Source: Deutsche Nachrichten
Mit dem EPG AURA Communicator erweitert die EPG (Ehrhardt Partner Group) ihre KI-native Umgebung EPG AURA um einen dialogbasierten Zugang zu operativen Daten und unternehmensinternem Wissen. Die neue Lösung erschließt Informationen, die bislang über Warehouse-Management-Systeme, Automatisierungstechnik, Dokumentationen oder Tickets verteilt waren, über rollenbezogene KI-Assistenten. Möglich wird dies durch die integrierte KI-Fähigkeit Conversation Intelligence: Mitarbeitende formulieren ihre Fragen in natürlicher Sprache, während der Communicator die jeweils freigegebenen Quellen einbezieht und die für die konkrete Aufgabe relevanten Informationen bereitstellt. Der Zugriff erfolgt per Chat über den EPG Virtual Assistant EVA oder sprachbasiert und freihändig über LYDIA Voice direkt im laufenden Prozess.
Gerät im Lager ein Auftrag ins Stocken oder tritt an einer Automatikkomponente eine Störung auf, beginnt häufig eine zeitaufwendige Recherche über mehrere Anwendungen hinweg. Beschäftigte wechseln zwischen Systemmasken, durchsuchen Dokumentationen oder wenden sich an die Schichtleitung, wobei eine zunächst einfache Frage zum operativen Hindernis werden kann, wenn die zuständige Ansprechperson nicht verfügbar ist. Besonders bei Abweichungen, Schichtwechseln oder der Einarbeitung neuer Beschäftigter zeigt sich, wie stark reibungslose Abläufe noch immer von detaillierten Systemkenntnissen und dem Erfahrungswissen einzelner Personen abhängen. Der AURA Communicator setzt genau an dieser Lücke an, indem er den Informationszugriff dorthin verlagert, wo die Frage entsteht. Nutzende müssen weder wissen, in welchem System eine Information gespeichert ist, noch welche Maske, Dokumentation oder Ticketstruktur sie durchsuchen müssen. Stattdessen formulieren sie ihr Anliegen in natürlicher Sprache, woraufhin ein für die jeweilige Aufgabe eingerichteter Assistent die angebundenen Quellen auswertet und die relevanten Informationen im Kontext der Anfrage bereitstellt.
Individuelle Assistenten für unterschiedliche Aufgaben
Die technologische Grundlage bildet der AURA Cognitive Core, der als zentrale Intelligenz- und Sicherheitsschicht Informationen aus angebundenen Quellen zusammenführt, Anfragen verarbeitet und die festgelegten Rollen und Berechtigungen berücksichtigt. Neben strukturierten Daten aus operativen Systemen lassen sich maschinenlesbare Dokumente, Arbeitsanweisungen oder Systemmeldungen einbeziehen. Diese Wissensbasis können Unternehmen selbstständig erweitern, ohne für jede neue Quelle ein umfangreiches IT-Projekt aufsetzen zu müssen.
Darauf aufbauend lassen sich Assistenten für unterschiedliche Aufgaben und Nutzerrollen einrichten. Unternehmen bestimmen, auf welche Informationen sie zugreifen dürfen, wer sie nutzen kann und in welcher Form die Antworten ausgegeben werden. So erhalten Mitarbeitende im Lager andere Informationen als etwa die Schichtleitung, der Service oder die Administration. Neben EVA und LYDIA Voice kann auch Microsoft Copilot als Zugangskanal angebunden werden, sodass die Assistenten innerhalb einer bestehenden Microsoft-Umgebung verfügbar sind.
Operative Systeme direkt ansprechbar machen
Conversation Intelligence geht über die Suche in Dokumentationen und hinterlegtem Unternehmenswissen hinaus. Über standardisierte Schnittstellen erschließt der AURA Communicator auch Informationen aus operativen Systemen, sodass sich beispielsweise Bestände, Lagerplätze, Auftragsstatus oder aktuelle Prozesszustände aus Warehouse-Management-Systemen in natürlicher Sprache abfragen lassen. Darüber hinaus können Lagerautomatisierungssysteme, Shuttle-Lösungen, Fahrerlose Transportsysteme und einzelne Automatikkomponenten ebenso angebunden werden wie Anwendungen für Dokumentation, Wissensmanagement oder Ticketing. Auch vorhandene Drittsysteme lassen sich einbeziehen, ohne die bestehende Systemlandschaft ersetzen zu müssen, wobei die jeweiligen Anwendungen weiterhin die führenden Systeme für die operativen Prozesse bleiben. Nutzende können dadurch nicht nur ermitteln, wo ein bestimmter Artikel lagert, sondern auch nachvollziehen, weshalb ein Auftrag nicht weiterverarbeitet wird. Bei einer technischen Störung lässt sich zugleich prüfen, ob bereits ein Ticket oder eine passende Arbeitsanweisung vorliegt. Informationen, die zuvor über mehrere Anwendungen hinweg gesucht werden mussten, stehen damit unmittelbar im jeweiligen Prozesskontext zur Verfügung.
Sicherer Informationszugriff im Unternehmensumfeld
Rollenbasierte Berechtigungen stellen sicher, dass Nutzende ausschließlich die für ihre Aufgaben freigegebenen Inhalte erhalten, während Unternehmen festlegen können, welche Quellen und Systeme ein Assistent ansprechen darf. Die erforderliche Sicherheitsarchitektur stellt der Cognitive Core bereit, der die Anwendung unter anderem vor Manipulationsversuchen wie Prompt Injection schützt. Der direkte Informationszugriff entlastet zugleich operative Beschäftigte und die Schichtleitung, weil wiederkehrende Fragen zu Beständen, Prozesszuständen oder Arbeitsanweisungen nicht mehr über einzelne Fachpersonen geklärt werden müssen. Die natürlichsprachliche Interaktion erleichtert außerdem den Zugang zu komplexen Systemlandschaften und reduziert durch die Unterstützung von mehr als 60 Sprachen Sprachbarrieren in internationalen Teams.
Zusammenhänge über Systemgrenzen hinweg erkennen
In einer nächsten Entwicklungsstufe soll der Cognitive Core strukturierte operative Daten noch umfassender mit unstrukturierten Informationen in Beziehung setzen. Mithilfe von Graphdatenbanken könnten aktuelle Systemzustände dann mit vorhandenen Tickets und technischen Dokumentationen sowie früheren Störungsfällen abgeglichen werden. Der AURA Communicator soll dadurch künftig nicht nur einzelne Statusinformationen ausgeben, sondern Zusammenhänge zwischen verschiedenen Quellen sichtbar machen und mögliche Handlungshinweise ableiten. Informationen müssen damit nicht mehr dort gesucht werden, wo sie gespeichert sind, sondern stehen in dem Moment zur Verfügung, in dem sie für eine Entscheidung oder den nächsten Prozessschritt benötigt werden.
