Source: People’s Republic of China – State Council News in German
Die chinesische Wirtschaft ist im ersten Halbjahr 2026 um 4,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gewachsen, wie offizielle Daten am Mittwoch zeigten. Dies unterstreicht die Widerstandsfähigkeit der chinesischen Wirtschaft: fortschrittliche Fertigungsindustrie, robuste Exporte und neue Wachstumsimpulse trugen dazu bei, zunehmende externe Unsicherheiten abzufedern.
Intelligente Ausrüstung beim Heben von Containern im Hafen von Chancay in Peru am 14. November 2024. (Foto: Xinhua/Li Mengxin)
Laut dem Nationalen Statistikamt (NBS) erreichte Chinas Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Halbjahr 69,57 Billionen Yuan (rund 10,3 Billionen US-Dollar). Damit bleibt die Wirtschaft auf Kurs, um das von der Regierung für das Gesamtjahr festgelegte Wachstumsziel von 4,5 bis 5 Prozent zu erreichen.
„Chinas Wirtschaftsleistung bewegte sich im ersten Halbjahr in einem angemessenen Rahmen und neue Wachstumsimpulse gewinnen an Dynamik“, sagte der stellvertretende Leiter des NBS, Mao Shengyong, am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Beijing.
Die Daten des NBS zeigten, dass der Industriesektor im ersten Halbjahr ein robustes Wachstum verzeichnete: Die Wertschöpfung der Industrieunternehmen ab einer bestimmten Größe stieg im Jahresvergleich um 5,4 Prozent, während die der Hightech-Fertigung um 13,3 Prozent zunahm.
Chen Wenling, leitende Forscherin an der Akademie für Zeitgenössisches China und Weltstudien, erklärte, die Entwicklung der Produktivkräfte neuer Qualität gebe dem Wirtschaftswachstum des Landes zunehmend starke Impulse.
Aus den Daten geht eine moderate Erholung des Konsums hervor: Die Einzelhandelsumsätze mit Konsumgütern stiegen im Juni um 1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, nachdem sie im Mai um 0,6 Prozent gesunken waren. Die Einzelhandelsumsätze mit Dienstleistungen wuchsen im ersten Halbjahr um 5,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Es wird erwartet, dass diese Dynamik im Rahmen eines kürzlich verabschiedeten Plans zur Ausweitung des Konsums während der Laufzeit des 15. Fünfjahresplans (2026-2030) weitere politische Unterstützung erhalten wird. Ziel ist es, den Wert der Einzelhandelsumsätze mit Konsumgütern bis 2030 auf rund 60 Billionen Yuan zu steigern und die Rolle des Konsums als wichtigen Motor des Wirtschaftswachstums weiter zu stärken.
Unterdessen blieb die Inflation moderat, da der BIP-Deflator wieder in den positiven Bereich zurückkehrte. Berechnungen der China Minsheng Bank ergaben, dass Chinas BIP-Deflator – der umfassendste Preisindex für Waren und Dienstleistungen – im zweiten Quartal auf 1,5 Prozent im Jahresvergleich stieg und damit eine Phase von zwölf Quartalen mit negativen Werten beendete.
Patrick Zweifel, Chefökonom bei Pictet Asset Management, erklärte gegenüber der China Daily, dass der Schweizer Vermögensverwalter die chinesische Wirtschaft im ersten Halbjahr als „ziemlich widerstandsfähig“ betrachtet.
Rogier Janssens, Präsident von Merck China, erklärte, die jüngsten Zahlen stimmten mit seinen Beobachtungen vor Ort überein – eine solide Dynamik in der High-End-Fertigung und widerstandsfähiger Handel mit Produkten mit hoher Wertschöpfung. Diese Trends signalisieren das Eintreten einer „China Opportunity 2.0“.
