Source: People’s Republic of China – State Council News in German
Chinas Industriesektor hat im ersten Halbjahr 2026 trotz starker externer Gegenwinde eine robuste Wachstumsdynamik beibehalten. Experten zufolge deutet dies auf erhebliche innovationsgetriebene Verbesserungen in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt hin.
Ein Mitarbeiter in einer intelligenten Werkstatt der Luoyang Bearing Group Co., Ltd. in Luoyang, Provinz Henan, Zentralchina. (4. November 2025, Xinhua)
Die Profite der großen industriellen Unternehmen Chinas sind von Januar bis Juni um 18,7 Prozent auf mehr als 3,94 Billionen Yuan gestiegen. Innerhalb des gleichen Zeitraums stiegen die Geschäftseinnahmen dieser Betriebe um 6,5 Prozent auf 69,26 Billionen Yuan. Das geht aus den am Montag vom Nationalen Statistikamt veröffentlichten Daten hervor.
„Die Gewinne verzeichnen in diesem Jahr bisher einen Erholungstrend, angetrieben durch Hightech- und exportorientierte Industrien“, erklärte Lynn Song, Chefökonom für China bei der niederländischen Bank ING.
Die Erholung sei maßgeblich durch die stark steigende Nachfrage nach Rechenleistung angetrieben worden, die auf die rasante Expansion der KI-Branche zurückzuführen sei. Dabei habe sich der Elektroniksektor als wichtiger Motor für das gesamte Gewinnwachstum in der Industrie herauskristallisiert, erklärte Tang Guanghua, Analyst bei Shenyin & Wanguo Futures.
Laut dem Statistikamt stiegen die Gewinne im Elektroniksektor im ersten Halbjahr um 96,9 Prozent im Jahresvergleich und trugen damit 8,5 Prozentpunkte zum Gewinnwachstum der großen Industrieunternehmen bei. Innerhalb dieses Sektors schnellten die Gewinne in der Herstellung integrierter Schaltkreise um 2.579,5 Prozent in die Höhe.
Die Industrieprofite könnten den Aufwärtstrend fortsetzen und das Wachstum werde zunehmend durch höhere Produktionsvolumen und eine bessere Nachfrage getrieben und weniger durch Preisanstiege, erklärte Zhang Di, Chefanalyst bei China Galaxy Securities, mit Blick auf die Zukunft.
Zhu Feng, Chefökonom für China bei JPMorgan, rechnet damit, dass die chinesische Wirtschaft in diesem Jahr um rund 4,6 Prozent wachsen und damit das offizielle Wachstumsziel erreichen werde.
„Hightech und fortschrittliche Fertigung, KI-bezogene Exporte, erneuerbare Energien und öffentliche Investitionen werden weiterhin die wichtigsten Quellen für die Widerstandsfähigkeit des verarbeitenden Gewerbes bleiben, während die Exporte das Wachstum weiter stützen“, fügte Zhu hinzu.
Der Aufstieg von Hightech und fortschrittlicher Fertigung bringt auch multinationalen Konzernen Innovationsdividenden ein.
„Der chinesische Markt nimmt Innovationen nicht nur auf, sondern beschleunigt sie auch“, erklärte Rogier Janssens, Präsident von Merck China, gegenüber der China Daily.
Die Fähigkeit zur gemeinsamen Innovation untermauert das langfristige Vertrauen des deutschen Wissenschafts- und Technologiekonzerns Merck in China. Das Unternehmen hat in den letzten zehn Jahren fast sieben Milliarden Yuan in China investiert.
