten Verkaufsargumentation.
Die digitale Kundenreise beginnt häufig mit einer einfachen Frage
Neben der Qualität der persönlichen Beratung verändert sich auch die Art und Weise, wie Verbraucher nach einer geeigneten Bank suchen. Wer sich mit der eigenen Altersvorsorge beschäftigt, beginnt heute häufig mit einer konkreten Frage in einer Suchmaschine oder einem KI-gestützten Informationssystem.
Beispielsweise: „Welche Bank bietet eine gute Altersvorsorgeberatung in meiner Stadt?“
Solche Suchanfragen eröffnen den Kreditinstituten neue Möglichkeiten, ihre fachliche Kompetenz sichtbar zu machen. Gleichzeitig stellen sie neue Anforderungen an die Qualität und Auffindbarkeit digitaler Inhalte. Denn Verbraucher suchen zunehmend nicht ausschließlich nach Banknamen oder klassischen Produktbezeichnungen. Sie formulieren konkrete Fragen, die sich aus ihrer persönlichen Lebenssituation ergeben.
Dazu zählen beispielsweise die Sorge um eine spätere Rentenlücke, die Suche nach einer geeigneten Altersvorsorge oder der Wunsch nach einer unabhängigen Orientierung bei der Auswahl einer Bank. Aus Sicht der Gesellschaft für Qualitätsprüfung sollte eine moderne digitale Kundenreise deshalb dort beginnen, wo die Menschen ihre Fragen stellen. Mit dem Verbraucherportal gepruefte-beratungsqualitaet.de stellen wir die Ergebnisse unserer Bankentests regional und für Verbraucher zugänglich dar.
Interessierte können sich dort über ausgezeichnete Banken vor Ort informieren und die veröffentlichten Ergebnisse als zusätzliche Entscheidungshilfe nutzen. Die Veröffentlichung der regionalen Ergebnisse für das Jahr 2027 beginnt im November 2026. Unser Anspruch besteht darin, mit unabhängigen Prüfungen und einer kontinuierlichen redaktionellen Begleitung Orientierung in einem zunehmend komplexen Finanzmarkt zu schaffen.
Wer eine gute Bank für seine Altersvorsorge sucht, sollte möglichst einfach nachvollziehen können, welche Institute in unabhängigen Prüfungen durch eine hohe Beratungsqualität überzeugt haben.
Regionalbanken stehen vor einer strategischen Chance
Die Ergebnisse der Generationenstudie sollten von Regionalbanken nicht ausschließlich als Hinweis auf wachsende Sorgen in der Bevölkerung verstanden werden. Sie eröffnen zugleich eine strategische Perspektive. Denn mit der Unsicherheit über die finanzielle Zukunft wächst auch die Bedeutung verlässlicher Ansprechpartner. Regionalbanken verfügen grundsätzlich über gute Voraussetzungen, um diese Rolle auszufüllen. Sie sind in ihren Regionen präsent, kennen häufig die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen vor Ort und können langfristige Kundenbeziehungen aufbauen.
Allerdings entsteht aus regionaler Nähe nicht automatisch eine hohe Beratungsqualität. Entscheidend ist, ob es den Instituten gelingt, diese Nähe mit zeitgemäßen Beratungsansätzen, fundierter fachlicher Kompetenz und überzeugenden digitalen Angeboten zu verbinden. Beim Thema Altersvorsorge wird es zunehmend darauf ankommen, die Kunden nicht erst dann anzusprechen, wenn der Ruhestand bereits in greifbare Nähe rückt. Vielmehr sollte die Beratung unterschiedliche Lebensphasen berücksichtigen.
Für junge Erwachsene steht möglicherweise zunächst der Aufbau finanzieller Rücklagen und eines langfristigen Vorsorgekonzepts im Vordergrund. In späteren Lebensphasen können die Absicherung der Familie, die Finanzierung von Wohneigentum oder die Anpassung bestehender Vorsorgestrategien hinzukommen. Mit zunehmender Nähe zum Ruhestand gewinnen schließlich Fragen zur konkreten Versorgungssituation, zur Risikoreduzierung und zur Nutzung vorhandenen Vermögens an Bedeutung.
Eine moderne Altersvorsorgeberatung sollte deshalb keine einmalige Entscheidung darstellen, sondern einen langfristigen Prozess begleiten. Banken, die diese Aufgabe überzeugend erfüllen, können daraus einen nachhaltigen Mehrwert für ihre Kunden und zugleich eine langfristige Positionierung im regionalen Wettbewerb entwickeln.
Transparenz und unabhängige Prüfungen gewinnen an Bedeutung
Mit der steigenden Bedeutung der Altersvorsorge wächst auch das Bedürfnis nach Orientierung bei der Auswahl eines geeigneten Finanzinstituts. Für Verbraucher ist allerdings nicht immer unmittelbar erkennbar, welche Bank tatsächlich eine hohe Beratungsqualität bietet. Werbliche Aussagen, einzelne Produktmerkmale oder attraktive digitale Oberflächen reichen für eine fundierte Bewertung nicht aus. Hier setzen unabhängige Bankentests an.
Die Gesellschaft für Qualitätsprüfung untersucht unterschiedliche Qualitätsmerkmale anhand festgelegter Kriterien und schafft damit eine zusätzliche Vergleichsmöglichkeit für Verbraucher. Dabei ist Transparenz von besonderer Bedeutung. Verbraucher sollten nachvollziehen können, welches Institut ausgezeichnet wurde, auf welcher Grundlage die Bewertung erfolgt ist und wo weitere Informationen zu den Ergebnissen abrufbar sind. Ein Qualitätssiegel sollte deshalb nicht nur Aufmerksamkeit erzeugen, sondern mit überprüfbaren Informationen verbunden sein. Gerade bei einem so langfristigen und wichtigen Thema wie der Altersvorsorge ist diese Orientierung von erheblicher Bedeutung.
Denn die Auswahl einer Bank und die Qualität der anschließenden Beratung können Entscheidungen beeinflussen, die weit über den heutigen Finanzbedarf hinausreichen.
Fazit: Die Gegenwart ist stabil, die Rente unsicher
Die Generationenstudie Finanzen 2026 des Bankenverbands macht deutlich, dass zwischen der aktuellen wirtschaftlichen Situation vieler Menschen und ihrer Erwartung an die finanzielle Zukunft eine erhebliche Lücke besteht. Besonders junge Menschen betrachten ihre spätere Altersabsicherung mit großer Skepsis. Zugleich begrenzen hohe Lebenshaltungskosten und eingeschränkte finanzielle Möglichkeiten häufig den Spielraum für zusätzliche Vorsorgemaßnahmen. Die Herausforderung besteht deshalb nicht allein darin, neue Vorsorgeprodukte oder staatliche Fördermodelle anzubieten.
Entscheidend wird sein, Menschen dabei zu unterstützen, ihre persönliche Situation richtig einzuschätzen und auf dieser Grundlage tragfähige finanzielle Entscheidungen zu treffen. Dazu braucht es Finanzbildung, verständliche Informationen, digitale Unterstützung und vor allem eine qualifizierte, individuelle Beratung. Für die Gesellschaft für Qualitätsprüfung bestätigen die Studienergebnisse die strategische Ausrichtung des Bankentests „BESTE BANK vor Ort 2027“. Mit dem verstärkten Fokus auf die Altersvorsorge rückt ein Thema in den Mittelpunkt, das für die finanzielle Zukunft der Menschen von grundlegender Bedeutung ist.
Die Generationenstudie untersucht dabei die Erwartungen und Sorgen der Verbraucher. Unser Bankentest setzt an einer ergänzenden Fragestellung an: Wie gut gelingt es Banken, ihre Kunden bei wichtigen finanziellen Entscheidungen tatsächlich zu beraten? Gerade darin liegt die besondere Bedeutung unabhängiger Qualitätsprüfungen.
Sie können helfen, Beratungsqualität sichtbar zu machen, Unterschiede zwischen Instituten aufzuzeigen und Verbrauchern zusätzliche Orientierung bei der Auswahl ihrer Bank zu geben. Denn die finanzielle Sicherheit von morgen beginnt mit den Entscheidungen, die wir heute treffen. Und diese Entscheidungen verdienen eine Beratung, die den Menschen und seine individuellen Bedürfnisse konsequent in den Mittelpunkt stellt. Das ist unser Anspruch für den Bankentest „BESTE BANK vor Ort 2027“.
Heute gut beraten. Morgen gut vorgesorgt.
Quelle bzw. Link zu der Studie: https://bankenverband.de/verbraucher/durchwachsene-gegenwart-unsichere-zukunft
