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Chinas „Porzellanhauptstadt“ zieht nach UNESCO-Eintrag noch mehr Porzellanliebhaber an

Chinas „Porzellanhauptstadt“ zieht nach UNESCO-Eintrag noch mehr Porzellanliebhaber an

Source: People’s Republic of China – State Council News in German

Die Stadt Jingdezhen in der ostchinesischen Provinz Jiangxi, die bereits als weltweite „Porzellanhauptstadt“ bekannt ist, verzeichnet seit ihrer jüngsten Aufnahme in die UNESCO-Welterbeliste einen weiteren Zustrom von Touristen und Keramikkünstlern. Damit festigt die Stadt ihren Ruf als bedeutendes Kultur- und Kunstzentrum.

Die Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) nahm die „Stätten der handwerklichen Porzellanindustrie in Jingdezhen“ am 25. Juli auf der 48. Sitzung des Welterbekomitees in Busan in Südkorea in die Welterbeliste auf.

Bei den neu aufgenommenen Stätten handelt es sich um eine Reihe bedeutender Orte, die das weltweit renommierte System der handwerklichen Porzellanindustrie repräsentieren, das sich in Jingdezhen vom 10. bis zum 19. Jahrhundert entwickelte. In dieser malerischen Stadt wurde Porzellan von höchster Qualität hergestellt.

Das charakteristische blau-weiße Porzellan mit seinen filigranen Mustern entwickelte sich zu einem begehrten Handelsgut auf den Weltmärkten und gilt laut UNESCO als Symbol chinesischer Kultur und Kunstfertigkeit.

Schüler und Studenten aus ganz China kommen inzwischen nach Jingdezhen, um die Herstellung von Porzellan selbst zu erleben und von Meistern ihres Fachs zu lernen. Auch die Zahl der Menschen, die sich nach Studienreisen rund um das Thema Porzellan erkundigen und dafür anmelden, nimmt zu.

„Im Juli ist die Zahl der Teilnehmer an unseren Bildungsprogrammen im Vergleich zum Vorjahr um 80 Prozent gestiegen. Auch unser Kundenstamm hat sich erweitert“, sagte Fu Yao, Direktorin des Internationalen Bildungsreisezentrums des Jingdezhen International Ceramic Trade Center.

Die Anziehungskraft Jingdezhens beschränkt sich jedoch nicht auf Kurzzeittouristen. Auch Porzellanliebhaber und renommierte Künstler aus aller Welt kommen in die Stadt. Viele von ihnen entscheiden sich sogar dafür, sich hier niederzulassen, um ihre handwerklichen Fähigkeiten weiterzuentwickeln.

Zu ihnen gehört Brian Kakas, ein Kunstprofessor aus den USA. Er hält sich bereits seit drei Monaten in Jingdezhen auf und plant, seinen Aufenthalt um mehrere Wochen zu verlängern, um sein Wissen zu vertiefen und einen intensiveren Austausch zu erleben.

„Ich bin hierhergekommen, um mehr über das Material zu lernen, mich mit den verschiedenen Möglichkeiten seiner Herstellung und Verarbeitung vertraut zu machen und mein eigenes handwerkliches Können sowie mein Verständnis von Ton zu verbessern. Genauso wichtig ist es mir aber, von der Tradition und von den Handwerkern und Kunsthandwerkern zu lernen“, sagte Kakas.

Andere haben sich in Jingdezhen verliebt und beschlossen, die Stadt zu ihrer Heimat zu machen. Der britische Künstler Guy Thompson lebt seit mehr als zwei Jahrzehnten in China. Als er Jingdezhen 2008 zum ersten Mal besuchte, war er sofort vom einzigartigen Charme der Künstlerstadt fasziniert.

Im Laufe der Jahre hat er seine handwerklichen Fähigkeiten deutlich verbessert. Gleichzeitig florierte auch sein Porzellandesign-Unternehmen.

„Jingdezhen ist wahrscheinlich der beste Ort der Welt, um zu lernen, wie man Porzellan herstellt. Hier gibt es Zugang zu so vielen Porzellanmeistern, dass Menschen mit sehr wenig Vorkenntnissen hierherkommen und anfangen können zu lernen. Deshalb sind wir hierhergekommen, und unsere Erfahrungen im Laufe der Jahre waren wirklich sehr gut“, sagte er.

MIL OSI