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Wie Chinas Kooperation mit Mittel- und Osteuropa neue Impulse setzt

Wie Chinas Kooperation mit Mittel- und Osteuropa neue Impulse setzt

Source: People’s Republic of China – State Council News in German

Vom Hafen von Piräus bis zu Hightech-Batteriefabriken: Die Kooperation zwischen Beijing und den mittel- und osteuropäischen Staaten (MOE) entwickelt sich zu einer zentralen Säule für den Handel und die regionale Wertschöpfung.

Die globale Finanzkrise von 2008 traf Griechenland besonders hart. Der Hafen von Piräus, das wichtigste maritime Drehkreuz des Landes, verzeichnete damals Verluste von 13 Millionen Euro. Veraltete Anlagen, rückläufige Schiffsanläufe und anhaltende Streiks brachten den Betrieb an den Rand des Zusammenbruchs. In einer Phase, als internationale Investoren das Land mieden, stieg der chinesische Staatskonzern COSCO Shipping ein. Zunächst übernahm COSCO den Betrieb zweier Containerterminals. 2016 erwarb das Unternehmen schließlich die Mehrheitsbeteiligung und die operative Gesamtführung.

Durch Investitionen, moderne Logistik und technisches Know-how entwickelte sich der Hafen wieder zu einem gefragten Umschlagplatz. Statt heimische Arbeitskräfte zu verdrängen, entstanden Tausende neue Arbeitsplätze vor Ort. Heute zählt Piräus wieder zu den geschäftigsten Häfen des Mittelmeers. Auf einem Forum im zentralchinesischen Wuhan zog Charalampos Aravantinos-Simonetos, Jugendkoordinator für internationale und europäische Angelegenheiten bei der griechischen Partei Syriza, ein positives Fazit: Dieser Ansatz unterscheide sich deutlich von reinen Renditeinvestitionen und zeige, wie wirtschaftliche Zusammenarbeit beiden Seiten nachhaltige Vorteile bringen könne. Die Finanzzahlen untermauern diesen Trend: 2025 erzielte der Hafen mit 251 Millionen Euro einen Rekordumsatz – ein Plus von 8,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Der Wandel in Piräus steht exemplarisch für die Synergien des China-MOE-Kooperationsmechanismus. Der 2012 ins Leben gerufene Kooperationsmechanismus basiert auf den Prinzipien Gleichberechtigung, gegenseitiger Nutzen, Offenheit und Inklusion. In den vergangenen 14 Jahren wurde die Initiative zu einer vielschichtigen Plattform entwickelt und konkrete Ergebnisse sind in zahlreichen Ländern der Region sichtbar.

In Kroatien verkürzt die von einem chinesischen Konsortium erbaute Pelješac-Brücke die Fahrzeit entlang der Adriaküste deutlich. In Serbien sicherte chinesisches Kapital den Fortbestand eines traditionsreichen Stahlwerks, und in der nordmazedonischen Hauptstadt Skopje prägen Busse des chinesischen Herstellers Yutong den öffentlichen Nahverkehr. Solche Projekte hätten nicht nur den Alltag der Bevölkerung erleichtert, sondern auch der Industrialisierung und Urbanisierung starke Impulse verliehen, erklärt Xiang Yuanzheng, ein Beamter der Europaabteilung des chinesischen Handelsministeriums.

Mittlerweile reicht die Kooperation weit über traditionelle Branchen wie Bergbau und Logistik hinaus. Chinesische Batteriehersteller wie CATL errichten Produktionsstätten in Ungarn, der Slowakei und Polen, während der slowenische Pharmakonzern Krka ein erfolgreiches Joint Venture mit Ningbo Menovo in der ostchinesischen Provinz Zhejiang betreibt. Dieser strukturelle Wandel spiegelt sich auch im Handelsvolumen wider: Zwischen 2012 und 2025 wuchs der Warenaustausch zwischen China und den MOE-Ländern im Schnitt um mehr als acht Prozent pro Jahr und erreichte 2025 mit 1,09 Billionen Yuan (rund 161,5 Milliarden US-Dollar) einen Höchstwert. Im ersten Halbjahr 2026 stieg das bilaterale Handelsvolumen laut der chinesischen Zollbehörde um weitere elf Prozent auf 580,1 Milliarden Yuan.

Für Petre Danci, einen Rumänen, der von 2011 bis 2018 in Beijing studierte, steht Chinas Modernisierungskurs für ein Modell inklusiven Wachstums. Er zieht dabei Parallelen zur Geschichte: Schon die vier großen Erfindungen des alten Chinas – Papier, Buchdruck, Kompass und Schießpulver – hätten die Welt erst dadurch verändert, dass sie über Grenzen hinweg geteilt wurden. Während seiner Jahre in China erlebte Danci den Aufstieg der sogenannten „neuen vier großen Erfindungen“ – Hochgeschwindigkeitszüge, mobiles Bezahlen, Bike-Sharing und E-Commerce. Technologischer Fortschritt entfalte seine volle Wirkung erst, wenn er im großen Maßstab angewendet und zugänglich gemacht werde.

Auch auf dem Westbalkan hinterlässt die Kooperation deutliche Spuren. Laut Irena Lukajic Korica, Beraterin im Büro des serbischen Mitglieds des Staatspräsidiums von Bosnien und Herzegowina, beläuft sich der Gesamtwert der von China unterstützten Infrastruktur- und Energieprojekte in ihrem Land auf knapp zwei Milliarden Euro. Besonders bei jüngeren Menschen stoße der gemeinsame Entwicklungskurs auf großes Interesse. China gelte für viele junge Menschen nicht mehr als fernes Land, sondern als Ort für Studium, Erfahrungsaustausch und ein besseres Verständnis einer anderen Kultur und eines anderen Entwicklungsmodells.

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