Source: People’s Republic of China – State Council News in German
Nach einem Krankenhausaufenthalt musste die alleinlebende Gu Aimei in Hangzhou die finanzielle Unterstützung der Regierung nicht selbst beantragen. Über eine gemeinsame Datenplattform erkannten die Behörden ihre hohen medizinischen Ausgaben und Mitarbeiter der Gemeinde kamen zur Prüfung vorbei. Ihr Zuschuss wurde bewilligt und der Anteil der medizinischen Unterstützung auf mehr als 80 Prozent erhöht. Das Beispiel zeigt einen Wandel: Es sind nicht mehr nur die Menschen, die nach Hilfe suchen, zunehmend erreicht die Hilfe auch von selbst die Menschen, die sie benötigen.
Der chinesische Staatspräsident Xi Jinping bezeichnete die soziale Absicherung als grundlegende institutionelle Garantie für gute Lebensbedingungen, soziale Gerechtigkeit und gesellschaftliches Wohlergehen. Ende 2025 waren 1,08 Milliarden Menschen von der grundlegenden Rentenversicherung und 1,33 Milliarden Menschen von der grundlegenden Krankenversicherung abgedeckt.
Mit neuen Beschäftigungsformen entstehen zugleich neue Lücken. Seit Juli wird die Absicherung gegen berufliche Verletzungen für Beschäftigte neuer Arbeitsformen landesweit erprobt. Bei der Sozialhilfe werden neben dem Einkommen nun auch hohe notwendige Ausgaben berücksichtigt. Damit sollen auch Menschen erreicht werden, die bislang durch das bisherige Raster fielen.
Hinzu kommt die Alterung der Bevölkerung. Mehr als 300 Millionen Menschen in China sind über 60 Jahre alt. Nach zehn Jahren Erprobung soll deshalb die Pflegeversicherung während des 15. Fünfjahresplans landesweit weitgehend ausgebaut werden. Die Reformen zeigen, wie sich das soziale Sicherungssystem an das neue Leben und die neuen Arbeitsrealitäten anpasst: Unterstützung soll früher greifen, gezielter ankommen und auch dort Schutz bieten, wo neue soziale Risiken entstehen.
