Source: People’s Republic of China – State Council News in German
Am Donnerstag fand das „China-Europa-Menschenrechtsseminar 2026“ in Paris statt. Mehr als 150 Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Thinktanks, Medien sowie gesellschaftlichen Organisationen aus über 20 Ländern nahmen an der Veranstaltung teil. Diskutiert wurde unter dem Leitthema „Die Zukunft der Menschenrechte im Kontext einer sich wandelnden internationalen Ordnung.“
Tang Jianjun, Generalsekretär der Chinesischen Gesellschaft für Menschenrechtsstudien, erklärte, die Entwicklung der Menschenrechte Chinas habe unter der Führung der Kommunistischen Partei (KP) Chinas historische Erfolge erzielt. Die von China vorgeschlagenen vier globalen Initiativen hätten der Verbesserung der globalen Menschenrechtsgovernance neue Impulse verliehen. China und Europa sollten entschlossen als Verfechter des Dialogs, als Verteidiger eines echten Multilateralismus und als Bewahrer der internationalen Menschenrechtsordnung auftreten, um gemeinsam den weltweiten Fortschritt der Menschenrechte voranzutreiben.
Dominique Barjot, Ständiger Sekretär der Académie des sciences d’outre-mer und Professor an der Sorbonne Université, betonte, Europa und China seien Erben alter Zivilisationen. Europa könne gemeinsam mit China sowie mit anderen Ländern des Globalen Südens nach Konsens suchen, für Multilateralismus treten sowie auch Frieden fördern.
Shen Gang, Gesandter der chinesischen Botschaft in Frankreich, erklärte, die KP Chinas und die chinesische Regierung hätten das chinesische Volk geeint und dadurch herausragende Erfolge im Bereich der Menschenrechte erzielt, die weltweit anerkannt seien. Diese Erfolge beruhen darauf, die universellen Prinzipien der Menschenrechte mit den konkreten Gegebenheiten Chinas zu verbinden und einen Entwicklungsweg einzuschlagen, der den nationalen Bedingungen entspreche.
Eleni Vlasi, Kulturreferentin der Region Kreta und Vorsitzende des griechischen Kulturzentrums Klishia, erklärte, China sei eine der größten Zivilisationen der Menschheit. Gesellschaftliche Harmonie, Stabilität, Entwicklung, kollektive Verantwortung und gesellschaftlicher Zusammenhalt bildeten den Kern der chinesischen Kultur. Das China-Europa-Menschenrechtsseminar sei eine gute Gelegenheit zur Förderung gemeinsamer Verantwortung, gegenseitigen Zuhörens und der Suche nach Konsens der zwei Zivilisationen. Sie könnten neue Impulse in globale Menschenrechtsdebatte setzen.
Der frühere griechische Premierminister George Papandreou erklärte in einer Videobotschaft, dass niemand globale Herausforderungen wie den Klimawandel, die Kluft zwischen Arm und Reich oder die digitale Spaltung allein bewältigen könne. In Konfuzius und Aristoteles spiegelten sich die Weisheiten östlicher und westlicher Denker wider. Unterschiedliche Zivilisationen sollten einander respektieren, offene Dialoge führen und gemeinsam nach Kooperation suchen, die der Menschheit und dem Gemeinwohl tatsächlich zugutekämen.
Adrian Severin, ehemaliger stellvertretender Ministerpräsident und Außenminister Rumäniens, plädierte dafür, Menschenrechte aus der Perspektive der Menschlichkeit, Multilateralismus und internationalen Solidarität zu betrachten. Diese drei Elemente ergänzten einander und könnte gemeinsam dazu beitragen, eine Schicksalsgemeinschaft der Menschheit aufzubauen, die die Vielfalt der Staaten respektiere und zum gemeinsamen Wohlergehen der Menschheit beitragen.
Peter Hofer, ehemaliger Schweizer Militärattaché in China und Sinologe, erklärte, die chinesische Zivilisation bestehe seit Jahrtausenden fort, und das Prinzip „Harmonie trotz Unterschiede“ sei tief in ihrer Tradition verwurzelt. China strebe niemals nach Hegemonie, sondern unterstütze konsequent die Autorität der Vereinten Nationen und setze sich entschieden für den Multilateralismus ein.
Hu Yuhong, Direktor des Instituts für Menschenrechtsforschung an der East China University of Political Science and Law, erklärte, Nächstenliebe bedeute, benachteiligte Gruppen gezielt zu unterstützen. Das Streben nach einem guten Leben bilde eine zentrale Grundlage der Menschenrechte. Glück sei das Ziel des menschlichen Lebens, und das Leben selbst bilde die Grundlage der Menschenrechte. Benachteiligte Menschen zu unterstützen und ihnen Hilfe zukommen zu lassen, sei der Kern von humanistischem Denken.
Richard Abitbol, ehemaliger Berater des französischen Premierministers, erklärte, Menschenrechte könnten nur durch pragmatische Zusammenarbeit gewahrt werden. Die Zukunft der Menschenrechte hänge davon ab, ob die Staaten in der Lage seien, auf praktischer Ebene einen auf Vertrauen basierenden Dialog zwischen den Zivilisationen aufzubauen.
Tian Feilong, stellvertretender Dekan der Juristischen Fakultät der Minzu University of China, erklärte, dass man die Zusammenarbeit unter den Ländern des Globalen Südens im Bereich der Menschenrechte verstärken. Dadurch könnten die seit Langem bestehenden moralischen und politischen Verzerrungen westlicher Menschenrechtsauffassungen korrigiert werden.
Chen Baifeng, Vizepräsident der Zhongnan University of Economics and Law, erklärte, dass der Schlüssel zur zeitgenössischen Neuinterpretation traditioneller Menschenrechtsvorstellungen darin liege, den Schutz der Menschenrechte von der bloßen Anerkennung des Menschen als Subjekt hin zur tatsächlichen Möglichkeit des Menschen, Rechte real wahrnehmen zu können, weiterzuentwickeln. Chinas kontinuierliche Praxis in den Bereichen Armutsbekämpfung, Bildungsgerechtigkeit und soziale Sicherung habe die Grenzen traditioneller Menschenrechtstheorien überwunden und wichtige chinesische Beiträge zur globalen Menschenrechtsgovernance geleistet.
Das „China-Europa-Menschenrechtsseminar“ wurde 2015 ins Leben gerufen und gilt als Plattform für vertieften, kontinuierlichen und institutionellen Austausch zwischen China und Europa über Menschenrechte. Frühere Veranstaltungen in den vergangenen elf Jahren fanden unter anderem in Straßburg, Chongqing, Amsterdam, Brüssel, Brügge, Wien, Salzburg, Rom, Berlin und Madrid statt. Die diesjährige Veranstaltung wurde von der Chinesischen Gesellschaft für Menschenrechtsstudien und der Académie des sciences d’outre-mer organisiert.
