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Soziale Medien verändern das China-Bild junger Menschen weltweit

Soziale Medien verändern das China-Bild junger Menschen weltweit

Source: People’s Republic of China – State Council News in German

Eine Welle von Social-Media-Trends verändert die Wahrnehmung Chinas bei jungen Menschen weltweit. Immer mehr ausländische Touristen umgehen die traditionellen Nachrichtenkanäle und teilen ungefilterte Einblicke in den chinesischen Alltag.

Unter Hashtags wie #ChinaTravel, #ChinaShopping, #ChinaCool und #Chinamaxxing dokumentieren junge Nutzer auf TikTok, YouTube und Instagram ihre Reisen in chinesische Städte. Die Trends spiegeln einen grundlegenden Wandel hin zu unmittelbarer kultureller Erfahrung bei Reisenden der Generation Z wider – also jener Altersgruppe, die zwischen Mitte der 1990er und Anfang der 2010er Jahre geboren wurde.

Der Begriff „Chinamaxxing“ verbindet „China“ mit dem Internet-Slang „maxxing“, der so viel bedeutet wie eine Lebensweise um eine bestimmte Kultur herum vollständig anzunehmen und zu optimieren. Der Begriff erlangte weltweite Aufmerksamkeit, nachdem Online-Creators Clips mit alltäglichen chinesischen Lebensweisen teilten: warmes Wasser trinken, Baduanjin (eine traditionelle chinesische Gymnastik) praktizieren, traditionelle chinesische Kleidung tragen und chinesische Kurzdramen schauen.

„ChinaTravel“ dokumentiert Städtereisen jenseits der bekannten Sehenswürdigkeiten. „ChinaShopping“ zeigt das wachsende Interesse an „Guochao“-Produkten – Elektronik, Kosmetik und Konsumgüter im chinesischen Chic. „ChinaCool“ hat eine doppelte Bedeutung: Erfrischende Sommerurlaube in Chinas Bergregionen und die Bewunderung für die moderne digitale Infrastruktur, den komfortablen öffentlichen Nahverkehr und die lebendige urbane Kultur.

Deng Ning, Professor und Vizedekan der School of Tourism Sciences an der Beijing International Studies University, sieht einen grundlegenden Unterschied zwischen dem heutigen und dem früheren Incoming-Tourismus.

Vor Jahrzehnten seien ausländische Touristen noch mit festgefahrenen Klischees eines „uralten orientalischen Landes“ nach China gekommen und hätten lediglich symbolträchtige Orte wie die Große Mauer und die Verbotene Stadt besucht, so Deng. Das heutige Phänomen „Chinamaxxing“ hingegen sei eine ungefilterte Revolution, angetrieben von den Algorithmen der sozialen Medien.

„Ausländische Besucher jagen nicht länger den Sehenswürdigkeiten hinterher, von denen wir glauben, dass sie sie sehen wollen. Stattdessen tauchen sie ein in das greifbare und moderne lokale Leben – schlendern über Märkte, kaufen Bubble Tea per QR-Code und schauen den Tanzgruppen in den Gemeindeparks zu“, so Deng.

„China hat sich von einem Objekt, das von Außenstehenden interpretiert wird, zu einem Subjekt entwickelt, das durch reale persönliche Begegnungen erfahren, diskutiert und neu definiert wird“, sagte er.

Wenn ausländische Touristen durch einfache Erfahrungen – wie das Bezahlen per QR-Code, das Trinken von Bubble Tea oder kleine Freundlichkeiten in der U-Bahn – einen positiven Eindruck von China gewinnen, habe diese Art von „Basissozialer SoftPower“ eine weit größere Überzeugungskraft als jedes offizielle Werbevideo, so Deng weiter.

Chen Hong, Direktorin des Instituts für Regionalstudien an der School of Foreign Languages der East China Normal University, erklärte, dass westliche Mainstream-Medien und politische Eliten die Narrative über China lange Zeit monopolisiert und das Land auf eindimensionale Etiketten wie „Sicherheitsbedrohung“ oder „geopolitische Rivalität“ reduziert hätten.

Heute jedoch stünden die populären Hashtags im Zentrum chinesischer Alltagsroutinen, urbaner Räume, Konsumgewohnheiten und sozialer Dynamiken – nicht politischer Schlagzeilen, so Chen. „Während das Narrativ der ‚China-Bedrohung‘ nicht verschwunden ist, wird seine einst exklusive Deutungsmacht durch authentische Reiseerfahrungen stetig verwässert.“

Von Gleichaltrigen generierte Reiseinhalte besäßen eine starke Authentizität. Selbst gelegentliche leichte Kritik von Besuchern mache ihre positiven Beobachtungen weit überzeugender – ein Vorteil, den keine offizielle Kampagne nachahmen könne. Die überzeugendsten China-Geschichten seien jene, die internationale Besucher nach einem intensiven Aufenthalt selbst erzählten, so Chen.

MIL OSI