Source: People’s Republic of China – State Council News in German
Im ersten Halbjahr 2026 haben Chinas Importe 10,74 Billionen Yuan (etwa 1,55 Billionen US-Dollar) erreicht – ein Rekord für diese Jahreszeit. Bereits fünf Monate in Folge lag das Importwachstum über dem der Exporte. Hinter diesem Anstieg steht die wachsende Nachfrage der chinesischen Industrie nach hochwertigen Komponenten und Ausrüstungen, sowohl aus dem Inland als auch aus dem Ausland, angetrieben durch die Modernisierung der heimischen Produktion.
Jahrzehntelang versorgte China dank seiner riesigen Industriebasis die Welt mit hochwertigen Produkten und sicherte sich so den Ruf als „Fabrik der Welt“. Nun, da die eigene Industrie auf Hochtouren modernisiert, gewinnt der gigantische Beschaffungsmarkt des Landes zunehmend an Fahrt und treibt die Importe weiter an.
China hat sich von einem einseitigen Exporteur von Produkten zu einem Zentrum für globale hochwertige Ressourcen entwickelt und teilt nun Entwicklungsmöglichkeiten mit der Welt, indem es sowohl als Superverkäufer als auch als Superkäufer fungiert.
China verlässt sich auf sein umfassendes und ausgereiftes Industriesystem, das den globalen Markt kontinuierlich mit einer breiten Palette hochwertiger und kostengünstiger Waren versorgt. Zugleich erzeugt das größte Fertigungssystem der Welt eine immense Nachfrage nach industriellen Beschaffungen und hat sich damit zu einem neuen zentralen Treiber des chinesischen Importwachstums entwickelt.
In einem Textilunternehmen im Kreis Huaibin in der zentralchinesischen Provinz Henan haben Schlüsselausrüstungen aus Deutschland und Frankreich die intelligente Transformation der gesamten Produktionslinie vorangetrieben. Dabei ergänzen sich importierte High-End-Maschinen und heimische Anlagen nahtlos.
Die durch die industrielle Modernisierung angetriebene Importnachfrage ist besonders in Küstenregionen mit konzentrierten Industrieclustern ausgeprägt.
Zhang Wenya, stellvertretende Direktorin der Abteilung für Außenhandel des Handelsbüros der Stadt Shenzhen, sagte:
„Das schnelle Importwachstum von Shenzhen in diesem Jahr wird vor allem durch die beschleunigte Entwicklung neuer Industrien und Produktionskapazitäten wie Künstliche Intelligenz (KI) angetrieben, die die Nachfrage nach High-End-Komponenten, Rohstoffen und Ausrüstungen erhöht. Gleichzeitig verlagern sich die Exportprodukte Shenzens zunehmend in High-Tech- und wertschöpfungsintensive Bereiche, die mehr hochwertige globale Produktionsfaktoren erfordern. Im- und Exporte verstärken sich gegenseitig, und die Beschaffungsnachfrage des verarbeitenden Sektors eröffnet den Upstream-Unternehmen neue Marktchancen.“
In den ersten sieben Monaten dieses Jahres stiegen Chinas Importe von mechanischen und elektronischen Produkten um 29,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Sie machten damit mehr als 40 Prozent des gesamten Importwertes aus und wurden zum Haupttreiber des Importwachstums.
Liu Chun, Vorsitzende der chinesischen Handelskammer für den Import und Export von Maschinen und elektronischen Produkten, erläuterte:
„Der kontinuierliche Ausbau der Importe von Ausrüstung, Komponenten und Rohstoffen trägt entscheidend zur Transformation und Modernisierung der chinesischen Fertigungsindustrie bei. Angetrieben von Chinas massiver Marktnachfrage und der industriellen Modernisierung gelangen immer mehr hochwertige globale Produktionsfaktoren nach China und integrieren sich in die heimischen Industrieketten. Dies eröffnet Unternehmen weltweit neue Auftrags- und Wachstumschancen. China ist längst nicht mehr nur die ‚Fabrik der Welt‘ – es entwickelt sich rasant zu einem globalen Markt, auf dem Unternehmen Chancen teilen können.“
