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Sport als Wirtschaftsfaktor – Ein Versuch im Kreis Daixian

Sport als Wirtschaftsfaktor – Ein Versuch im Kreis Daixian

Source: People’s Republic of China – State Council News in German

Der Kreis Daixian mit 170.000 Einwohnern liegt im Norden der nordchinesischen Provinz Shanxi. Allein im vergangenen Jahr wurden dort 18 nationale Sportwettkämpfe und fünf Provinzmeisterschaften ausgetragen, die 15.000 Athletinnen und Athleten anzogen. Alle Dörfer und Gemeinden dort verfügen über öffentliche Sportanlagen und -einrichtungen.

Der Kreis Daixian wurde 2024 in die zweite nationale Liste der vorbildlichen Kreise und Städte für die Förderung der öffentlichen Fitness Chinas aufgenommen. Seitdem setzt sich die Kreisverwaltung aktiv dafür ein, die Sportanlagen zu optimieren, vielfältige Wettbewerbe zu organisieren und das Niveau der Wettkämpfe zu erhöhen, um eine integrierte Entwicklung von „Sport+“ zu fördern.

Ende 2024 lag die Pro-Kopf-Fläche für Sportstätten im Kreis Daixian bereits bei 3,12 Quadratmeter. Die durchschnittliche Fläche für Fitness in Dörfern und Wohnvierteln übertraf 1.000 Quadratmeter. In den vier Sportstadien des Kreises wurden 2024 drei Millionen Besucher registriert. Mehr als 43,8 Prozent der ständigen Einwohner treiben regelmäßig Sport.

Li Dongdong, Direktor des Kreiszentrums für Sport, erklärt: „Derzeit findet bei uns die dritte lokale Meisterschaft im Ringen statt. Es nehmen Menschen verschiedener Altersgruppen daran teil, von Senioren über 70 Jahren bis hin zu Kleinkindern. Ringen ist in Daixian im wahrsten Sinne eine Massensportart.“ Anfang August werde in Daixian außerdem die 34. Meisterschaft für traditionelle Kampfkunst der Provinz Shanxi stattfinden. Die Vorbereitungen liefen derzeit auf Hochtouren. 

Die regelmäßig stattfindenden Sportwettbewerbe steigern nicht nur die Leidenschaft der Bevölkerung für Sport, sondern fördern auch die Sportwirtschaft. Die ranghohen Sportwettbewerbe ziehen Athletinnen und Athleten sowie Touristen aus verschiedenen Landesteilen an und fördern damit die Entwicklung von Branchen wie Kulturtourismus, Gastronomie, Hotelwesen, Verkehr und Sportausrüstungen.

Li Dongdong sagt: „Die Sportwettbewerbe wirken sich direkt auf die Übernachtungsquote von Hotels sowie auf die Einnahmen der Gastronomie aus. Während der Sportveranstaltungen ist es kaum möglich, ein Hotelzimmer zu buchen. Die Hotels und Restaurants bei uns sind in der Hochsaison auf Tourismus angewiesen und in der Nebensaison auf Sport.“

Die Kreisverwaltung fördert neben dem reinen Sport auch das Modell „Sport+“, wie „Sport+Kulturtourismus“. Dabei ist der Eintritt für lokale Sehenswürdigkeiten für alle Athleten frei und ihre Familienangehörigen erhalten die Eintrittskarten zum halben Preis.

„Viele Athleten und Touristen kommen wegen der Wettbewerbe, bleiben aber aufgrund der schönen Landschaft und der reichhaltigen Kultur länger“, so Li. Die Kreisverwaltung wolle den Einfluss der Sportwettbewerbe in Zukunft weiter erhöhen und sie zu Markenveranstaltungen aufbauen, um Sport zu einem goldenen Aushängeschild der lokalen Entwicklung zu machen.       

MIL OSI