Source: Switzerland – Canton Bern Government in German
Bereits 2020 war die Profitabilität der öffentlichen Spitäler ein grosses Thema. Einige der Spitäler standen vor einem latenten Risiko der Zahlungsunfähigkeit. Während damals die Eigenmittelausstattung als stabil galt, zeigte sich zunehmend, dass Faktoren wie ein hoher Anteil an stationärer Grundversorgung und ein geringer Anteil an zusatzversicherten Patienten den wirtschaftlichen Druck verstärkten. Auch die zunehmende Ambulantisierung und die hohe Belastung der Notfalldienste trugen dazu bei. Zusätzlich haben die markanten Kostensteigerungen, etwa für das Personal und die Medizinprodukte, welche nur verzögert in die Tarife einfliessen und der Fachkräftemangel die Lage weiter verschärft. Die GSI hat im Frühjahr 2024 einen Kredit über 100 Millionen Franken zur Liquiditätssicherung der Spitäler mittels Darlehen und Bürgschaften beantragt, der in der Sommersession 2024 vom Grossen Rat beschlossen wurde. Für 2024 erwartet die GSI nun eine gesamthaft leichte Verbesserung bei den Ergebnissen gegenüber 2023.
Das Fusionsprojekt der Universitären Psychiatrischen Dienste Bern AG und der Psychiatriezentrum Münsingen AG wird weiterverfolgt. Die beiden Unternehmen haben einem neuen Konzept zugestimmt, das auf einem «Design-to-Cost»-Modell basiert. Im Herbst 2024 starteten die Institutionen eine Machbarkeitsstudie insbesondere bezüglich Angebote, Standorte und Infrastrukturen. Ziel ist es, noch im ersten Quartal 2025 der GSI die Ergebnisse vorzulegen, damit der Regierungsrat und anschliessend der Grosse Rat noch im Jahr 2025 über die Fusion und die Finanzierung der entsprechenden Folgekosten entscheiden können.
Die GSI arbeitet weiter an der Vergrösserung der Spitalregionen nach dem Regionenmodell 4+ und fördert die integrierte Versorgung. Modernisiert werden auch die Rahmenbedingungen für den Schulärztlichen Dienst, denn die gesellschaftlichen Veränderungen und der Fachkräftemangel verlangen auch hier nach einer Anpassung der Verordnung aus dem Jahr 1994.
