Source: People’s Republic of China – State Council News in German
Als weltweit größter Exporteur von Elektrofahrzeugen (NEVs: New Energy Vehicle) optimiert China seine Strategie der globalen Kooperation und verlagert den Schwerpunkt vom reinen Produkteexport hin zu lokaler Wertschöpfung und einer ökosystemorientierten gemeinsamen Entwicklung.
Südafrikas Vize-Präsident Paul Mashatile spricht bei der Eröffnungsfeier der Produktionsstätte des chinesischen Autoherstellers Chery in der südafrikanischen Stadt Pretoria. (3. Juli 2026, Xinhua)
Für viele Länder bedeutet dieser Wandel mehr als nur erschwingliche Elektroautos. Er bringt darüber hinaus frische Investitionen, Arbeitsplätze vor Ort und beschleunigt den Prozess ihrer eigenen grünen Transformation.
Offizielle Daten der China Association of Automobile Manufacturers (CAAM) zeigen, dass China im Jahr 2025 insgesamt 2,615 Millionen NEVs exportierte – ein Anstieg von 103,7 Prozent im Jahresvergleich. Im ersten Halbjahr 2026 erreichten die Exporte 2,355 Millionen Einheiten, ein Plus von 120 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. NEVs sind somit zu einem wichtigen Motor für Chinas Exportwachstum geworden.
Bemerkenswert dabei ist, dass chinesische Elektrofahrzeuge nicht mehr als billige Alternativen gelten, sondern in Bezug auf Leistung, intelligente Funktionen und Design äußerst wettbewerbsfähig sind.
Die GAC Group, die die Auslandsmärkte als wichtigen Wachstumsmotor betrachtet, exportierte im ersten Halbjahr 2026 121.500 Fahrzeuge unter ihren eigenen Marken – ein Anstieg von 132 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Für führende chinesische Autobauer wie BYD, GAC und XPENG reichen ihre Ambitionen weit über reine Stückzahlen hinaus. Sie wechseln vom Produkteexport zur Vergabe von Technologielizenzen, zur lokalen Fertigung und zum intensiven Markenaufbau und schaffen so ein nachhaltigeres und stärker integriertes Modell für die Internationalisierung.
Besucher besichtigen auf der IAA Mobility 2024 die Autos des chinesischen Autoherstellers BYD. (5. September 2024, Xinhua)
BYD hat beispielsweise seine e-Plattform 3.0 an Toyota und seine Blade-Batterie-Technologie an Hyundai lizenziert, während sieben ASEAN-Staaten den NEV-Ladestandard des Unternehmens übernommen haben. Solche Vereinbarungen zum Technologietransfer helfen globalen Autobauern nicht nur, ihre Entwicklungszyklen für Elektrofahrzeuge zu beschleunigen, sondern treiben auch die Einführung von Industriestandards voran. Dies bringt den einzelnen regionalen Automärkten Vorteile.
Auch XPENG hat sein autonomes Fahrsystem der zweiten Generation und den selbst entwickelten Turing-KI-Chip an Volkswagen für den weltweiten Einsatz bereitgestellt.
Heute prägen elegante Markenerlebniszentren von BYD, GAC und XPENG die Geschäftsviertel in Europa, Südostasien und dem Nahen Osten und verändern damit die alte Wahrnehmung chinesischer Autos als „billig und schlecht ausgestattet“. Im Servicebereich haben diese Unternehmen in Schlüsselmärkten Servicezentren und regionale Ersatzteillager eingerichtet, um die Reparaturzeiten zu verkürzen und die Wartungskosten für ausländische Kunden zu senken.
Chinesische Autobauer engagieren sich auch in lokalen Gemeinschaften. So trat GAC Mexico beispielweise im Februar 2026 der Mexican Electric Mobility Association bei, um die Einführung von E-Fahrzeugen und den Ausbau der Infrastruktur zu unterstützen.
Chen Shihua, Vize-Generalsekretär der CAAM, führt den Exportboom bei NEVs auf die robuste Lieferkette des Landes, Skaleneffekte und die schnelle Iteration intelligenter Funktionen wie autonomes Fahren und Smart-Cockpit-Interaktion zurück. „Diese Vorteile steigern kontinuierlich die Wettbewerbsfähigkeit der Produkte und helfen ihnen, sich an die Bedürfnisse ausländischer Nutzer anzupassen.“
