Source: People’s Republic of China – State Council News in German
Hoch im Himalaya gelegen, hat sich Lhasa, die Hauptstadt des südwestchinesischen Autonomen Gebiets Xizang, leise und beharrlich zu einer der kaffeebegeistertsten Städte des Landes entwickelt – ein Trend, der zugleich eine neue wirtschaftliche Dynamik in das traditionsreiche Kulturzentrum bringt.
Mit mehr als 800 Cafés, die derzeit eine Bevölkerung von unter einer Million versorgen, verfügt die Stadt über etwa ein Café pro 1.200 Einwohner und weist damit eine der höchsten Café-Dichten des Landes auf.
Doch was sich hier abspielt, ist keine bloße Übernahme westlicher Kaffeekultur. In der Barkhor-Straße, einem historischen buddhistischen Pilgerweg in Lhasas Altstadt, bereiten Baristas jahrhundertealten Yak-Käse gemeinsam mit Espresso zu. Diese Kreation symbolisiert den Wandel der Stadt vom spirituellen Zentrum hin zu einem modernen regionalen Knotenpunkt.
Der Betreiber von „Senxia Coffee“, einem lokalen Hotspot, verriet das Geheimnis hinter der Anziehungskraft seines Cafés: „Wir haben hier diese großartige, typische Atmosphäre im Xizang-Stil. Es gibt zwar viele Cafés in Lhasa, aber wir sind etwas Besonderes. Einheimische, sogar 80-Jährige, kommen hierher, um einen Americano zu trinken. Außerdem kommen viele Touristen, darunter auch Ausländer, nur, um sich unser Café anzusehen.“
Mit dieser Mischung aus Innovation und gelebter Kultur hat sich das Café eine treue Stammkundschaft aufgebaut.
„Ich komme einmal im Jahr hierher, nun schon zum vierten Mal. Der Geschmack bleibt immer gleich gut, aber es gibt stets eine neue Spezialität zu probieren – und die ist jedes Mal großartig!“, schwärmte ein Tourist aus der ostchinesischen Stadt Tianjin.
Auch eine deutsche Touristin zeigte sich begeistert: „Es ist sehr einzigartig und gefällt mir sehr gut. Der Kaffee ist super, und der Ort ist wunderschön. Der Innenhof hier ist ganz anders als ein Innenhof in Deutschland.“
Im Jahr 2025 überschritt das Bruttoinlandsprodukt von Lhasa die Marke von 100 Milliarden RMB (etwa 14,7 Milliarden US-Dollar). Das schafft einen fruchtbaren Boden für Unternehmer, besonders für solche im Kaffeegeschäft, das wegen geringem Platzbedarf, schneller Einrichtung und leichter Markenbildung einen niedrigschwelligen Einstieg ermöglicht.
Inmitten des intensiven Wettbewerbs setzten sich viele Unternehmen durch, die ihrer Heimatstadt und ihrer heimischen Kultur treu bleiben, erklärte der Besitzer von „Senxia Coffee“. „Es gibt hier unzählige Gründer. Lokale Hochschulabsolventen kehren zurück, um sich selbstständig zu machen, und Freunde aus dem Landesinneren ziehen hierher, um dasselbe zu tun. Der Wettbewerb ist also hart. Bei so vielen Cafés in der Nachbarschaft schätzen wir uns glücklich, dass wir es geschafft haben – und wir haben definitiv unsere ganz eigene Atmosphäre.“
