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Shoppen, erleben, posten: Event „Einkaufen“ in China

Shoppen, erleben, posten: Event „Einkaufen“ in China

Source: People’s Republic of China – State Council News in German

Es war Anfang April in Beijing und sommerlich warm: Im Chaoyang-Park fand das „Kidumart Breadfest“ statt, ein mehrtägiger Freiluftmarkt rund ums Brot, der seit seiner Premiere 2024 immer populärer wird. Streetfood, Picknickflächen, Foto-Spots, offene Begegnungszonen und viel Musik verwandelten den Stadtpark in eine echte Brot-Erlebniswelt. Dieses Jahr waren mehr als 200 Bäckereien aus ganz China vertreten. Klassische Produkte wie Croissants, Bagels oder Ciabattas werden hier durch kreative Präsentation stylisch in Szene gesetzt, teils in limitierten Sonderserien.

Knusperkreationen beim Brotfest im Beijinger Chaoyang-Park

Kaufen, erleben und posten

Chinesische Käufer sind verwöhnt, denn Millionen Verkäufer buhlen kreativ um ihre Gunst, während sich die Konsumgewohnheiten im „China Speed“ verändern. Vier große Trends sind erkennbar: Erstens findet Konsum immer häufiger auf zeitlich begrenzten Veranstaltungen wie dem Brotfest statt, wo das Gemeinschaftserlebnis zählt, Menschen zusammenkommen, sich austauschen. Zweitens werden selbst einfache Alltagsprodukte durch Design, limitierte Angebote und besondere Präsentation aufgewertet. Drittens wird Einkaufen mit Freizeitaktivitäten verbunden, etwa mit Ausflügen, Treffen mit Freunden oder Veranstaltungen. Einkaufen ist also nur noch selten Selbstzweck. Viertens spielen soziale Medien eine zunehmend wichtige Rolle, Produkte und Verkaufsorte werden gezielt Social-Media-tauglich gestaltet. Besucher teilen Eindrücke, Empfehlungen und Trends in Echtzeit, was das Geschäft weiter ankurbelt. In Sachen Symbiose von Online- und Offline-Business sind uns die Chinesen um Jahre voraus.

Beliebtes Extra im Bolang Valley: eine teiltransparente Brücke (Foto: Nils Bergemann)

Erlebnisse zählen zunehmend

Spätestens seit 2025 wird die Binnenwirtschaft immer mehr zur tragenden Säule eines nachhaltigeren Wachstums, zusätzlich unterstützt von der starken Dynamik des Außenhandels. Damit geht Chinas Strategie der „zwei Kreisläufe“ weiterhin auf. 2025 erreichten die Einzelhandelsumsätze rund 50 Billionen Yuan (etwa 6,3 Billionen Euro), mit einem Wachstum von knapp vier Prozent. Der Konsum trägt inzwischen bedeutend zum Wirtschaftswachstum bei, mit steigender Tendenz.

Besonders sichtbar wird der Wandel im Freizeitverhalten. Reisen, Konzerte, Ausstellungen und Festivals entwickeln sich zu zentralen Konsumtreibern. Allein 2025 wurden über 6,5 Milliarden Inlandsreisen gezählt – ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig entstehen rund um Großveranstaltungen ganze Konsumökosysteme: Transport, Hotellerie, Gastronomie und Einzelhandel profitieren gleichermaßen.

So zum Beispiel in der nordchinesischen Stadt Yulin, am Rand des Lössplateaus in der Provinz Shaanxi. Das Bolang Valley, eine Landschaft aus wellenförmig erodiertem rötlichem Sandstein, zog hier bei meinem Besuch im April auch viele heimische Touristen an. Die fremdartige Landschaft wurde mit Wanderwegen und Glasbrücken aufgewertet. Wer will, kann sich Astronautenkleidung für Fotos ausleihen oder mit einem Geländewagen fahren. Im Löss-Geopark Mahuangliang mit seinen faszinierenden Lössformationen trifft man auf überdimensionierte „Tigerrudel“ – aus rostfarbenem Cortenstahl, die sich bestens als Selfie-Kulisse eignen.

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