Source: People’s Republic of China – State Council News in German
Während Europa unter drückender Hitze leidet, sind Kühlprodukte „Made in China“, von mobilen Klimaanlagen bis hin zu Elektroventilatoren, stark gefragt und verschaffen Millionen Menschen auf dem Kontinent dringend benötigte Erleichterung.
Bisher war der Sommer in Europa infolge des El Niño Phänomens von häufigen extremen Hitzewellen geprägt. Aufgrund von Denkmalschutzvorschriften für Altbauten, hohen Arbeitskosten und knappen Installationskapazitäten liegt die Verbreitung herkömmlicher Klimaanlagen in europäischen Haushalten bei nur etwa 20 Prozent.
In einer Fabrik in Foshan in der südchinesischen Provinz Guangdong laufen die Produktionslinien derzeit auf Hochtouren, um Split Klimaanlagen herzustellen, die keine professionelle Installation benötigen und speziell für den europäischen Markt produziert werden.
Diese stark nachgefragten Geräte bieten eine Lösung für ältere europäische Wohngebäude, bei denen teure Fachinstallationen und Auflagen zum Erhalt historischer Bausubstanz häufig ein Hindernis darstellen.
„Im vergangenen Jahr lag der Gesamtabsatz dieses Klimageräts bei etwa 80.000 Stück. In diesem Jahr haben unsere Verkäufe an Vertriebspartner bisher bereits 200.000 Stück erreicht“, sagte Xiong Xueqin, Regionaldirektorin für den europäischen Markt eines Haushaltsgeräteunternehmens.
Als bedeutendes Zentrum der chinesischen Haushaltsgeräteindustrie exportierte Foshan in den ersten fünf Monaten dieses Jahres Klimaanlagen im Wert von 4,97 Milliarden Yuan RMB (rund 638 Millionen Euro), was einem Anstieg von 13,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Davon entfielen 860 Millionen Yuan RMB (rund 110 Millionen Euro) auf Exporte in die EU.
Mobile Klimaanlagen haben sich dabei zu einem wichtigen Wachstumsmotor dieses Exportbooms entwickelt.
In der Stadt Yuyao in der ostchinesischen Provinz Zhejiang laufen die Produktionslinien einer Fabrik ebenfalls auf Hochtouren. 60 Prozent der Produktion sind für Europa bestimmt. In früheren Jahren hätten die Exportaufträge zu diesem Zeitpunkt bereits nachgelassen, doch in diesem Jahr gehen aufgrund der steigenden Nachfrage weiterhin zahlreiche Bestellungen ein.
„Derzeit reicht unser Produktionsplan bereits bis Ende August. Die Exportzahlen für dieses Jahr sind sehr vielversprechend. In der ersten Jahreshälfte ist unsere Gesamtproduktion im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 23 Prozent gestiegen“, sagte Fang Zhihao, Vertriebsdirektor der Ningbo Fuda Intelligent Technology Company.
Gleichzeitig hat ein Elektrogeräteunternehmen in der Stadt Cixi in der Provinz Zhejiang als Reaktion auf die Nachfrage europäischer Kunden neue Kühlprodukte entwickelt, darunter Nebelventilatoren und Doppelkopf Elektroventilatoren, die eine schnelle Kühlung bei geringem Energieverbrauch ermöglichen. Die Verkäufe auf dem europäischen Markt sind im Jahresvergleich um mehr als 15 Prozent gestiegen.
Nicht nur klassische Kühlgeräte sind stark gefragt, auch kleine Kühlgadgets aus China sorgen in ganz Europa für Aufsehen. Der „Ventilatorhut“, der bereits im vergangenen Sommer ein Verkaufsschlager war, erlebt in diesem Jahr erneut einen deutlichen Popularitätsschub.
Der boomende Handel mit Kühlgeräten in Europa ist weit mehr als ein vorübergehendes kommerzielles Phänomen. Er ist ein anschauliches Beispiel für den sich ergänzenden und für beide Seiten vorteilhaften Charakter der Wirtschafts- und Handelskooperation zwischen China und der EU.
