Source: Deutsche Nachrichten
Gemeinsam für die Wärmewende: In Eck bei Jetzendorf hat die Energiegenossenschaft Eck eG ihre Vision einer eigenen, regionalen Wärmeversorgung umgesetzt. ENERPIPE unterstützte das Projekt von der Planung bis zur Realisierung. Heute werden 32 Haushalte über ein modernes Nahwärmenetz mit erneuerbarer Wärme aus regionalen Holzhackschnitzeln versorgt.
Was 2022 mit einer Idee bei einer Dorfrunde begann, wurde innerhalb weniger Jahre zu einem zukunftsorientierten Wärmeprojekt. Die Energiegenossenschaft Eck eG entwickelte gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern ein Konzept für eine unabhängige und nachhaltige Wärmeversorgung. Für die Planung und Umsetzung des Wärmenetzes wurde ENERPIPE als erfahrener Partner hinzugezogen. Projektleiter Andreas Haubner begleitete das Projekt von der Konzeption bis zur Fertigstellung.
Im April 2025 starteten die Bauarbeiten. Insgesamt verlegte ENERPIPE rund 1.642 Meter Wärmeleitungen: 992 Meter Hauptleitung und 650 Meter Hausanschlussleitungen. Zum Einsatz kam das bewährte FibreFLEX Rohrsystem, das durch seine flexible Handhabung und die effiziente Verlegung besonders für moderne Nahwärmenetze geeignet ist.
Eine besondere Aufgabe war die Leitungsverlegung entlang der Kreisstraße. Ein großer Teil der Trasse musste unter der viel befahrenen Straße realisiert werden. Durch eine sorgfältige Planung und koordinierte Bauausführung konnte die Maßnahme zügig umgesetzt und die Straße anschließend wieder hergestellt werden.
Erneuerbare Wärme aus der Region
Die Energieversorgung des Netzes erfolgt über zwei Hackschnitzelkessel mit jeweils 240 kW Leistung. Die eingesetzten Holzhackschnitzel stammen aus der Region. Damit setzt die Energiegenossenschaft konsequent auf einen regionalen und erneuerbaren Energieträger und macht sich gleichzeitig unabhängiger von fossilen Brennstoffen und deren Preisschwankungen.
Für die angeschlossenen Gebäude kommt eine Übergabetechnik mit Pufferspeicher zum Einsatz. Sie ermöglicht eine bedarfsgerechte Wärmebereitstellung und unterstützt einen effizienten Betrieb des Wärmenetzes. Die Anlagen und das Netz können über die E-Control Visualisierung überwacht werden.
Der erste Haushalt wurde bereits am 23. September 2025 mit Wärme versorgt. Bis Mitte November waren alle 32 Anschlussnehmer an das Netz angeschlossen.
Bürgerengagement als Erfolgsfaktor
Neben der technischen Umsetzung zeichnet sich das Projekt vor allem durch das außergewöhnliche Engagement der Genossenschaftsmitglieder aus. Rund 4.750 Arbeitsstunden wurden von Projektteam und Mitgliedern geleistet. Eigenleistungen bei verschiedenen Arbeiten rund um das Projekt führten nach Angaben der Energiegenossenschaft zu erheblichen Kosteneinsparungen.
Auch bei der Stromversorgung setzt Eck auf erneuerbare Energien: Im November 2025 wurden zwei Photovoltaikanlagen installiert. Gemeinsam mit den PV-Anlagen auf den Gebäuden im Ort soll damit künftig ein erheblicher Teil des benötigten Stroms regional erzeugt werden.
Durch die Umstellung der 32 Haushalte auf die Nahwärme können nach Angaben der Energiegenossenschaft künftig mehr als 100.000 Liter Heizöl pro Jahr eingespart werden. Gleichzeitig wird die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern reduziert und die regionale Wertschöpfung gestärkt.
Für ENERPIPE zeigt das Projekt in Eck beispielhaft, wie eine nachhaltige Wärmeversorgung im ländlichen Raum erfolgreich umgesetzt werden kann: Eine engagierte Bürgergemeinschaft, regionale Energieträger und eine technisch durchdachte Netzinfrastruktur bilden die Grundlage für eine zukunftsfähige Wärmeversorgung.
Projektdaten:
Betreiber: Energiegenossenschaft Eck eG
Standort: 85305 Jetzendorf-Eck
Anschlussnehmer: 32 Haushalte
Baubeginn: April 2025
Trassenlänge: 1.642 m
Rohrsystem: FibreFLEX
Wärmeerzeugung: 2 × 240 kW Holzhackschnitzelkessel
Übergabetechnik: mit Pufferspeicher
Netzvisualisierung: E-Control Standard
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