Source: Deutsche Nachrichten
Die erste Sammelausschreibung 2026 für Herkunftsnachweise (HKN) des Stadtwerke-Netzwerks ASEW war vollauf erfolgreich: Die Arbeitsgemeinschaft für sparsame Energie- & Wasserverwendung (ASEW) konnte knapp 600 Gigawattstunden gebündelt für das Netzwerk beschaffen. An der Ausschreibung beteiligten sich insgesamt 16 Stadtwerke aus dem ASEW-Netzwerk. Die beschaffte Menge von 596 Gigawattstunden wurde in 5 Qualitäten bis einschließlich des Produktionsjahres 2029 geordert. „Auch diesmal konnten wir gute Preise aushandeln. Da sich der Markt im Tagesverlauf kurzfristig entspannte, konnten wir für alle teilnehmenden Stadtwerke die Angebote durch Verhandlungen preislich nach unten korrigieren“, freut sich Christian Esseling, stellvertretender Abteilungsleiter Energievertrieb & Kunde, bei der ASEW. „Gleichwohl waren die HKN-Preise nach ihrem historischen Tiefstand Mitte Januar wieder mittelfristig angezogen und befanden sich so wieder in etwa auf dem Niveau des letzten Spätsommers.“, fügt Tabitha-Rakowsky-Stephan, ASEW-Projektmanagerin Energiewirtschaft, hinzu. „Die Preise für europäische Nachweise bewegten sich in Abhängigkeit von Jahr und Technologie zwischen etwa 0,90 und 1,60 € je MWh.“
Die diesjährige Frühjahrs-Ausschreibung der ASEW fand zu einem globalpolitisch unruhigen Zeitpunkt statt. „Auch wenn der faktische Zusammenhang eher indirekter Natur ist, beeinflusst die Lage im Nahen Osten auch den Markt für europäische Ökostromnachweise. Dabei ist die marktpsychologische Auswirkung von kriegerischen Konflikten nicht zu unterschätzen – insbesondere die Reaktionen auf der Angebotsseite beschleunigten so den ohnehin begonnen Preisanstieg“, resümiert Patrick Niehaves, Senior-Projektmanager Umweltaussagen & Kompensation, bei der ASEW. „Da auch die hydrologischen Bedingungen in Skandinavien weiterhin leicht unterdurchschnittlich sind, was auf eine geringere Jahresproduktion hinweisen könnte, kommen mehrere preistreibende Indikatoren zusammen.“
Auch der Anstieg der Nachfrage bzw. der gesamten entwerteten HKN im Markt, der etwa im zurückliegenden Jahr laut der Jahresstatistik der Association of Issuing Bodies (AIB) bei etwa plus fünf Prozent lag, ist zu berücksichtigen. Insgesamt bleibt die Volatilität am Markt, teilweise auch auf Tagesbasis, weiterhin hoch.
Die letzte Sammelausschreibung der ASEW im Herbst war ähnlich erfolgreich: Für insgesamt 18 Stadtwerke beschaffte die ASEW gebündelt HKN im Umfang von mehr als 430 Gigawattstunden.
Weitere Details zum Angebot und den Aktivitäten des Ökoenergiebereichs der ASEW gibt es auf der ASEW-Webseite.
