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Kleine Stadt in Ostchina wird zum strategischen Standort deutscher Unternehmen

Kleine Stadt in Ostchina wird zum strategischen Standort deutscher Unternehmen

Source: People’s Republic of China – State Council News in German

Die vergleichsweise kleine Kreisstadt Taicang in der ostchinesischen Provinz Jiangsu hat sich zu einem strategischen Zentrum für mehr als 500 deutsche Unternehmen entwickelt. Immer mehr deutsche Firmen erkennen, dass sie das enorme Potenzial des chinesischen Marktes nutzen müssen, um ihre globale Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.

Taicang, das zur Stadt Suzhou gehört, liegt nur etwa eine Autostunde nördlich von Shanghai. Die Kreisstadt mit etwas mehr als 800.000 Einwohnern hat still und leise eines der bemerkenswertesten Kapitel der deutsch-chinesischen Wirtschaftskooperation geschrieben. Tausende Deutsche leben und arbeiten inzwischen dort, während deutsche Ingenieurskunst tief in die lokale Wirtschaftsstruktur eingebettet ist.

Das Unternehmen Kern Liebers war 1993 das erste deutsche Unternehmen, das sich in Taicang ansiedelte. Ausschlaggebend waren die Nähe zu Shanghai, die starke Unterstützung durch die Lokalregierung sowie sogar der vertraute Anblick der Kiefern am Unternehmensstandort, die an den Schwarzwald in Deutschland erinnern.

Mittlerweile hat sich die Automobilzulieferindustrie zu einer wichtigen Säule der lokalen Wirtschaft entwickelt. Im März tätigte Kern Liebers seine zwölfte Investition in Taicang im Umfang von 20 Millionen US-Dollar und unterstrich damit erneut sein langfristiges Engagement in der Region.

Für deutsche Unternehmen gibt es inzwischen zahlreiche Gründe, in Taicang zu bleiben – von der markanten deutschen Architektur in der Stadt bis hin zum lokalen Berufsbildungssystem, das bereits mehr als 10.000 Fachkräfte ausgebildet hat.

Jin Liping, Direktorin des Handelsbüros von Taicang, erklärte: „Seit der Ansiedlung des ersten deutschen Unternehmens im Jahr 1993 haben sich mehr als 560 deutsche Unternehmen in Taicang niedergelassen. Es dauerte 14 Jahre, bis sich das hundertste deutsche Unternehmen hier ansiedelte. Doch vom 400. bis zum 500. Unternehmen vergingen nur zwei Jahre.“

Bundeskanzler Friedrich Merz besuchte China im Februar gemeinsam mit einer großen Delegation aus Vertretern von fast 30 führenden deutschen Unternehmen. Unternehmen beider Seiten unterzeichneten mehr als zehn Kooperationsvereinbarungen in Bereichen wie Automobilindustrie, Maschinenbau und Energie. Drei der neu vereinbarten Projekte befinden sich in Taicang, darunter ein CO2-freier Industriepark, der den grünen Wandel von Unternehmen fördern soll.

Brancheninsider sind der Ansicht, dass Chinas günstiges Geschäftsumfeld deutschen Unternehmen eine hervorragende Plattform bietet.

Zhang Xi, Direktor des Shanghai Sino-German Industrial Promotion Center, sagte: „Die strategische Bedeutung Chinas für deutsche Unternehmen nimmt weiter zu. China vereint vier entscheidende Faktoren: Marktgröße, industrielles Ökosystem, Innovationskraft und stabile Entwicklung. Dadurch bleibt China für deutsche Unternehmen unverzichtbar, um ihre globale Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten.“

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