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Tibetisches Mädchen tritt vielversprechende Zukunft vom Hochplateau bis zur Spitzenuniversität an

Tibetisches Mädchen tritt vielversprechende Zukunft vom Hochplateau bis zur Spitzenuniversität an

Source: People’s Republic of China – State Council News in German

Hoch in den Bergen im Norden Xizangs liegt ein Dorf auf fast 4.000 Metern über dem Meeresspiegel. Dort erhellt eine seltene Feier die raue Landschaft. Verwandte kommen zusammen und überreichen weiße Hada, traditionelle tibetische Schals, die als Zeichen guter Wünsche und Segens gelten.

Im Mittelpunkt der Feier steht Pema Lhamo. Sie wurde an der Chinesischen Universität für Erdölwesen, einer der renommiertesten Universitäten des Landes, aufgenommen.

„In der Nacht, als die Ergebnisse veröffentlicht wurden, arbeitete ich noch auf einer Baustelle. Es regnete in Strömen. Auf dem Heimweg war ich sehr nervös. Ich aktualisierte ständig die Website. Andere Regionen hatten ihre Ergebnisse bereits veröffentlicht, aber in Xizang waren sie noch nicht online. Es schien, als käme Xizang etwas später dran. Also wartete ich weiter. Spät in der Nacht erschien schließlich die Zulassung der Chinesischen Universität für Erdölwesen. Ich war überglücklich“, erzählt Pema Lhamo.

Lhamo wurde in eine traditionelle Hirtenfamilie hineingeboren. Ihr Vater ist praktizierender Buddhist, ihre Mutter kümmert sich um die Yaks. Sie ist das jüngste von sechs Kindern. Die Feier gilt zugleich ihrer vierten Schwester Lhazom, die derzeit als Austauschstudentin an der Universität Xiamen, einer weiteren Spitzenuniversität in der südostchinesischen Provinz Fujian, studiert.

Der Weg zu ihrer Bildung war jedoch alles andere als einfach.

„Früher besuchten wir die Schule in unserer Gemeinde. Damit wir eine bessere Ausbildung erhalten konnten, verkauften unsere Eltern einige Yaks, damit wir die Schule im Kreis besuchen konnten. Ich lebte dort im Internat“, berichtet Lhamo.

Die drei Jahre an der Internatsmittelschule machten aus ihr eine selbstbewusste und unabhängige Schülerin. Aufgrund ihrer hervorragenden Leistungen wurde sie an einer Oberschule in Lhasa, der Hauptstadt Xizangs, aufgenommen, wo sie ihr Internatsleben fortsetzte. Sie lernte mit großem Fleiß und war fest entschlossen, die Zukunft ihrer Familie zu verändern.

Vor ihrem Universitätsbeginn kehrte Lhamo noch einmal an ihre ehemalige Oberschule in Lhasa zurück, um sich bei den Lehrkräften zu bedanken, die sie auf ihrem Weg unterstützt hatten. Die Fahrt von ihrem Heimatdorf nach Lhasa dauert mit dem Auto fast zwölf Stunden.

„Früher hatten viele Kinder aus landwirtschaftlichen und nomadischen Familien in Nagqu keinen Zugang zu hochwertiger Bildung. Seit der Gründung dieser Oberschule in Lhasa können sie bessere Bildungsressourcen nutzen. Da es sich um eine Internatsschule handelt, werden Unterkunft und Verpflegung kostenlos bereitgestellt. Das gibt den Eltern Sicherheit und die Schülerinnen und Schüler können sich ganz auf ihr Lernen konzentrieren“, erklärt Lobsang, stellvertretender Schulleiter der Lhasa Nagqu Oberschule Nr. 2.

Für Pema Lhamo ist der Aufbruch aus den Bergen erst der Anfang. Sie trägt nicht nur ihre eigenen Träume in die Zukunft, sondern auch die Hoffnungen ihrer Familie und ihrer gesamten Gemeinschaft.

Im Jahr 2004 richtete Xizang spezielle Oberschulen in Lhasa ein, um Schülerinnen und Schüler aus extrem hochgelegenen Regionen wie Nagqu und Ngari aufzunehmen. Mit diesen Maßnahmen soll Kindern aus abgelegenen Gebieten ein möglichst gleichberechtigter Zugang zu hochwertiger Bildung ermöglicht werden.

MIL OSI