Source: Deutsche Nachrichten
Die Europäische Ladungs-Verbund Internationaler Spediteure (ELVIS) AG baut seit dem 1. September gemeinsam mit Depotcharge eine Charging Community für elektrische Nutzfahrzeuge auf. Die Community entsteht auf der Plattform von Depotcharge und wird auch im bundesweiten Depot-Ladenetz BGL Charge umgesetzt, das der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) gemeinsam mit Depotcharge aufbaut. Verbundpartner sollen dadurch künftig mit einem vergünstigen Tarif gegenseitig auf ihre jeweiligen Ladesäulen zugreifen können. Damit will ELVIS zusätzliche Lademöglichkeiten entlang der Transportstrecken schaffen und den Einsatz von E-Lkw im überregionalen Verkehr erleichtern. Der Pilotbetrieb soll noch im Herbst starten.
„Die Elektromobilität im Schwerverkehr entwickelt sich bei unseren Partnern zunehmend von einzelnen Testrelationen zu konkreten Einsätzen. Damit dieser Hochlauf weitergehen kann, brauchen die Unternehmen eine Ladeinfrastruktur, die zu ihren tatsächlichen Transportverkehren passt“, sagt Nikolja Grabowski, Vorstand der ELVIS AG. Die neue Charging Community soll Abhilfe schaffen, indem die vorhandenen Kapazitäten im Verbund gebündelt und zu einem vergünstigten Tarif nutzbar gemacht werden. „Das eröffnet neue Einsatzmöglichkeiten und schafft echte finanzielle Vorteile für unsere Partner“, so Grabowski.
Eigene Infrastruktur allein reicht nicht aus
Hintergrund des Projekts ist der zunehmende Einsatz von E-Lkw im Verbund: Rund 30 Prozent der 250 ELVIS Partner setzen bereits schwere Elektro-Lkw ein, Tendenz steigend. Gleichzeitig fehlen öffentliche Ladeangebote für schwere Nutzfahrzeuge entlang vieler Transportstrecken. Die meisten Fahrzeuge im Fernverkehr werden aktuell fast ausschließlich im Pendel- oder Rundlaufverkehr mit dem eigenen Depot als Endpunkt eingesetzt.
Auch beim Aufbau einer eigenen Infrastruktur stehen Transportunternehmen vor zahlreichen Herausforderungen: Neben der Ladesäule selbst müssen Netzanschlussleistung, Lastprofile, Stromeinkauf, teils auch Photovoltaik und Batteriespeicher mitgedacht werden. Das bringt einen hohen Investitionsaufwand mit sich.
Charging Community: Partner laden bei Partnern
Genau hier setzt die Charging Community an: Statt Ladepunkte ausschließlich für den eigenen Fuhrpark zu reservieren, öffnen die Partner sie im Rahmen der Charging Community für andere Verbundmitglieder sowie für externe Unternehmen und erhalten über Depotcharge Zugriff auf ein wachsendes Netz an Standorten entlang ihrer Routen. Während die Betreiber ihre Infrastruktur besser auslasten, gewinnen ELVIS Partner zusätzliche Reichweite und vergünstigte Konditionen fürs Laden. E-Lkw müssen so nicht zwingend zum eigenen Standort zurückkehren, sondern können unterwegs bei einem Partnerbetrieb nachladen und ihre Tour direkt fortsetzen.
Joscha Specks, CEO und Co-Founder von Depotcharge, fasst zusammen: „Mit ELVIS starten wir eine Partnerschaft, die auf einem gemeinsamen Grundgedanken beruht: Gemeinsam ist der Mittelstand stärker. Depotcharge überträgt dieses Prinzip auf das geteilte Laden elektrischer Lkw. Depotbetreiber erzielen zusätzliche Erlöse, Speditionen senken ihre Kosten, der Verbund stärkt sein Netzwerk. Ein Win-win für alle Beteiligten.“
Teilnehmen kann grundsätzlich jeder ELVIS Partner, der über E-Lkw oder eigene Ladeinfrastruktur verfügt. Eine im Vorfeld unter den Verbundpartnern durchgeführte Umfrage zeigt, wie groß der Bedarf bereits ist: Mehr als die Hälfte der Teilnehmenden gab an, ihre Fahrzeuge künftig deutschlandweit und nicht nur auf dem eigenen Betriebsgelände laden zu wollen. Aktuell wurden im Rahmen der Umfrage bereits 42 potenzielle Partnerladestandorte gemeldet; perspektivisch sollen zahlreiche weitere dazukommen.
Depotcharge liefert technische Plattform
Für den Aufbau der Charging Community kooperiert ELVIS mit dem Münchner Unternehmen Depotcharge: Die Ladepunkte werden über die jeweils vorhandene Lademanagement-Software der Betreiber in die bestehende Plattform von Depotcharge integriert. Für Fahrer und Disponenten wird damit auf einen Blick sichtbar, welche Ladepunkte im Netzwerk verfügbar sind. Darüber hinaus können sie Informationen zu Ladeleistung, Kosten und aktueller Auslastung abrufen.
Für die Authentifizierung an den Ladepunkten verwenden die Fahrer einen einheitlichen ELVIS RFID-Schlüsselanhänger. Die Abrechnung der Ladevorgänge erfolgt zentral über Depotcharge. Die Plattform zeigt die Lademöglichkeiten aller an Depotcharge angeschlossenen Ladepunkte. Die ELVIS Charging Community ist dabei Teil des bundesweiten Depot-Ladenetzes BGL Charge; ELVIS Partnerstationen werden auf der Plattform besonders hervorgehoben.
Testphase startet im Herbst
Planmäßig soll die Charging Community noch im Herbst 2026 in den Pilotbetrieb gehen. Dafür werden zunächst mehrere bestehende Ladepunkte von ELVIS Partnern in das Netzwerk integriert. Nach erfolgreichem Start soll die Zahl der teilnehmenden Standorte und Partner sukzessive ausgebaut werden.
Weitere Informationen über die ELVIS AG gibt es unter:
www.elvis-ag.com
