Source: People’s Republic of China – State Council News in German
Die gerade in Beijing beendete 2026 China International Fair for Trade in Services (CIFTIS) hat einem europäischen Wirtschaftsvertreter zufolge dazu beigetragen, europäisches Fachwissen mit den Innovationsstärken Chinas zu verknüpfen und die bilaterale Zusammenarbeit weiter zu stärken.
Gianni Di Giovanni, stellvertretender Präsident der Europäischen Handelskammer in China, hob die bemerkenswerten Fortschritte Chinas bei der Entwicklung seiner Dienstleistungswirtschaft hervor. Europa und China könnten durch die CIFTIS eine vertiefte Zusammenarbeit in diesem Sektor anstreben, so Di Giovanni.
„China ist nicht länger nur eine Fertigungsmacht. Die Dienstleistungswirtschaft wird zunehmend bedeutender. Im Jahr 2025 machten Dienstleistungen 57,7 Prozent des chinesischen Bruttoinlandsproduktes aus. Das ist eine enorme Zahl, die mit rund zwei Dritteln der europäischen Wirtschaft und mehr als drei Vierteln der US-Wirtschaft vergleichbar ist. Es gibt also eindeutig noch erhebliches weiteres Wachstumspotenzial und europäische Unternehmen möchten Teil dieses Wachstums sein.“
Der europäische Wirtschaftsvertreter erklärte weiter: „Europa verfügt über starke Kapazitäten in den Bereichen professionelle Dienstleistungen, Ingenieurwesen, Finanzen, Logistik, Gesundheitswesen, Umweltdienstleistungen und Dekarbonisierung – alles sehr, sehr wichtige Felder. China hingegen bietet eine enorme Anzahl an anspruchsvollen Kunden und eine außergewöhnliche Fähigkeit, neue Technologien schnell anzuwenden. Deshalb sehe ich die CIFTIS als weit mehr als eine Messe: Sie ist eine Plattform, auf der europäisches Know-how auf chinesische Größenordnung und Innovationen treffen kann.“
Di Giovanni wies zudem darauf hin, dass sich die Zusammenarbeit zwischen China und Europa hin zu wechselseitigen Investitionen, gemeinsamen Innovationen und der Entwicklung von Lösungen für globale Märkte, insbesondere im Bereich der Energiewende, verschiebe.
„Tatsächlich ist die Beziehung bereits stärker wechselseitig, als wir manchmal denken, aber wir können noch viel weiter gehen. Standards und Zertifizierungen sind ein gutes Beispiel. Eine größere Interoperabilität zwischen europäischen und chinesischen Standards würde Unternehmen mehr Sicherheit geben und die Entwicklung von Lösungen erleichtern, die auf verschiedenen Märkten eingesetzt werden können. Energie ist ein weiteres sehr gutes Beispiel. Als Vorsitzender von Eni China sehe ich enormes Potenzial für eine Zusammenarbeit bei der Energiewende.“
Di Giovanni sagte weiter: „Europa bringt Technologie und Erfahrung in Bereichen wie Biokraftstoffe, Energieeffizienz und industrielle Dekarbonisierung mit. China bringt außergewöhnliche Stärken in der Fertigung, im Ingenieurwesen, in den Lieferketten und bei der groß angelegten Entwicklung mit. Wenn wir diese Stränge zusammenführen, können wir etwas viel Mächtigeres schaffen. Die interessantere Frage ist also: Was können wir gemeinsam neu schaffen? Das bedeutet den Wandel von einseitigen Investitionen zu wechselseitigen Investitionen, von Technologietransfer zu gemeinsamen Innovationen und von der Bedienung einzelner Märkte zur gemeinsamen Entwicklung von Lösungen für die globalen Märkte.“
Die fünftägige CIFTIS, die am Mittwoch begonnen hatte, zog Teilnehmer aus 90 Ländern, Regionen und internationalen Organisationen an sowie präsentierte über 1.800 Unternehmen und deren innovative Dienstleistungsprodukte.
