Source: Deutsche Nachrichten
Hygienics-Linie kombiniert Edelstahlgetriebemotoren und HYGIENIC-Frequenzumrichter für Lebensmittel-, Pharma- und Kosmetikindustrie
Wo täglich mit Hochdruck gereinigt wird, gelten für Antriebstechnik besondere Anforderungen. In der Lebensmittel-, Pharma- und Kosmetikindustrie müssen Maschinen und Anlagen nicht nur zuverlässig produzieren, sondern sich ebenso zuverlässig und hygienisch reinigen lassen. Wasser, Reinigungsmittel, hohe Temperaturen und wiederkehrende Hochdruckreinigung stellen dabei hohe Anforderungen an Motoren, Getriebe, Frequenzumrichter und deren mechanische Schnittstellen.
Mit seiner Hygienics-Linie bietet MSF-VATHAUER Antriebstechnik Lösungen, die speziell auf diese anspruchsvollen Einsatzbedingungen ausgelegt sind. Zum Portfolio gehören Edelstahlgetriebemotoren aus AISI 304 und AISI 316L sowie Hygienics-Frequenzumrichter in Edelstahl mit Schutzart bis IP69K.
Das Ziel: Antriebstechnik, die auch dann zuverlässig funktioniert, wenn eine Anlage regelmäßig intensiv gereinigt und desinfiziert wird.
Hygiene beginnt beim Antrieb
In hygienekritischen Produktionsbereichen reicht es nicht aus, einzelne Komponenten mit einer hohen Schutzart auszustatten. Das gesamte Antriebskonzept muss auf die Anforderungen der Anwendung abgestimmt sein.
Konstruktion, Materialauswahl, Oberflächen, Geometrien, Abdichtungen und elektrische Komponenten müssen so ausgelegt werden, dass sich möglichst wenig Schmutz und Feuchtigkeit ansammeln können und die regelmäßige Reinigung nicht zur Schwachstelle der Anlage wird.
Genau hier setzt MSF-VATHAUER mit seinem Hygienics-Konzept an.
„In einer hygienekritischen Anlage ist der Antrieb kein Bauteil, das man bei der Betrachtung der Hygiene einfach ausklammern kann. Er ist Bestandteil des Gesamtsystems und muss die gleichen Anforderungen erfüllen wie die übrige Maschine“, erklärt Dr. Marc Vathauer, Geschäftsführer von MSF-VATHAUER Antriebstechnik.
Edelstahl dort, wo es darauf ankommt
Ein zentraler Bestandteil der Hygienics-Linie sind Edelstahlgetriebemotoren.
Je nach Einsatzgebiet stehen Ausführungen aus AISI 304 beziehungsweise AISI 316L zur Verfügung. Die verwendeten Werkstoffe sind insbesondere für Anwendungen interessant, bei denen Korrosionsbeständigkeit, Reinigbarkeit und eine robuste Ausführung gefragt sind.
Dabei geht es nicht ausschließlich um das Material selbst. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Werkstoff, Konstruktion und Anlagenumgebung.
Bei der Entwicklung hygienegerechter Antriebslösungen wird deshalb darauf geachtet, unnötige Kanten, schwer zugängliche Bereiche und potenzielle Schmutzansammlungen zu vermeiden.
Das reduziert potenzielle Hygienerisiken und erleichtert die Reinigung der Anlage.
Besonders anspruchsvoll sind Anwendungen mit regelmäßiger Hochdruck- und Heißwasserreinigung.
Die Hygienics-Lösungen von MSF-VATHAUER können entsprechend der jeweiligen Anwendung mit IP69K-Schutz ausgeführt werden. Damit steht eine Antriebslösung für Einsatzbereiche zur Verfügung, in denen Komponenten während des Reinigungsprozesses hohen Belastungen durch Wasser und Druck ausgesetzt sind.
Für Betreiber hygienischer Produktionsanlagen ist dies ein wichtiger Faktor: Die regelmäßige Reinigung soll die Lebensdauer und Verfügbarkeit der Antriebstechnik nicht unnötig beeinträchtigen.
„Die Reinigung gehört bei vielen unserer Kunden zum normalen Produktionsprozess. Deshalb muss ein Antrieb nicht nur während der Produktion zuverlässig arbeiten, sondern auch die wiederkehrenden Reinigungszyklen dauerhaft verkraften“, so Dr. Marc Vathauer.
Hygienic-Frequenzumrichter in Edelstahl
Nicht nur der Motor muss den Umgebungsbedingungen standhalten. Auch der Frequenzumrichter ist ein wichtiger Bestandteil des Gesamtsystems.
MSF-VATHAUER bietet deshalb Hygienic-Frequenzumrichter, die auf den Einsatz in hygienekritischen Bereichen abgestimmt werden können. Die Frequenzumrichter können je nach kundenwusch voreingestellt oder mit konfektionierten Leitungen ausgeliefert werden.
Damit lässt sich der Ansatz der Hygienics-Linie konsequent fortführen: Motor, Getriebe und Frequenzumrichter werden nicht isoliert betrachtet, sondern als Bestandteile einer durchgängigen Antriebslösung.
Das ermöglicht insbesondere bei dezentralen Maschinenkonzepten interessante Lösungen, bei denen Antriebselektronik möglichst nah an der Maschine installiert werden soll.
Weniger Schmutznester – mehr Reinigbarkeit
Ein wesentliches Ziel hygienegerechter Konstruktionen ist es, Bereiche zu vermeiden, in denen sich Schmutz, Produktreste oder Feuchtigkeit dauerhaft sammeln können.
Denn nicht nur die Frage „Ist ein Bauteil wasserdicht?“ ist entscheidend. Ebenso wichtig ist die Frage, wie gut sich eine Komponente reinigen lässt und ob sie nach der Reinigung schnell wieder abtrocknen kann.
Die Hygienics-Linie von MSF-VATHAUER berücksichtigt deshalb neben der Schutzart auch die Anforderungen an eine möglichst hygienische Gestaltung.
Für Anlagenbauer kann dies bereits bei der Konstruktion Vorteile bringen: Antriebskomponenten lassen sich gezielt in das hygienische Gesamtdesign einer Maschine integrieren.
Für Fördertechnik, Abfüllung und Verpackung
Typische Einsatzbereiche finden sich überall dort, wo Produkte hygienisch verarbeitet, transportiert, abgefüllt oder verpackt werden. Beispielsweise in der fleischverarbeitenden und fischverarbeitenden Industrie, in der Milchverarbeitenden Produktion, in Bäckerein, in Konditorrein, in der Pharamindustrie oder in der Medizinbranche.
Individuell konfigurierbar statt Lösung von der Stange
Trotz standardisierter Produktplattformen sind die Anforderungen in hygienischen Produktionsumgebungen häufig sehr unterschiedlich.
Ein Förderband benötigt andere Antriebseigenschaften als eine Abfüllanlage. Unterschiedliche Drehzahlen, Drehmomente, Einbausituationen, Kommunikationsschnittstellen und Motorleistungen erfordern entsprechend abgestimmte Lösungen.
MSF-VATHAUER setzt deshalb auf individuell konfigurierbare Antriebssysteme.
So kann die Antriebslösung auf die konkrete Anwendung abgestimmt werden, ohne bei jeder Aufgabenstellung eine vollständige Neuentwicklung durchführen zu müssen.
Diese Kombination aus standardisierten technischen Plattformen und individueller Konfiguration ermöglicht eine wirtschaftliche Umsetzung auch bei speziellen Anforderungen.
Bestehende Antriebe ersetzen und modernisieren
Die Hygienics-Linie richtet sich nicht ausschließlich an Neubauprojekte.
Ein weiterer Anwendungsfall ist der Austausch bestehender Antriebslösungen. Gerade bei älteren Produktionsanlagen stellt sich für Betreiber regelmäßig die Frage, ob ein vorhandener Getriebemotor oder Frequenzumrichter durch eine moderne, hygienegerechte Alternative ersetzt werden kann.
MSF-VATHAUER unterstützt Kunden dabei, bestehende Antriebssituationen technisch zu bewerten und geeignete Alternativen zu kalkulieren.
Dabei können unter anderem Leistung, Drehzahl, Drehmoment, Einbausituation und elektrische Schnittstellen berücksichtigt werden.
„Viele Kunden kommen mit einer sehr konkreten Frage zu uns: Wir haben diesen Antrieb im Einsatz – gibt es dafür eine moderne Alternative in Edelstahl? Genau solche Anfragen können wir technisch bewerten und gemeinsam mit dem Kunden eine passende Lösung erarbeiten“, sagt Dr. Marc Vathauer.
Damit eignet sich die Hygienics-Linie sowohl für neue Maschinenkonzepte als auch für Retrofit- und Modernisierungsprojekte.
Über MSF-VATHAUER Antriebstechnik
MSF-VATHAUER Antriebstechnik GmbH & Co. KG ist ein familiengeführtes Technologieunternehmen mit Sitz in Detmold und entwickelt seit 1978 Lösungen für die elektrische Antriebstechnik, dezentrale Automatisierung und industrielle Elektronik.
Das Unternehmen entwickelt und produziert unter anderem Frequenzumrichter, dezentrale Antriebssysteme, Motorsteuerungen, elektronische Baugruppen sowie kundenspezifische Antriebs- und Automatisierungslösungen.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Verbindung von Antriebstechnik, Elektronik, Software und Kommunikation. Durch eigene Entwicklungs- und Fertigungskapazitäten sowie ein eigenes EMV-Labor kann MSF-VATHAUER kundenspezifische Projekte von der ersten Idee über Prototypen und Validierung bis zur Serienproduktion begleiten.
Mit der Hygienics-Linie bietet das Unternehmen speziell auf hygienekritische Anwendungen abgestimmte Antriebslösungen, unter anderem für die Lebensmittel-, Pharma- und Kosmetikindustrie.
