Source: Deutsche Nachrichten
Wie lässt sich ein Logistikstandort heute für die ersten E-Lkw ausrüsten, ohne in wenigen Jahren erneut planen und investieren zu müssen? Mit dieser Frage hat die Entratek GmbH bei Zukunft Transport 2026 in Hamburg ein skalierbares Energie- und Ladekonzept für Logistikunternehmen vorgestellt.
Im Video-Pitch zeigte Entratek, wie sich ein klassischer Logistikbetriebshof schrittweise zu einem Energie-Hub entwickeln kann: Photovoltaik erzeugt Energie am Standort, Batteriespeicher können Leistungsspitzen abfedern, Ladeinfrastruktur versorgt die Fahrzeuge und ein Energiemanagement koordiniert Erzeugung, Verbrauch, Speicher und Ladevorgänge.
In den Gesprächen mit Logistikunternehmen standen vor allem praktische Fragen im Mittelpunkt: Reicht der vorhandene Netzanschluss für die geplante E-Lkw-Flotte? Welche Ladeleistung wird tatsächlich benötigt? Wann ist ein Batteriespeicher sinnvoll? Und wie lässt sich die Infrastruktur mit der Flotte erweitern?
„Viele Logistiker beschäftigen sich inzwischen konkret mit den ersten E-Lkw. Die schwierigere Frage kommt unmittelbar danach: Wie muss ich meinen Standort heute vorbereiten, damit ich bei jedem weiteren Fahrzeug nicht wieder von vorne anfangen muss? Genau hier setzen wir an“, sagt Liweilan Ma, Projekt- und Partnermanagerin bei Entratek.
Aus dem Betriebshof wird ein Energie-Hub
Die Elektrifizierung verändert die Energieversorgung von Logistikstandorten grundlegend. Der Energiebedarf der Fahrzeuge wird künftig Teil der betrieblichen Stromversorgung und trifft auf bestehende Gebäudelasten, Photovoltaik sowie eine begrenzte Netzanschlussleistung.
Entratek betrachtet die E-Lkw-Elektrifizierung deshalb nicht nur als Ladeinfrastrukturprojekt, sondern als Energieprojekt für den gesamten Standort. Ausgangspunkt der Planung sind Flotte, Fahrprofil, Standzeiten, Energiebedarf und verfügbare Netzleistung.
Entscheidend ist dabei auch die Frage, wann geladen wird. Bei längeren Standzeiten kann Energie über einen größeren Zeitraum bereitgestellt werden. Bei kurzen Ladefenstern steigt dagegen der Leistungsbedarf deutlich.
Heute drei E-Lkw, morgen 20
Viele mittelständische Speditionen werden ihre Flotten schrittweise elektrifizieren. Wer heute bereits die komplette Infrastruktur für eine zukünftige Flotte installiert, bindet möglicherweise unnötig Kapital. Wer dagegen nur die ersten Fahrzeuge betrachtet, riskiert später kostspielige Umbauten.
Entratek verfolgt deshalb einen modularen Ausbauansatz: Nicht heute für die maximale Flotte von morgen überinvestieren – aber heute so planen, dass morgen nicht neu gebaut werden muss.
Ein technischer Baustein dieses Ansatzes ist das modulare Power Eagle X-Schnellladesystem. Bei der Split-Architektur werden zentrale Leistungsschränke und Ladepunkte voneinander getrennt. Die verfügbare Leistung kann dynamisch auf angeschlossene Fahrzeuge verteilt und später mit dem tatsächlichen Bedarf erweitert werden.
Auch Batteriespeicher sind nicht automatisch an jedem Standort erforderlich. Reichen Netzanschluss und Standzeiten aus, kann intelligentes Lastmanagement bereits eine wirtschaftliche Lösung ermöglichen. Bei begrenzter Netzleistung und kurzen Ladefenstern kann ein Speicher dagegen zusätzliche Leistung bereitstellen und Lastspitzen reduzieren.
„Entscheidend ist die wirtschaftlich passende Kombination aus Netzanschluss, Ladeinfrastruktur, Speicher und Energiemanagement – und ein Ausbaupfad, der zur Entwicklung der Flotte passt“, so Liweilan Ma.
E-Lkw-Depotcheck
Logistikunternehmen, die ihre ersten E-Lkw beschaffen oder ihre bestehende Elektroflotte erweitern, können ihren Standort gemeinsam mit Entratek auf einen möglichen Ausbaupfad prüfen.
Für eine erste Einschätzung reichen insbesondere Angaben zu Fuhrpark, geplanten E-Lkw, Fahrleistungen beziehungsweise Energiebedarf, Stand- und Abfahrtszeiten, Netzanschluss und Lastgang sowie vorhandener Photovoltaik.
Daraus lassen sich Ladebedarf, mögliche Netzengpässe und sinnvolle Ausbaustufen für Ladeinfrastruktur, Lastmanagement und gegebenenfalls Batteriespeicher ableiten.
