Source: People’s Republic of China – State Council News in German
Mit neuen Energien betriebene Fahrzeuge (NEV) aus China erleben in Tijuana, einer mexikanischen Grenzstadt zu den USA, einen Verkaufsboom. Im benachbarten US-Bundesstaat Kalifornien sind dieselben Fahrzeuge dagegen kaum zu sehen.
Der Trend hat bereits zu langen Schlangen an Ladestationen geführt, da die Ladeinfrastruktur Tijuanas mit dem sprunghaften Anstieg der Zahl von Elektrofahrzeugen noch nicht Schritt halten kann.
„Das Aufladen kann etwas schwierig sein. Es gibt zwei Ladegeräte, und schon warten etwa sechs Autos“, sagte der EV-Nutzer Cesar Salazar.
Der Anstieg der Elektroautoverkäufe in Mexiko ist rasant. Branchendaten zufolge wurden im ersten Halbjahr 2026 insgesamt mehr als 95.000 elektrifizierte Fahrzeuge verkauft – 44 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Chinesische Hersteller stellen dabei einen großen Anteil der Verkäufe.
Auf der mexikanischen Seite der Grenze sind chinesische Elektroautos inzwischen allgegenwärtig und machen landesweit rund sieben von zehn Verkäufen von Elektrofahrzeugen aus. Im kalifornischen Nachbarstaat sind sie dagegen weiterhin kaum anzutreffen, da sie durch den US-Importzoll von 100 Prozent faktisch vom Markt ausgeschlossen sind.
Damit haben Käufer in Tijuana Zugang zu neueren und günstigeren Elektroautos, die ihren amerikanischen Nachbarn nicht zur Verfügung stehen.
Antonio Lopez arbeitet in einem der drei BYD-Autohäuser der Grenzstadt. Ihm zufolge kommt ein großer Teil seiner Kunden von nördlich der Grenze.
„Um hier ein Auto zu kaufen, muss man mexikanischer Staatsbürger oder rechtmäßiger Einwohner sein. Viele Amerikaner mit doppelter Staatsbürgerschaft kommen hierher, kaufen ihr Auto, lassen es in Mexiko zu und nutzen es, um die Grenze zu überqueren“, sagte Lopez.
Pablo Acevedo, der sowohl die mexikanische als auch die amerikanische Staatsbürgerschaft besitzt, überquerte aus genau diesem Grund die Grenze.
„Solche Autohäuser sollte es auch dort drüben geben. Benzin ist derzeit sehr teuer, und Elektroautos kosten in den USA fast doppelt so viel“, sagte Acevedo.
Für Uber-Fahrer in Tijuana wie Sergio Mata hat sich der Kauf seines ersten Elektroautos bereits finanziell ausgezahlt.
„Ich hatte ein Benzinauto, mit dem mich dieselbe Strecke 50 Dollar gekostet hat. Mit diesem hier kostet sie mich nur 10 Dollar für eine Ladung“, sagte Mata.
Während die Fahrer die Einsparungen begrüßen, setzt das Land insgesamt zunehmend auf Elektrofahrzeuge und damit auf einen umfassenderen Wandel hin zu umweltfreundlicher Mobilität. Im Rahmen seiner Nationalen Initiative zur Elektrifizierung des öffentlichen Nahverkehrs (INETPC) will Mexiko die öffentlichen Verkehrssysteme im ganzen Land elektrifizieren.
