Source: Deutsche Nachrichten
Barcodes und QR-Codes sind aus der Intralogistik nicht wegzudenken. Sie ermöglichen eine schnelle und sichere Identifikation von Material und Bewegung direkt im SAP-System. In der Praxis gibt es jedoch immer wieder Informationen, die nicht als Barcode vorliegen, sondern nur als gedruckter Klartext – etwa auf Labels, Verpackungen oder Begleitdokumenten, wie typischerweise die Bestellnummer auf dem Lieferschein. Genau hier ergänzt OCR (Optical Character Recognition) die klassische Datenerfassung.
Was OCR im Lager bedeutet
OCR steht für optische Texterkennung. In der Intralogistik geht es dabei nicht um das Auslesen kompletter Dokumente, sondern um die gezielte Erfassung einzelner Textinformationen – ähnlich einem Scan. Für den Anwender fühlt sich das genauso an wie das Scannen eines Barcodes: Gerät ausrichten, auslösen, Wert übernehmen.
Typische Anwendungsfälle sind:
- Bestell- oder Auftragsnummern im Wareneingang, die nur als Text aufgedruckt sind
- Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) oder Herstellungsdatum auf Produkt- oder Gebindelabels in der Lebensmittelindustrie
- Chargen- und Seriennummern für Rückverfolgbarkeit und Qualitätssicherung
Diese Daten können so direkt im mobilen SAP-Prozess erfasst werden – ohne Abtippen, ohne Medienbruch.
Mehr Datenqualität im SAP-Prozess
Manuelle Eingaben gehören zu den häufigsten Fehlerquellen im Lager. OCR schließt diese Lücke und sorgt dafür, dass auch Klartextinformationen strukturiert, schnell und fehlerarm ins SAP-System gelangen. Das steigert nicht nur die Datenqualität, sondern beschleunigt Prozesse im Wareneingang, bei der Kommissionierung oder in der Qualitätssicherung.
Gezielte Erkennung mit Regeln statt Zufall
Damit OCR im Lager zuverlässig funktioniert, wird nicht „irgendein Text“ erkannt. Über Regeln und Muster (Regex) lässt sich genau definieren, welche Information in dem gewählten Feld gesucht wird – etwa ein Datumsformat, eine bestimmte Zahlenfolge oder ein bekannter Aufbau einer Chargennummer. Auch wenn mehrere Texte auf einem Label stehen, wird nur der relevante Wert übernommen. Für den Anwender bleibt der Prozess klar und geführt.
OCR auf mobilen Geräten: Scannen wie gewohnt. Optimal integriert in MSB.
Moderne Geräte von Zebra oder Honeywell unterstützen OCR sowohl über die integrierte Kamera als auch über den Scanner/Imager. Dadurch kann OCR im Lager wie ein Barcode-Scan genutzt werden. Über konfigurierte Scannerprofile wird gesteuert, wann Barcodes gelesen werden und wann OCR zum Einsatz kommt. In diesen Profilen sind auch die jeweiligen Erkennungsregeln hinterlegt.
Mit dem Mobisys Solution Builder (MSB) ist OCR nahtlos in die mobilen SAP-Prozesse integriert – ohne zusätzliche Tools oder komplexe Schnittstellen. Die Texterkennung lässt sich direkt aus der App heraus per Button anstoßen und nutzt die nativen Gerätefunktionen. MSB aktiviert automatisch das passende Scannerprofil für das gewählte Feld.
Das Ergebnis: Ein einheitlicher Scan-Prozess – unabhängig davon, ob die Information als Barcode oder als Klartext vorliegt. Der Anwender scannt wie gewohnt, das System übernimmt exakt den richtigen Wert. Gerade bei Anwendungen wie MHD‑Erfassung in der Lebensmittelbranche oder dem Scannen von Bestellnummern im Wareneingang zeigt sich der Mehrwert deutlich: schnellere Abläufe, weniger Fehler und eine durchgängige Integration in SAP.
Fazit
OCR ist kein Ersatz für Barcodes, sondern eine sinnvolle Erweiterung. Immer dann, wenn relevante Informationen nicht codiert verfügbar sind, ermöglicht OCR eine durchgängige, scanbasierte Datenerfassung im SAP-Umfeld. Für Bestandskunden bedeutet das mehr Flexibilität in bestehenden Prozessen, für Interessenten einen klaren Mehrwert: Klartextdaten lassen sich heute genauso einfach erfassen wie Barcodes – direkt in der mobilen Intralogistik.
