Source: People’s Republic of China – State Council News in German
Der KI-getriebene Erlebniskonsum avanciert in Shanghai zum zentralen Treiber des Konsumfestivals. Technologie wird für die Menschen erlebbar und verändert spürbar ihr Konsumverhalten sowie ihre Lebensstile.
Am Donnerstagmittag drängten sich auf dem Wujiaochang-Platz in Shanghai zahlreiche Menschen, um einen neuen Exoskelett-Roboter auszuprobieren. Mit einem Knopf erhalten Nutzer Hilfe beim Treppensteigen, mit einem anderen Unterstützung beim Hinabgehen.
„Ich bin extra für dieses Erlebnis hergekommen“, erzählte ein begeisterter Einwohner namens Wang. „Ich habe Gehprobleme und wollte den Exoskelett-Roboter testen. Wenn er gut funktioniert, kaufe ich ihn sofort. Dann kann ich sogar leichter wandern und verreisen.“
Diese Szene ist ein typisches Beispiel für den boomenden technikbasierten Erlebniskonsum während des 7. Shanghai Shopping Festivals zum 5. Mai, das noch bis Ende Juni läuft. In allen Bezirken wurden dafür zahlreiche Premierenläden, Technologie-Erlebnisangebote, Konsumaktionen und Kulturprojekte gestartet, die eine lebendige Marktatmosphäre schaffen und das Wachstum der Einzelhandelsumsätze ankurbeln.
Mit der fortschreitenden Modernisierung der Konsumstruktur in China hat sich der erlebnis- und technologiegetriebene Konsum zum allgemeinen Trend entwickelt. Während des Festivals eröffneten viele KI-basierte Erlebnisfilialen und Ausstellungen in der ganzen Stadt.
Am Huangpu-Fluss hat sich der Z•Pilot AI Black-Tech-Erlebnisladen zu einem weiteren beliebten Anziehungspunkt entwickelt. Der Laden bietet fast 500 KI-Produkte aus verschiedenen Kategorien – darunter Smart Wearables, Gesundheitsmanagement, Kinderbildung und Wohnen: KI-Roboterkatzen, AR-Echtzeitübersetzungsbrillen, KI-Kamerabrillen, smarte Gitarren sowie kompakte Smart-Home-Fitnessgeräte.
„Die Besucherzahlen während der Maiferien sind um das Zwei- bis Dreifache gestiegen, vor allem bei auswärtigen Touristen und jungen Familien in der zweiten Ferienhälfte“, betonte Shi Zhinan, stellvertretender Geschäftsführer von Z•Pilot. „Wir verkaufen nicht nur Produkte – wir machen Technologie zu einem zugänglichen, gemeinschaftsorientierten Lebensstil. Viele Menschen kommen hier zum ersten Mal mit KI-Produkten, Robotern und smarter Hardware in Berührung. Die Offenheit und Leichtigkeit ziehen sie an – sie kommen aus Neugier und gehen mit einer neuen Vision für zukünftige Lebensstile.“
Über diese Konsumwelle im Frühjahr hinaus wird Shanghais „First-Store-Economy“ auch im weiteren Jahresverlauf stark bleiben. Unitree Robotics, ein weltweit führendes Robotikunternehmen, wird Ende Mai in Jing’an sein erstes Zentrum für verkörperte Intelligenz in Asien eröffnen – mit interaktiven bionischen Robotern und KI-gestützten Entertainment- und Bildungserlebnissen. Auch JD 101HOME, ein immersives Lifestyle-Einkaufszentrum von JD, wird bald eröffnen. Es solle interaktive und anpassbare Ausstellungsräume für zukünftige Lebensszenarien bieten, hieß es von der Bezirksregierung von Jing’an.
Branchenexperten weisen darauf hin, dass erlebnisorientierter und technologiegetriebener Konsum zu einem Markttrend geworden sei, der die Binnennachfrage ankurble.
„Personalisierte Interaktion, emotionaler Wert und immersive Erlebnisse sind heute die wichtigsten Faktoren beim Einkauf. KI kann diese Nachfrage nach emotionalem Wert erfüllen – sie bringt Neuheit und Trendbewusstsein und verändert gleichzeitig die Wahrnehmung der Verbraucher“, erklärte Zhang Yi, CEO des iiMedia Research Institute.
Im ersten Quartal dieses Jahres beliefen sich die Einzelhandelsumsätze Chinas auf 12,7695 Billionen Yuan (1,86 Billionen US-Dollar), ein Plus von 2,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die zunehmende Verbreitung smarter Produkte habe den Technologiekonsummarkt weiter belebt, berichtete China Media Group.
E-Commerce-Plattformstatistiken zeigten, dass das Transaktionsvolumen von Smart Glasses im ersten Quartal 2026 um mehr als 220 Prozent im Jahresvergleich stieg, die Verkäufe von KI-Schlafkopfhörern um über 50 Prozent und die Verkäufe von smarten Plüschtieren um 394 Prozent im Vergleich zum Vorquartal.
