Vorstellung des ersten BSI-Berichts zum Digitalen Verbraucherschutz 2020

Source: Federal Office for Information Security

Ort Freital/BonnDatum 16.06.2021
Drei Wochen nach Inkrafttreten des IT-Sicherheitsgesetzes 2.0 hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) den Bericht zum Digitalen Verbraucherschutz 2020 vorgelegt. Der Bericht bildet erstmalig die Gefährdungslage des vergangenen Jahres im digitalen Raum für Verbraucherinnen und Verbraucher ab, identifiziert aktuelle Herausforderungen auf dem digitalen Verbrauchermarkt und leitet Handlungsfelder für den Digitalen Verbraucherschutz ab.Dazu BSI-Präsident Arne Schönbohm:„Den Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher betrachten wir als die Cyber-Sicherheitsbehörde des Bundes seit jeher als unseren Auftrag. Im BSI laufen Erkenntnisse über Angriffe und neue Maschen von Cyber-Kriminellen auf. Über etablierte Kanäle gelangen diese wichtigen Informationen schnell und effizient zu jenen Institutionen, Unternehmen, aber eben auch Verbraucherinnen und Verbraucher, die sie am dringendsten benötigen. Diese Wertschöpfungskette des BSI greift auch beim in Deutschland noch zu wenig etablierten Feld des Digitalen Verbraucherschutzes. Wir treiben das Thema zügig voran und wollen dieses dauerhaft etablieren. Denn es ist nicht nur für jede Verbraucherin und jeden Verbraucher individuell von Belang. Je sicherer der einzelne Haushalt, desto sicherer ist Deutschland insgesamt in puncto IT-Sicherheit aufgestellt. Um sich auf den Weg zu machen, braucht es gutes Kartenmaterial. Das zeichnen wir Tag für Tag und ab jetzt einmal jährlich mit dem Bericht zum Digitalen Verbraucherschutz zum Nutzen aller auf.“Als besonders kritische Handlungsfelder identifiziert der Bericht smarte Verbraucherprodukte aus dem Internet of Things (IoT), die unzureichende Umsetzung von Security by Design und des IT-Sicherheitsmanagements, sowie die regelmäßige Verwundbarkeit von (Kunden-)Datenbanken. Grund dafür ist eine Vielzahl an Vorfällen, die im Berichtszeitraum beobachtet werden konnten und zum Teil auch öffentlich bekannt wurden. Verbraucherinnen und Verbraucher haben zum Beispiel durch die fehlende Bereitstellung von Updates oder mangelhaft abgesicherte Kundendatenbanken nicht immer ausreichende Möglichkeiten, sich eigenverantwortlich selbst zu schützen.Der Bericht wird jährlich ein aktuelles Schwerpunktthema beinhalten. Nach dem Pandemiejahr 2020/2021 und den anhaltenden Herausforderungen im Gesundheits- aber auch IT-Sicherheitsbereich nimmt das BSI Gesundheits-Apps in den Blick. Diese weisen häufig nur unzureichende IT-Sicherheitsmaßnahmen auf. Trotz des hohen Schutzbedarfs von Gesundheitsdaten bildet eine angemessene Umsetzung von IT-Sicherheit nach dem Stand der Technik momentan eher die Ausnahme.„Leider stellen wir auf dem Verbrauchermarkt eine Vielzahl von Anbietern fest, die Sicherheit offenbar nicht ab Werk ab als Produktvoraussetzung sehen. Digitalisierung kann nur gelingen, wenn Informationssicherheit von Beginn an mitgedacht wird. Auf dieses Umdenken wollen wir kooperativ und informierend hinwirken. Das IT-Sicherheitskennzeichen wird dabei ein konkretes Angebot an die Verbraucherinnen und Verbraucher sein, das künftig Informationen über IT-Sicherheitseigenschaften wie Updates und Vorfälle bündig auf einen Blick bieten wird“, so Schönbohm weiter.Der „Bericht zum Digitalen Verbraucherschutz 2020“ richtet sich insbesondere an die Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Politik – jene Akteure, die den Verbraucherschutz aus professioneller Sicht betrachten. Er steht sowohl zum Download zur Verfügung und kann auch in Kürze in gedruckter Form bestellt werden. Die Studie „IT-Sicherheit auf dem digitalen Verbrauchermarkt: Fokus Gesundheits-Apps“ finden Sie hier.

Bundesamt für Sicherheit in der InformationstechnikPostfach 20036353133 BonnTelefon: +49 228 99 9582-5777Telefax: +49 228 99 9582-5455E-Mail: presse@bsi.bund.de

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Wer hat die Wahl?

Source: Bundeszentrale fur politische BildungIn diesem Podcast treffen Journalisten/-innen und Podcaster/-innen auf Menschen, über die viel gesprochen wird, aber die selbst selten zu Wort kommen. Es geht um die Wählerinnen und Wähler. Was bewegt sie? Was bedeutet es für sie, zu wählen? Wo stehen sie politisch?

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Geschichtspolitik von oben?

Source: Bundeszentrale fur politische BildungEin Ende 2020 von der Kommission „30 Jahre Friedliche Revolution und Deutsche Einheit“ vorgeschlagenes Zukunftszentrum soll dazu dienen, ostdeutsche Transformationsleistungen nach 1990 zu würdigen und zu nutzen. Wie müsste eine solche Einrichtung aussehen, um die gewünschte „Vielfalt des Erinnerns“ zu gewährleisten? Elske Rosenfeld regt in einem Debattenbeitrag an, die Potenziale und Gefahren sowie die mögliche Ausgestaltung einer solchen Einrichtung möglichst breit, kritisch und ergebnisoffen zu diskutieren.

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Rachel: Wir machen die deutsch-griechische Berufsbildung fit für die Zukunft

Source: Bundesministerium fur Bildung und Forschung

16.06.2021
Pressemitteilung: 130/2021

Berufliche Bildungszusammenarbeit mit Griechenland stärken – Unterstützung durch deutsche Sozialpartner

Heute unterzeichnet der Parlamentarische Staatssekretär Thomas Rachel in Athen die neue deutsch-griechische Absichtserklärung zur Zusammenarbeit in der beruflichen Bildung. Bei einem Treffen mit der griechischen Ministerin für Erziehung und Religiöse Angelegenheiten, Niki Kerameos, und dem Generalsekretär für Berufsbildung, lebenslanges Lernen und Jugend, Georgios Voutsinos, wird die bilaterale Berufsbildungskooperation neu ausgerichtet.
Dazu erklärt der Parlamentarische Staatssekretär Thomas Rachel: „Wir arbeiten bereits seit 2012 in der Berufsbildung mit Griechenland zusammen. Dabei ist es besonders gut gelungen, gerade in Krisenzeiten den Kontakt nicht abreißen zu lassen, sondern innovative Impulse für die Berufsbildung und die beruflichen Chancen unserer jungen Menschen in Europa hervorzubringen. Jetzt widmen wir uns verstärkt dem Thema „grüne Berufe“. Wir erproben in enger Zusammenarbeit mit unseren griechischen Partnern, wie wir Aus- und Weiterbildung wirtschaftlich nachhaltig gestalten können. Zudem werden deutsche Sozialpartner ihre griechischen Partner im weiteren Ausbau des dualen Berufsbildungssystems unterstützen. Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag für die Zukunftschancen junger Menschen und nachhaltige Wirtschaftsstrukturen in unseren beiden Ländern.“
 
Hintergrund:
Die griechische Regierung hat im Jahr 2020 ein neues Gesetz zur beruflichen Bildung auf den Weg gebracht. Damit werden die Rahmenbedingungen gesetzt, die Berufsbildung praxisnah und arbeitsmarktorientiert zu gestalten. Aufgrund des Gesetzes beteiligen sich die Wirtschafts- und Sozialpartner maßgeblich, z.B. bei der Modernisierung von Curricula und im Bereich der Berufsorientierung. In Deutschland ist es ein bewährtes Prinzip in der Berufsbildung: nur wenn die Partner aus Wirtschaft, Staat und Gesellschaft eng zusammenarbeiten, kann sich berufliche Bildung erfolgreich an die Bedarfe einer sich wandelnden Arbeitswelt anpassen.
Die deutsche Berufsbildung genießt weltweit einen hervorragenden Ruf und wird von verschiedenen Ländern gezielt nachgefragt. Im Rahmen der internationalen Berufsbildungszusammenarbeit ist das BMBF weltweit ein wichtiger Ansprechpartner für Fragen zur Weiterentwicklung von dualen Ausbildungsstrukturen. Es unterhält derzeit Berufsbildungskooperationen mit Partnerministerien in 16 Ländern. Wesentliche Ziele sind die Unterstützung der Partnerländer bei der Modernisierung ihrer Berufsbildungssysteme und die Unterstützung deutscher Unternehmen in den Partnerländern bei der Fachkräfteausbildung. Die griechisch-deutsche Berufsbildungszusammenarbeit wird heute durch eine gemeinsame Absichtserklärung für weitere vier Jahre verlängert. 

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Karliczek: „Haus der Kleinen Forscher fördert frühes Interesse an MINT-Fächern – und das ist wichtig.“

Source: Bundesministerium fur Bildung und Forschung

16.06.2021
Pressemitteilung: 128/2021

Zum heutigen MINT-Aktionstag zeigt die Bundesbildungsministerin Kindern in einem Video, wie vielseitig Papier ist und was sich damit erforschen lässt 

Bereits seit Wochen wird in Kitas, Horten und Grundschulen zum Thema Papier geforscht. Krönender Abschluss sind die Forscherfeste vor Ort und im Netz, die am heutigen „Tag der kleinen Forscher“ gefeiert werden und zeigen, dass Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) lebendig, spannend und allgegenwärtig sind.
Dazu erklärt Bundesbildungsministerin Anja Karliczek, Schirmherrin der Stiftung „Haus der Kleinen Forscher“:
„Mit dem ‚Haus der kleinen Forscher‘ fördern wir schon früh das natürliche Interesse von Mädchen und Jungen an MINT-Themen und machen sie stark für die Zukunft. Die Stiftung leistet damit einen wichtigen Beitrag für bessere individuelle Bildungschancen, aber auch mit Blick auf die dringend benötigte Fachkräftesicherung im MINT-Bereich! Denn wir brauchen kluge Köpfe mit einer MINT-Ausbildung, damit unser Land auch in Zukunft wettbewerbsfähig bleibt.
Kinder sind die geborenen Forscherinnen und Forscher. Sie entdecken täglich ihre Welt, sind neugierig, stellen Fragen über Fragen und machen dabei erste Erfahrungen mit MINT-Themen. Die Stiftung ,Haus der kleinen Forscher‘ bestärkt Kinder in ihrem natürlichen Entdeckerdrang und fördert ihren Spaß am Forschen, Entdecken und Fragenstellen. MINT-Themen lassen sich schon den kleinen Kindern spielerisch vermitteln – zum Beispiel am Thema Papier: Was kann man mit altem Papier machen? Konfetti! Aber was kann man mit Altpapier noch machen? Man kann daraus bis zu sieben Mal neues Papier herstellen, man kann es recyclen. Papier wird aus Holz hergestellt – aber aus welchen Bäumen, und wie lange dauert es, bis ein Wald nachwächst? Warum eigentlich fällt ein Ball auf den Boden, aber ein Luftballon steigt nach oben? Und warum sinkt ein Stein im Wasser, aber ein Stück Holz schwimmt? Solchen Fragen nachzugehen steht am Anfang jedes naturwissenschaftlichen Interesses – und das wollen wir mit dem „Haus der kleinen Forscher“ fördern.“
Neben der Ministerin unterstützen zahlreiche Politikerinnen und Politiker den Aktionstag – genauso wie enge Partner der Stiftung.
Silke Lohmiller, Geschäftsführerin der Dieter Schwarz Stiftung, erklärt:
„Wir setzen uns alle zusammen dafür ein, Kinder stark für die Zukunft zu machen. Wir wissen, dass viele Herausforderungen der Zukunft, wie Klimawandel und Digitalisierung, mit Natur und Technik zu tun haben. Ein Grundverständnis in diesen Bereichen hilft Kindern, die komplexen Zusammenhänge zu verstehen und sich eine eigene Meinung zu bilden. Und neben all dem macht es einfach Spaß, Neues zu entdecken und Dinge zu erforschen.“
Michael Fritz, Vorstandsvorsitzender der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“, ergänzt:
„Wer früh forscht, stellt Fragen, denkt selbstbestimmt, handelt verantwortungsvoll und erwirbt damit wichtige Kompetenzen für die Zukunft. „Pädagogischen Fach- und Lehrkräften kommt dabei eine besondere Rolle zu. Sie motivieren und begleiten die Kinder dabei, scheinbar Selbstverständliches kritisch zu hinterfragen. Der ‚Tag der kleinen Forscher‘ ist deshalb auch dazu da zu zeigen, was Fach- und Lehrkräfte tagtäglich leisten, damit unsere Kinder eine gute Bildung erhalten.“
 
Hintergrund:
Vielerorts sind die Möglichkeiten, den Aktionstag gemeinsam mit Gästen und allen Kindern in den Bildungseinrichtungen zu zelebrieren, nach wie vor eingeschränkt. Die Stiftung selbst verlegt ihr Forscherfest daher auch in diesem Jahr wieder ins Netz. Dort zeigen unter hdkf.de/forschertag2021 beispielsweise Anja Karliczek, Bundesministerin für Bildung und Forschung, Michael Fritz sowie Silke Lohmiller, Geschäftsführerin der Dieter Schwarz Stiftung, spannende Forscherideen rund um das Material Papier.
Unter diesem Link finden Sie ein Foto, das Key-Visual und das Logo des Aktionstags. Bitte beachten Sie die Quellenangabe © „Mareike Mittelbach / Stiftung Haus der kleinen Forscher“ für das Foto. Für das Logo und das Key Visual lautet der Copyrightverweis © „Haus der kleinen Forscher“. Das Bildmaterial ist nur zur einmaligen Verwendung und im Zusammenhang mit dem „Haus der kleinen Forscher“ freigegeben.
Wollen Sie wissen, wie das „Haus der kleinen Forscher“ in Ihrer Region arbeitet? Wir vermitteln gerne den Kontakt zu einem Ansprechpartner/einer Ansprechpartnerin vor Ort. So erfahren Sie auch gleich, ob in Ihrer Nähe ein Forscherfest gefeiert wird.
Über die Stiftung „Haus der kleinen Forscher“
Die gemeinnützige Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ engagiert sich für gute frühe Bildung in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) – mit dem Ziel, Mädchen und Jungen stark für die Zukunft zu machen und zu nachhaltigem Handeln zu befähigen. Gemeinsam mit ihren Netzwerkpartnern vor Ort bietet die Stiftung bundesweit ein Bildungsprogramm an, das pädagogische Fach- und Lehrkräfte dabei unterstützt, Kinder im Kita- und Grundschulalter qualifiziert beim Entdecken, Forschen und Lernen zu begleiten. Das „Haus der kleinen Forscher“ verbessert Bildungschancen, fördert Interesse am MINT-Bereich und professionalisiert dafür pädagogisches Personal. Partner der Stiftung sind die Siemens Stiftung, die Dietmar Hopp Stiftung, die Dieter Schwarz Stiftung und die Friede Springer Stiftung. Gefördert wird sie vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 11,9 Mio. Euro jährlich.

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Fraunhofer, SABIC und Procter & Gamble kooperieren im Rahmen eines Pilotprojekts zum Closed-Loop-Recycling von Einweg-Gesichtsmasken

Source: Fraunhofer-GesellschaftDas Fraunhofer-Institut UMSICHT, SABIC und Procter & Gamble (P&G) gaben heute ihre Zusammenarbeit im Rahmen eines innovativen Pilotprojekts zur Kreislaufwirtschaft bekannt, das die Möglichkeiten zur Rückführung von Einweg-Gesichtsmasken in den Verwertungskreislauf aufzeigen soll.
Die milliardenfache Verwendung von Einweg-Gesichtsmasken zum Schutz vor dem Coronavirus birgt große Gefahren für die Umwelt, insbesondere wenn die Masken in der Öffentlichkeit, z.B. in Parks, bei Open-Air-Veranstaltungen oder an Stränden, gedankenlos weggeworfen werden. Neben der Herausforderung, eine nachhaltige Lösung für derart große Mengen unverzichtbarer Hygieneartikel zu finden, bedeutet die bloße Entsorgung der gebrauchten Masken auf Mülldeponien oder in Verbrennungsanlagen einen Verlust an wertvollem Rohstoff, mit dem sich neue Materialien herstellen ließen.
»Vor diesem Hintergrund haben wir untersucht, wie gebrauchte Gesichtsmasken wieder zurück in die Wertschöpfungskette der Maskenproduktion gelangen könnten«, so Dr. Peter Dziezok, Director R&D Open Innovation bei P&G. »Doch für eine echte Kreislauflösung, die sowohl nachhaltige als auch wirtschaftliche Kriterien erfüllt, braucht es Partner. Deshalb haben wir uns mit den Expertinnen und Experten vom Fraunhofer CCPE und Fraunhofer UMSICHT sowie den Technologie- und Innovations-Fachleuten von SABIC zusammengetan, um Lösungen zu finden.«
Im Rahmen des Pilotprojekts sammelte P&G an seinen Produktions- und Forschungsstandorten in Deutschland gebrauchte Gesichtsmasken von Mitarbeitenden und Besuchenden ein. Auch wenn diese Masken immer ordnungsgemäß entsorgt werden, fehlte es doch an Möglichkeiten, diese effizient zu recyceln. Um hierbei alternative Herangehensweisen aufzuzeigen, wurden extra dafür vorgesehene Sammelbehälter aufgestellt und die eingesammelten Altmasken an Fraunhofer zur Weiterverarbeitung in einer speziellen Forschungspyrolyseanlage geschickt.
»Einmal-Medizinprodukte wie Gesichtsmasken haben hohe Hygieneanforderungen, sowohl in Bezug auf die Entsorgung als auch hinsichtlich der Produktion. Mechanisches Recycling wäre hier keine Lösung«, erklärt Dr. Alexander Hofmann, Abteilungsleiter Kreislaufwirtschaft am Fraunhofer UMSICHT. »Unser Konzept sieht zunächst die automatische Zerkleinerung und anschließend die thermochemische Umwandlung in Pyrolyseöl vor. Unter Druck und Hitze wird der Kunststoff bei der Pyrolyse in molekulare Fragmente zerlegt, wodurch unter anderem Rückstände von Schadstoffen oder Krankheitserregern wie dem Coronavirus zerstört werden. Im Anschluss können daraus neuwertige Rohstoffe für die Kunststoffproduktion gewonnen werden, die zudem die Anforderungen an Medizinprodukte erfüllen«, ergänzt Hofmann, der auch Leiter der Forschungsabteilung Advanced Recycling am Fraunhofer CCPE ist.
Das Pyrolyseöl wurde im nächsten Schritt an SABIC weitergereicht, wo es als Ausgangsmaterial für die Herstellung von neuwertigem Polypropylen (PP) zum Einsatz kam. Das Polymer wurde nach dem allgemein anerkannten Massenbilanz-Prinzip hergestellt, bei dem das alternative Ausgangsmaterial im Produktionsprozess mit fossilen Rohstoffen kombiniert wird. Das Massenbilanz-Prinzip gilt als wichtige Brückenlösung zwischen der heutigen Linearwirtschaft und der nachhaltigeren Kreislaufwirtschaft der Zukunft.
»Das in diesem Pilotprojekt gewonnene, hochwertige zirkuläre PP-Polymer zeigt deutlich, dass Closed-Loop-Recycling durch die aktive Zusammenarbeit von Akteuren aus der gesamten Wertschöpfungskette erreicht werden kann«, betont Mark Vester, Global Circular Economy Leader bei SABIC. »Das Kreislaufmaterial ist Teil unseres TRUCIRCLE™-Portfolios, mit dem wertvolle Altkunststoffe wiederverwertet und fossile Ressourcen eingespart werden sollen.«
Mit der abschließenden Lieferung des PP-Polymers an P&G, das dort zu Faservliesstoffen verarbeitet wurde, schloss sich der Kreis. »Durch dieses Pilotprojekt konnten wir besser beurteilen, ob der Kreislaufansatz auch für Kunststoffe, die bei der Herstellung von Hygiene- und Medizinprodukten zum Einsatz kommen, geeignet wäre«, so Hansjörg Reick, Senior Director Open Innovation bei P&G. »Natürlich muss das Verfahren noch verbessert werden. Die bisherigen Ergebnisse sind jedoch durchaus vielversprechend.«
Das gesamte Kreislaufprojekt – von der Einsammlung der Gesichtsmasken bis hin zur Produktion – wurde innerhalb von nur sieben Monaten entwickelt und umgesetzt. Der Einsatz innovativer Recyclingverfahren bei der Verarbeitung anderer Materialien und chemischer Produkte wird im Fraunhofer CCPE weiter erforscht.
Über Fraunhofer CCPE und Fraunhofer UMSICHT
Der Übergang von einer Linear- zu einer Kreislaufwirtschaft in der Kunststoffproduktion kann nur gelingen, wenn die beteiligten Akteure und Akteurinnen zusammenarbeiten. Der Fraunhofer Cluster of Excellence Circular Plastics Economy CCPE bündelt die Kompetenzen von sechs Fraunhofer-Instituten und setzt auf eine enge Zusammenarbeit mit Partnern aus der Industrie. Unter Berücksichtigung des gesamten Lebenszyklus von Kunststoffprodukten arbeiten wir gemeinsam an systemischen, technischen und gesellschaftlichen Innovationen.  
Durch den Transfer von wissenschaftlichen Erkenntnissen in die Wirtschaft, Gesellschaft und Politik zählt das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT zu den Vorreitern beim nachhaltigen Umgang mit Energieträgern und Rohstoffen. Gemeinsam mit verschiedenen Partnern und Partnerinnen erforschen und entwickeln die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am Fraunhofer UMSICHT spannende Produkte, Prozesse und Dienstleistungen zum Thema Nachhaltigkeit.  
Über SABIC
SABIC ist ein weltweit diversifiziertes Chemieunternehmen mit Hauptsitz in Riad, Saudi-Arabien. Das Unternehmen produziert in Nord- und Südamerika und Europa sowie im Nahen Osten und asiatisch-pazifischen Raum. Seine Produktpalette umfasst unterschiedliche Erzeugnisse: Chemikalien, Standard- und Hochleistungskunststoffe, Agri-Nährstoffe und Metalle.
SABIC unterstützt seine Kunden mit Lösungen für wichtige Endnutzungsanwendungen in den Bereichen Baugewerbe, Medizinprodukte, Verpackungen, Agri-Nährstoffe, Elektro- und Elektronikanwendungen, Verkehr und saubere Energie. Die Produktion im Jahr 2020 belief sich auf 60,8 Millionen Tonnen.
Das Unternehmen beschäftigt weltweit mehr als 32.000 Mitarbeitende und ist in rund 50 Ländern aktiv. SABIC fördert Innovationen und Erfindungen und hat weltweit bereits 9.946 Patente angemeldet. Der Konzern verfügt über umfangreiche Forschungsressourcen mit Innovationszentren in fünf Schlüsselregionen –  USA, Europa, Naher Osten sowie Süd- und Nordasien.
Das TRUCIRCLE-Programm von SABIC umfasst die Entwicklung von Recyclingservices und die Gewinnung von mechanisch recycelten Materialien, zertifizierten Kreislaufprodukten durch chemisches Recycling von Altkunststoffen sowie zertifizierten erneuerbaren Polymeren aus biobasiertem Rohstoff.  
Über Procter & Gamble
P&G bedient Verbraucher auf der ganzen Welt mit einem umfassenden Portfolio an vertrauenswürdigen, hochwertigen und führenden Marken, darunter Always®, Ambi Pur®, Ariel®, Bounty®, Charmin®, Crest®, Dawn®, Downy®, Fairy®, Febreze®, Gain®, Gillette®, Head & Shoulders®, Lenor®, Olay®, Oral-B®, Pampers®, Pantene®, SK-II®, Tide®, Vicks® und Whisper®. P&G ist weltweit in rund 70 Ländern aktiv. 

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Spitzenforschung für Quantencomputing: BMW Group und Technische Universität München schließen Vertrag für Stiftungslehrstuhl „Quantenalgorithmen und -anwendungen“.

Source: BMW GroupMünchen. Die BMW Group unterstützt künftig die Forschung an Quantencomputern an der Technischen Universität München (TUM). Der Vertrag für die Gründung des Stiftungslehrstuhls „Quantenalgorithmen und -anwendungen“ wurde heute von Prof. Dr. Thomas F. Hofmann, Präsident der TUM, Frank Weber, Mitglied des Vorstands der BMW AG, Entwicklung, und Alexander Buresch, CIO der BMW AG, unterzeichnet. Die BMW Group stellt über eine Laufzeit von sechs Jahren 5,1 Mio. Euro für Professur, Ausstattung und Mitarbeiter an der TUM bereit. Mit diesem Schritt schlagen BMW Group und TUM eine Brücke zwischen herausragender Grundlagenforschung in Deutschland und konkreter industrieller Anwendung. Der Lehrstuhl wird anwendungsorientiert an konkreten Problem- und Fragestellungen im Bereich Quantencomputing forschen und einen stetigen Wissens- und Erkenntnistransfer zwischen TUM und der BMW Group etablieren.
Frank Weber: „Für die BMW Group steht fest, dass Quantencomputing eine wegweisende Zukunftstechnologie ist und erhebliches Potenzial für eine Vielzahl von Anwendungsbereichen hat – z. B. in der Materialforschung, wie der Batteriezellchemie, oder für die Zukunft des automatisierten Fahrens mit Quantum Machine Learning. Die Technologiereife befindet sich aber noch am Anfang. Deshalb ist es für uns besonders wichtig, Spitzenforschung sowie ihren Transfer in die industrielle Anwendung bestmöglich zu unterstützen.“
Prof. Dr. Thomas F. Hofmann: „Mit dieser Kooperation stärkt die Achse BMW-TUM das Munich Quantum Valley als bundesweit führendes Ökosystem für Quantentechnologien. Quantencomputing hat das Potential künftig komplexe Aufgaben zu lösen, die selbst mit heutigen Supercomputern undenkbar sind. Am neuen Stiftungslehrstuhl werden dazu Quantenalgorithmen entwickelt und Anwendungsfelder erprobt. Die großzügige Unterstützung durch die BMW Group wird die notwendige Hebelwirkung erzeugen, um die Erkenntnisse der Quantenphysik in industrielle Anwendungen zu übersetzen.“
Alexander Buresch: „Um eine wirtschaftliche Umsetzung unserer konkreten Anwendungsfälle zu ermöglichen, muss eine enge Zusammenarbeit zwischen Forschung, Industrie und Startup-Landschaft sichergestellt werden. Dabei geht es darum, dass Anforderungen aus Industrieapplikationen an die Entwicklung von Quantencomputing-Demonstratoren weitergegeben werden. Unser Expertenteam freut sich darauf, gemeinsam mit der TUM dieses wichtige Forschungsfeld anwendungsorientiert voranzubringen.”
Die Einrichtung des Lehrstuhls bekräftigt das Bestreben der BMW Group, die Region München als Hochtechnologiestandort nachhaltig weiterzuentwickeln und stellt einen wesentlichen Baustein für den Aufbau des Munich Quantum Valley dar, dessen unterschiedliche Initiativen von der bayerischen Landesregierung mit 300 Mio. Euro gefördert wurden.
In vielen weiteren Themenfeldern besteht bereits eine enge Partnerschaft zwischen der TUM und der BMW Group. Hervorzuheben sind hierbei die Batterieforschung, Circular Economy, automatisiertes Fahren, künstliche Intelligenz in der Produktion und die Mobilitätsforschung. In der Lehre unterstützt die BMW Group die Praxisnähe durch unterschiedliche Gastvorlesungen und Projektarbeiten. Außerdem gibt es eine enge Zusammenarbeit mit dem TUM Institute for Lifelong Learning.

Großes Potenzial für die Lösung von Optimierungsproblemen.
Bei der BMW Group erledigen High-Performance-Computer täglich für rund 3.000 Anwender aus Forschung und Entwicklung etwa 2.000 Rechen-Jobs, zum Beispiel für High-End-Visualisierungen, Crash- und Strömungssimulationen. Ein Großteil der Rechenoperationen läuft auf Servern in Island und Schweden ab, die Grünstrom aus Wasserkraft und Geothermie beziehen und somit pro Jahr etwa 5.900 Tonnen CO2 einsparen. Ab einer gewissen Berechnungs-Komplexität stoßen High-Performance-Computer heute an ihre Grenzen, da sie wie Laptops oder Smartphones Informationen in einem Binärsystem verarbeiten. Die Bits – eine Wortkreuzung aus „binary“ und „digit“ – haben entweder den Wert 0 oder 1. Bei Quantencomputern heißt die kleinste Informationseinheit Qubit – eine Kurzform für „quantum bit“. Diese Qubits können viel mehr sein als nur 0 oder 1. Quantenmechanische Phänomene wie der „Tunneleffekt“, die „Quantenverschränkung“ und „Quanteninterferenz“ werden genutzt, um Qubits in einen Zustand zu versetzen, der auch Werte zwischen 0 und 1 annehmen kann – und zwar theoretisch unendlich viele zur selben Zeit. Dabei spricht man vom Superpositionszustand.
Die BMW Group hat Quantencomputing bereits 2017 als wegweisende Zukunftstechnologie identifiziert und ein interdisziplinäres, bereichsübergreifendes Projektteam aufgesetzt, um Anwendungspotenziale zu identifizieren.
Eines der ersten Forschungsprojekte der BMW Group beschäftigte sich mit der Berechnung des optimalen Rundwegs für einen Roboter, der Schweißnähte an einem Fahrzeug abdichtet. Auf Grund von hochkomplexen Rahmenbedingungen ist der Lösungsraum so groß, dass die Identifikation des Optimums sogar auf aktuellen High-Performance Computern Jahre dauern würde. Mit Quantencomputern ist eine Berechnung aller Möglichkeiten in nur wenigen Sekunden möglich.
Durch die hohe Komplexität in der automobilen Wertschöpfungskette entstehen u. a. in der Produktion, Teile-Logistik und Fahrzeugentwicklung vielschichtige Optimierungsprobleme. In der Materialforschung werden Quantencomputer die Möglichkeit bieten, das Verhalten von Materialzusammensetzungen auf einer bisher nicht dagewesenen Ebene zu simulieren, beispielsweise für die Forschung an neuartigen Batterien.
Ein immer stärker wachsendes Forschungsgebiet ist auch das sogenannte Quantum Machine Learning. Hier werden Quantencomputer eingesetzt, um bestimmte Prozesse im klassischen Machine Learning zu beschleunigen. Diese neuartigen Lernprozesse für künstliche Intelligenzen könnten insbesondere auch beim automatisierten Fahren eingesetzt werden.

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Alltagserprobung des BMW i Hydrogen NEXT mit Wasserstoff-Brennstoffzellen-Antrieb beginnt.

Source: BMW GroupMünchen. Die BMW Group startet die Alltagserprobung von seriennahen Fahrzeugen mit einem Wasserstoff-Brennstoffzellen-Antrieb auf europäischen Straßen. Mit den Prototypen des BMW i Hydrogen NEXT wird das Zusammenwirken zwischen dem CO2-freien Antrieb, der modellspezifischen Fahrwerkstechnik und den Systemen der Fahrzeugelektronik unter praxisnahen Bedingungen getestet. Der BMW i Hydrogen NEXT ist ein rein elektrisch angetriebenes Fahrzeug, das Wasserstoff als Energieträger nutzt und diesen in einer Brennstoffzelle zu Strom umwandelt. Mit dem jetzt gestarteten Erprobungsprogramm werden die Voraussetzungen dafür geschaffen, Ende 2022 eine Kleinserie des auf der Basis des BMW X5 entwickelten Modells präsentieren zu können. Diese Fahrzeuge dienen dazu, in einem breitangelegten Feldversuch Praxiserfahrungen beim Einsatz dieser nachhaltigen Antriebstechnologie zu gewinnen.
Die Wasserstoff-Brennstoffzellen-Technologie besitzt langfristig das Potenzial, innerhalb der flexiblen Antriebsstrategie der BMW Group eine Ergänzung zu Verbrennungsmotoren, Plug-in-Hybrid-Systemen und batterieelektrischen Fahrzeugen darzustellen. Sie kann zukünftig besonders für jene Kunden eine attraktive Alternative zu batterieelektrischen Antrieben sein, die keinen eigenen Zugang zu elektrischer Ladeinfrastruktur haben oder häufig auf Langstrecken unterwegs sind. „Besonders bei größeren Fahrzeugklassen ist die Wasserstoff-Brennstoffzellen-Technologie eine interessante Option für nachhaltige Antriebe“, sagt Frank Weber, Mitglied des Vorstands der BMW AG für Entwicklung. „Deshalb ist die Straßenerprobung von seriennahen Fahrzeugen mit einem Wasserstoff-Brennstoffzellen-Antrieb ein wichtiger Meilenstein in unserer Forschungs- und Entwicklungsarbeit.“
Ähnlich wie der Kraftstoff-Tank eines konventionellen Verbrennungsmotor-Modells lassen sich auch die Wasserstoff-Tanks des BMW i Hydrogen NEXT innerhalb von drei bis vier Minuten mit Energie füllen, die unter allen Witterungsbedingungen für mehrere Hundert Kilometer Reichweite sorgt.

Praxis-Test mit Fokus auf Effizienz, Sicherheit, Komfort, Zuverlässigkeit – und Fahrfreude.
Ein zentrales Element der jetzt gestarteten Erprobung des BMW i Hydrogen NEXT auf der Straße ist die Feinabstimmung der Software, mit der alle Fahr- und Betriebsfunktionen gesteuert werden. Zuvor sind bereits das Brennstoffzellen-System, die Wasserstoff-Tanks und die Leistungspuffer-Batterie ebenso wie das zentrale Fahrzeug-Steuergerät sowohl individuell als auch gemeinsam in Hunderten von Testläufen auf Prüfständen erprobt worden. Dieser Funktionserprobung folgt jetzt der Praxis-Test auf der Straße. Das intensive Programm unter Alltagsbedingungen und über Tausende von Kilometern im realen Verkehrsgeschehen dient den Entwicklungsingenieuren zur Absicherung aller Komponenten in Bezug auf Effizienz, Sicherheit, Komfort und Zuverlässigkeit. Gleichzeitig wird im Verlauf der Erprobungen sichergestellt, dass auch bei der lokal emissionsfreien Mobilität mit zukunftsweisender Wasserstoff-Brennstoffzellen-Technologie die für BMW Modelle charakteristische Fahrfreude entsteht.
Im BMW i Hydrogen NEXT kommen Brennstoffzellen aus der Produkt-Entwicklungs-Kooperation mit der Toyota Motor Corporation zum Einsatz. Die einzelnen Zellen der Brennstoffzelle stammen von Toyota. Der als Stack bezeichnete Brennstoffzellen-Stapel sowie das Gesamtantriebssystem sind originäre Entwicklungen der BMW Group. Die seit dem Jahr 2013 bestehende Zusammenarbeit zielt darauf ab, durch einen intensiven Erfahrungsaustausch die Alltagstauglichkeit und die Skalierbarkeit von Wasserstoff-Brennstoffzellen-Technologie für den Einsatz in jeweils eigenen Serienfahrzeugen zu optimieren.

BMW typische Fahrdynamik durch elektrischen Antrieb mit einer Systemleistung von 275 kW/374 PS.
Das Gesamtantriebssystem des BMW i Hydrogen NEXT kombiniert die Wasserstoff-Brennstoffzellen-Technologie mit BMW eDrive Technologie der fünften Generation, wie sie bereits im BMW iX3 sowie schon bald auch im BMW iX und im BMW i4 erlebbar ist. Die Energiegewinnung in der Brennstoffzelle erfolgt als Ergebnis einer chemischen Reaktion zwischen dem mitgeführten Wasserstoff mit Sauerstoff aus der Luft. Dabei wird eine elektrische Leistung von 125 kW/170 PS erzeugt. Ein unterhalb der Brennstoffzelle angeordneter elektrischer Wandler passt deren Spannungsniveau an das des Elektromotors an, der für den Antrieb des BMW i Hydrogen NEXT sorgt. Für dynamische Beschleunigungsmanöver und Zwischenspurts zum Überholen wird zusätzlich die in einer Leistungspuffer-Batterie gespeicherte Energie genutzt. Damit steht eine Systemleistung von 275 kW/374 PS zur Verfügung, die exakt dem Niveau des derzeit stärksten in BMW Modellen eingesetzten Reihensechszylinder-Ottomotors entspricht und damit für markentypische Fahrdynamik sorgt.
Die in der Leistungspuffer-Batterie gespeicherte Energie wird auf besonders effiziente Weise während der Fahrt mittels Rekuperation in Schub- und Bremsphasen gewonnen. Der zur Versorgung der Brennstoffzelle benötigte Wasserstoff wird in zwei 700-bar-Tanks aus carbonfaserverstärktem Kunststoff (CFK) gespeichert. Gemeinsam fassen sie sechs Kilogramm Wasserstoff. Bei seiner präzise gesteuerten Reaktion mit Sauerstoff in der Brennstoffzelle wird Strom erzeugt und als einzige Emission des Antriebs Wasserdampf freigesetzt.

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Transatlantisches Bündnis ist zurück

Source: CDU CSU

„Eine Einigung zum Einfrieren des Konflikts um Staatsbeihilfen an die Flugzeugbauer Airbus und Boeing ist ein wichtiges und überfälliges Signal an die eigene Wirtschaft beiderseits des Atlantiks und an die globalen Mitbewerber: Das transatlantische Bündnis ist zurück, in allen Bereichen. Die Gefahr eines eskalierenden Handelskrieges zwischen den Partnern ist gebannt.

Nun müssen auch alle anderen Handelshemmnisse fallen: Politisch motivierte Strafzölle und Vergeltungszölle sind Instrumente von vorgestern, die zwischen so engen Partnern keinen Platz finden. Der Wunsch nach Schutz für bedrohte Industriezweige ist verständlich. Was den Arbeiterinnen und Arbeitern in diesen Bereichen aber wirklich hilft, sind gemeinsame Reformen des Handelssystems und daraus entstehende Jobs in Zukunftsbranchen. Dafür braucht es auch eine Reform der WTO und einen transatlantischen Datenmarkt.

Rücken die EU und die USA wirtschaftlich endlich wieder enger zusammen, kann sich die transatlantische Partnerschaft den Herausforderungen widmen, die ihre ganze Aufmerksamkeit fordern werden: Der Kampf gegen den Klimawandel, gegen russische Aggressionen und für ein neues Miteinander mit dem systemischen Rivalen China.“

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Bundesarchiv sichert Stasiunterlagen als unser nationales Gedächtnis – historischer Schritt an einem historischen Tag

Source: CDU CSU

Gitta Connemann: „Morgen, am 17. Juni 2021, vollziehen wir in Deutschland einen historischen Schritt. Die Stasiunterlagen werden mit der Überführung in das Bundesarchiv zu unserem dauerhaften nationalen Gedächtnis. Wir schaffen damit die Grundlage dafür, dass die Akten für die nächsten Generationen ‚für immer‘ gesichert bleiben. Wir stellen zudem sicher, dass die Menschenrechtsverletzungen in der DDR weiterhin aufgearbeitet werden können. Denn der Zugang zu den Akten bleibt erhalten und wird zusätzlich digital möglich. Gerade für die vielen älteren Opfer, die mittlerweile in Westdeutschland leben, ist dies ein große Erleichterung.

Dieser historische Schritt erfolgt an einem ebenso historischen Tag. Am 17. Juni 1953 wurde der Volksaufstand in der DDR durch sowjetische Panzer blutig niedergeschlagen. Über eine Millionen Menschen demonstrierten in über 500 Städten und Gemeinden der DDR. Erst durch die Friedliche Revolution 1989 erfüllte sich ihre Forderung nach freien Wahlen und deutscher Einheit.

Die Möglichkeit der Akteneinsicht ist eine weltweit einmalige Errungenschaft. Sie hat eine enorme Vorbildwirkung für viele andere Staaten entwickelt. Es ist uns als Unionsfraktion sehr wichtig, die Eigenständigkeit des Stasiunterlagenarchivs innerhalb des Bundesarchivs zu erhalten. Dies wird auch durch die sechs Außenstellen ermöglicht, an denen Akteneinsicht, Beratung und Information sowie Bildungsarbeit stattfindet.

Für die Unionsfraktion stehen die Interessen der Opfer an erster Stelle. Denn noch immer leiden viele Menschen an den Folgen der SED-Diktatur. Ihnen geben wir mit Evelyn Zupke als neugewählter Beauftragten für SED-Opfer im Deutschen Bundestag eine glaubwürdige, authentische und unabhängige sowie wahrnehmbare Stimme.“

Elisabeth Motschmann: „Der heutige Tag markiert nicht ein Ende, sondern einen Beginn. Ab heute sind die Stasiakten als unser kulturelles Erbe dauerhaft geschützt und zugänglich. Mit der Überführung der Stasiunterlagen in das Bundesarchiv schlagen wir eine Brücke in die Zukunft. Wir stärken die gesamtdeutsche Erinnerung und Aufarbeitung. Die Staatssicherheit war auch im Westen Deutschlands tätig. Viele Opfer leben in den alten Bundesländern. In den Außenstellen des Bundesarchivs in Bayreuth oder Freiburg wird es in Zukunft z.B. möglich sein, Einsicht in die Stasiakte zu nehmen.

Die Aufarbeitung der Machenschaften der Staatssicherheit und ihre Folgen dürfen nicht allein ein ostdeutsches Thema sein. Die Teilung Deutschlands und die Folgen der über 40-jährigen SED-Diktatur hinterlassen bis heute tiefe Spuren in ganz Deutschland.

Die gesetzliche Grundlage für die Übertragung der Stasiakten an das Bundesarchiv haben wir in einem jahrelangen Diskussions- und Entscheidungsprozess geschaffen, an dem viele beteiligt waren: Opferverbände, Aufarbeitungseinrichtungen, Landesbeauftragte, die Mitglieder der Expertenkommission, Abgeordnete. Die Zusammenführung von Stasiunterlagenbehörde und Bundesarchiv war und ist aber vor allem für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beider Behörden ein Kraftakt. Ihnen gilt unser besonderer Dank.

Unser Dank gilt auch Roland Jahn für seine jahrelangen Verdienste als Stasiunterlagenbeauftragter. Er war das öffentliche Gesicht für die Opfer der Staatssicherheit. Auch Dr. Michael Hollmann, Präsident des Bundesarchivs, danken wir heute für die konstruktive fachliche Zusammenarbeit beim Überführungsprozess. Ihm wünschen wir für den weiteren Übergang die notwendige Unterstützung durch sein Haus und die Politik. Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion wird die weitere Entwicklung positiv begleiten.“

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