Source: Deutsche Nachrichten
Mobile Datenerfassungsgeräte, Tablets und Diensthandys sind in Filialnetzen längst fester Bestandteil des Arbeitsalltags. Sie unterstützen bei der Warenannahme, Inventur, Bestandsprüfung, Kommissionierung, Preisauszeichnung und Kundenberatung. Mit wachsender Gerätezahl steigt jedoch der organisatorische Aufwand. Geräte wechseln zwischen Standorten, werden als Reserve zurückgelegt, fallen aus oder bleiben nach einem Einsatz ungenutzt.
Fehlt eine zentrale Übersicht, müssen Verantwortliche Informationen aus Inventarlisten, E-Mails und Rückfragen bei den Filialen zusammensuchen. Häufig ist zwar bekannt, wie viele Geräte beschafft wurden, nicht aber, wo sich jedes einzelne Gerät befindet, wie es konfiguriert ist und ob es aktuell eingesetzt werden kann.
Ein Mobile Device Management schafft dafür eine einheitliche Informationsbasis. Mit dem COSYS MDM lassen sich MDE-Geräte, Tablets und Diensthandys zentral erfassen, verwalten und auf einer Karte darstellen. Unternehmen erhalten dadurch einen aktuellen Überblick über ihren Gerätepool und können fundierter entscheiden, welche Geräte an welchem Standort benötigt werden.
Warum verlieren Unternehmen den Überblick über ihren Gerätebestand?
In einem einzelnen Lager mit wenigen mobilen Geräten lässt sich der Bestand häufig noch manuell verwalten. In einem Filialnetz mit zahlreichen Standorten funktioniert dieses Vorgehen nur eingeschränkt. Geräte werden an neue Mitarbeiter ausgegeben, zwischen Filialen versendet, für Inventuren bereitgestellt oder nach einem Defekt ausgetauscht. Nicht jeder Standort dokumentiert diese Veränderungen unmittelbar.
Dadurch entstehen typische Unklarheiten:
- Welcher Filiale ist ein Gerät aktuell zugeordnet?
- Wird das Gerät tatsächlich genutzt?
- Welche Modelle und Betriebssystemversionen sind im Umlauf?
- Welche Geräte sind veraltet, nicht erreichbar oder falsch konfiguriert?
- Wo befindet sich ausreichend Reserve für einen kurzfristigen Bedarf?
- Welche Standorte verfügen über mehr Geräte, als sie im Tagesgeschäft benötigen?
Dezentrale Tabellen bilden diese Veränderungen meist nur mit Verzögerung ab. Selbst eine gepflegte Inventarliste zeigt zunächst den vorgesehenen Standort. Ob sich das Gerät dort tatsächlich befindet und technisch einsatzbereit ist, lässt sich daraus nicht zuverlässig ableiten.
Die Folge ist ein Gerätebestand, der auf dem Papier ausreichend groß erscheint, in der Praxis aber nicht bedarfsgerecht verfügbar ist.
Was leistet die Kartenfunktion eines MDM?
Die Kartenfunktion des COSYS MDM stellt verwaltete Geräte mit ihren verfügbaren Standortinformationen geografisch dar. Verantwortliche können erkennen, an welchen Standorten sich MDE-Geräte, Tablets und Diensthandys befinden oder zuletzt gemeldet wurden. Besonders bei weitläufigen Filialnetzen ergänzt diese Darstellung die klassische Geräteliste um einen wichtigen räumlichen Zusammenhang.
Statt einzelne Datensätze nach Filialnummer, Niederlassung oder Kostenstelle zu durchsuchen, wird die Verteilung des Gerätebestands unmittelbar sichtbar. Auffällige Konzentrationen, nicht erwartete Standorte und mögliche Fehlverteilungen lassen sich schneller erkennen.
Standort und Gerätezustand müssen gemeinsam betrachtet werden
Eine Position auf der Karte sagt noch nicht aus, ob das betreffende Gerät einsatzbereit ist. Deshalb sollte die geografische Übersicht immer mit technischen und organisatorischen Gerätedaten verbunden werden.
Relevant sind beispielsweise:
- Gerätemodell und Seriennummer
- zugeordnete Filiale oder Organisationseinheit
- letzter Kontakt mit dem MDM
- Betriebssystem und Sicherheitsstand
- installierte Anwendungen
- Akkustand und verfügbarer Speicher
- Konfigurationsstatus
- Compliance-Status
- verantwortlicher Benutzer
- Zeitpunkt der letzten Nutzung
Erst diese Kombination ermöglicht eine belastbare Bewertung. Ein MDE-Gerät kann sich zwar in der richtigen Filiale befinden, aber seit mehreren Wochen keine Verbindung mehr hergestellt haben. Ein anderes Gerät ist technisch aktuell, wurde jedoch einer Niederlassung zugeordnet, in der bereits ausreichend Hardware vorhanden ist.
Ein übersichtlicher Gerätepool besteht deshalb nicht nur aus einer Standortkarte. Entscheidend ist die Verbindung von Inventarisierung, Gerätestatus, Konfiguration und räumlicher Zuordnung.
Wie lässt sich der Geräteeinsatz im Filialnetz bedarfsgerecht steuern?
Der Gerätebedarf ist in einem Filialnetz selten gleichmäßig verteilt. Größe, Kundenfrequenz, Warenumschlag, Mitarbeiterzahl und lokale Prozesse unterscheiden sich von Standort zu Standort. Hinzu kommen saisonale Spitzen, Neueröffnungen, Umbauten und Inventuren.
Eine kleine Filiale benötigt möglicherweise zwei MDE-Geräte für Warenannahme und Bestandskontrolle. Ein umsatzstarker Standort braucht dagegen mehrere Geräte für Wareneingang, Umlagerungen, Preisänderungen und Kundenberatung. Wird die Hardware einmalig nach einem festen Schlüssel verteilt, entstehen mit der Zeit Überbestände und Engpässe.
Mit einer zentralen MDM-Übersicht können Verantwortliche die vorhandenen Geräte den tatsächlichen Anforderungen gegenüberstellen. Zeigt sich beispielsweise, dass eine Filiale zehn verwaltete Geräte besitzt, davon aber mehrere seit längerer Zeit nicht aktiv waren, sollte der Bestand überprüft werden. Gleichzeitig kann ein anderer Standort zusätzliche Geräte benötigen, weil dort regelmäßig Hardware zwischen mehreren Mitarbeitern geteilt wird.
Die sinnvollste Maßnahme ist dann nicht automatisch eine Neubeschaffung. Häufig reicht es aus, vorhandene Geräte neu zuzuordnen, technisch aufzubereiten und mit der passenden Konfiguration an den Zielstandort zu versenden.
Praxisbeispiel: Geräte vor einer Inventur neu verteilen
Ein Handelsunternehmen betreibt 40 Filialen und setzt unterschiedliche MDE-Geräte für Warenannahme, Bestandskontrollen und Inventuren ein. Vor der jährlichen Inventur melden mehrere Standorte zusätzlichen Bedarf. Ohne zentrale Übersicht würde die IT zunächst E-Mails verschicken, Bestände abfragen und die Rückmeldungen manuell zusammenführen.
Im COSYS MDM können die Verantwortlichen prüfen, welche Geräte den einzelnen Filialen zugeordnet sind, wann sie zuletzt Kontakt zum System hatten und welche Softwarestände vorliegen. Die Kartenansicht unterstützt dabei, geeignete Reservegeräte in räumlicher Nähe zu den Filialen mit Mehrbedarf zu identifizieren.
Anschließend werden einsatzfähige Geräte neu verteilt. Vor dem Versand erhält die Hardware über das MDM die benötigten Anwendungen, Einstellungen und Zugriffsrechte. Die empfangende Filiale muss das Gerät nicht manuell einrichten und kann es nach der Anmeldung unmittelbar verwenden.
Dieser Ablauf reduziert Abstimmungsaufwand, vermeidet unnötige Beschaffungen und sorgt dafür, dass vorhandene Hardware tatsächlich genutzt wird.
Welche wirtschaftlichen Vorteile entstehen?
Die zentrale Verwaltung des Gerätebestands wirkt sich auf mehrere Kostenbereiche aus. Der offensichtlichste Vorteil liegt in der besseren Auslastung vorhandener Hardware. Unternehmen beschaffen häufig zusätzliche Geräte, obwohl an anderen Standorten ungenutzte oder nur selten verwendete Geräte vorhanden sind.
Daneben sinkt der administrative Aufwand. IT-Verantwortliche müssen weniger telefonische Bestandsabfragen durchführen, Informationen aus verschiedenen Listen abgleichen oder Geräte mühsam einem Standort zuordnen. Auch Störungen lassen sich schneller einordnen, weil technische Gerätedaten zentral verfügbar sind.
Weitere wirtschaftliche Effekte entstehen durch:
- weniger vermeidbare Ersatzbeschaffungen
- geringere Ausfallzeiten in den Filialprozessen
- schnellere Bereitstellung von Austauschgeräten
- einheitliche Software- und Sicherheitsstände
- gezieltere Planung von Reparatur und Austausch
- bessere Vorbereitung saisonaler Einsätze
- nachvollziehbare Entscheidungen über Investitionen
Besonders relevant ist die Lebenszyklusplanung. Werden Modell, Alter, Betriebssystem, Sicherheitsstatus und Nutzung gemeinsam ausgewertet, kann die IT Geräte gezielt austauschen. Statt einen vollständigen Gerätepool vorsorglich zu erneuern, lassen sich veraltete oder nicht mehr unterstützte Geräte schrittweise ersetzen.
Welche organisatorischen Voraussetzungen sind notwendig?
Ein MDM kann Transparenz schaffen, benötigt dafür aber klare Stammdaten und Zuständigkeiten. Jedes Gerät sollte eindeutig einer Filiale, Kostenstelle, Abteilung oder einem Gerätepool zugeordnet werden. Frei formulierte Standortnamen führen schnell zu uneinheitlichen Datensätzen und erschweren die Auswertung.
Auch technische Kennzahlen benötigen eine klare Definition. Ein Gerät sollte nicht allein deshalb als ungenutzt gelten, weil es für wenige Tage keinen Kontakt zum MDM hatte. Reservegeräte, saisonal eingesetzte Hardware und ausgeschaltete Austauschgeräte müssen gesondert gekennzeichnet werden.
Für die Standortdarstellung sind außerdem Datenschutz und Zweckbindung zu berücksichtigen. Die Ortung sollte auf dienstlich verwaltete Geräte, definierte betriebliche Zwecke und die erforderlichen Rollen beschränkt sein. Unternehmen sollten transparent festlegen, welche Standortdaten erfasst werden, wer darauf zugreifen darf und wie lange sie benötigt werden.
Typische Fehler bei der Einführung vermeiden
Ein häufiger Fehler besteht darin, das MDM ausschließlich als Werkzeug zur Installation von Apps zu betrachten. Die eigentliche Stärke liegt in der dauerhaften Steuerung des gesamten Gerätelebenszyklus. Dazu gehören Beschaffung, Einrichtung, Ausgabe, Nutzung, Standortwechsel, Wartung und Aussonderung.
Problematisch ist außerdem eine unvollständige Registrierung. Bleiben einzelne Geräte außerhalb des MDM, entsteht erneut eine Schattenverwaltung. Bestandslisten und Systemdaten stimmen dann nicht überein.
Auch eine Kartenfunktion ohne gepflegte organisatorische Zuordnung liefert nur einen Teil der benötigten Informationen. Ein Standortpunkt muss mit Gerätetyp, Einsatzbereich, Status und verantwortlicher Einheit verbunden werden. Nur dann entsteht aus einer technischen Position eine betriebliche Entscheidungsgrundlage.
Unternehmen sollten deshalb mit einem klar abgegrenzten Gerätepool beginnen, Datenfelder und Verantwortlichkeiten festlegen und anschließend weitere Standorte einbinden. Dieses Vorgehen erleichtert die Qualitätskontrolle und verhindert, dass uneinheitliche Datenstrukturen auf das gesamte Filialnetz übertragen werden.
Vom Geräteverzeichnis zum aktiv gesteuerten Gerätepool
Ein aktueller Gerätepool ist mehr als eine vollständige Inventarliste. Unternehmen müssen erkennen können, wo sich ihre mobilen Arbeitsmittel befinden, in welchem Zustand sie sind und ob ihre Verteilung dem tatsächlichen Bedarf entspricht.
Das COSYS MDM verbindet die zentrale Verwaltung von MDE-Geräten, Tablets und Diensthandys mit einer geografischen Darstellung des Gerätebestands. Für Filialnetze entsteht dadurch eine belastbare Grundlage, um Hardware gezielter einzusetzen, Reserven zu nutzen und Engpässe frühzeitig zu erkennen.
Der größte Nutzen entsteht, wenn Standortinformationen, technische Zustände und organisatorische Zuordnungen gemeinsam ausgewertet werden. So wird aus einem historisch gewachsenen Gerätebestand ein steuerbarer Pool, der sich an den realen Abläufen des Unternehmens orientiert. Bevor zusätzliche Hardware beschafft wird, sollte deshalb geprüft werden, welche Geräte bereits vorhanden sind, wo sie eingesetzt werden und ob sie für einen anderen Standort besser genutzt werden können.
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