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Chinesischer Experte fordert weltweites Management von Gletscherrisiken nach tödlicher Lawine in Nepal

Chinesischer Experte fordert weltweites Management von Gletscherrisiken nach tödlicher Lawine in Nepal

Source: People’s Republic of China – State Council News in German

Ein chinesischer Experte hat eine verstärkte Überwachung von Gletscherrisiken und eine engere internationale Zusammenarbeit bei deren Management gefordert. Zugleich betonte er die Bedeutung von Untersuchungen auf Einzugsgebiets- und regionaler Ebene sowie einer besseren Governance der Kryosphäre.

Yao Tandong, Akademiemitglied der Chinesischen Akademie der Wissenschaften, sagte in einem Interview mit der China Media Group (CMG), die Kryosphäre, also das gefrorene Wassersystem der Erde einschließlich Gletschern, Eisschilden und Schneebedeckung, werde angesichts der zunehmenden globalen Erwärmung immer anfälliger.

Seine Äußerungen folgten auf die tödliche Schlammlawine vom 26. August in Nepal, die einen Eis- und Gesteinsabgang entlang der Grenze zwischen China und Nepal auslöste.

Nach Angaben der Weltorganisation für Meteorologie gibt es weltweit mehr als 275.000 Gletscher. Die beschleunigte globale Erwärmung hat in hoch gelegenen Bergregionen zu einem deutlichen Rückgang der Gletscher geführt. Gleichzeitig wachsen die Gletscherseen weiter und es entstehen ständig neue. Dadurch wird der Schutz der Gletscher immer dringlicher.

Yao sagte: „Diese Frage wird von Wissenschaftlern weltweit diskutiert. Zunächst sollte eine umfassende Untersuchung durchgeführt werden, um einen groben Überblick über die Risiken auf Einzugsgebiets- oder regionaler Ebene zu gewinnen. Anschließend sollte bewertet werden, wie gravierend die Risiken in den verschiedenen Gebieten und Einzugsgebieten sind. Wir müssen die künftigen Trends der Wechselwirkungen zwischen Eis, Wasser und Atmosphäre einschätzen und im Rahmen unserer Möglichkeiten insbesondere Gletscher mit extrem hohen Risiken überwachen.“

Die von Yao angesprochenen Wechselwirkungen zwischen den verschiedenen Sphären umfassen die Kryosphäre, Atmosphäre, Hydrosphäre, Lithosphäre, Anthroposphäre und Biosphäre. Sie bilden gemeinsam das Erdsystem und beeinflussen das Klima des Planeten. Der Anstieg der Temperaturen, der Rückgang der Gletscher und die zunehmende Häufigkeit extremer Wetterereignisse in den vergangenen Jahren stehen vor dem Hintergrund der globalen Erwärmung.

Zudem sagte Yao, die verstärkte Datenerhebung, die dynamische Überwachung und die Einrichtung von Frühwarnsystemen für Gletscher und Gletscherseen sowie eine vertiefte internationale Zusammenarbeit bei der Katastrophenprävention und -hilfe sollten oberste Priorität haben.

Im August 2024 erklärten die Vereinten Nationen den Zeitraum von 2025 bis 2034 zur Dekade der Maßnahmen für die kryosphärischen Wissenschaften. Ziel ist es, Forschung, Überwachung, Bildung und die öffentliche Aufklärung über die Veränderungen in der Kryosphäre voranzutreiben.

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