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Diskussion zum Insektensterben in einer Wolke der Unwissenheit

Published By   /   July 18, 2017  /   Comments Off on Diskussion zum Insektensterben in einer Wolke der Unwissenheit

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MIL OSI – Source: Deutscher Bauernverband –

Headline: Diskussion zum Insektensterben in einer Wolke der Unwissenheit

Der
Deutsche Bauernverband (DBV) sieht in der aktuellen Diskussion über das so
genannte Insektensterben erhebliche Lücken bei der Datengrundlage, die dringend
geschlossen werden müssen. „Aussagen wie ‚früher waren mehr Insekten auf der
Windschutzscheibe‘ eignen sich möglicherweise für den Autofahrer-Stammtisch,
werden aber der Bedeutung und Tragweite des Problems nicht im Ansatz gerecht“,
kommentierte DBV-Generalsekretär Bernhard Krüsken. Krüsken verwies auf die
Feststellung des Insektenforschers Martin Sorg vom Krefelder Entomologischen
Verein, der gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 16. Juli
2017 die Diskussion „in einer Wolke der Unwissenheit“ verortete.
 
„Die
Krefelder Insektenforscher bestätigten, dass es keine gesicherten Erkenntnisse
gibt, denn es fehlten flächendeckende Bestandszahlen und systematische
Forschungsreihen oder ein Langzeitmonitoring. Den großen Klärungsbedarf, den
die Wissenschaftler sehen, können wir in vollem Umfang bescheinigen“, so
Krüsken.
 
Bundesumweltministerin
Barbara Hendricks (SPD) hatte am Wochenende erneut die Landwirtschaft für das
Insektensterben verantwortlich gemacht. „Diese Aussagen sind in dieser Form
nicht zu begründen. Es gibt leider keine repräsentativen Untersuchungen oder
belastbaren Studien über Umfang und Ausmaß von Veränderungen des Insektenbestandes.
Umso dringender brauchen wir verlässliche Daten, um diese Debatte auf eine
seriöse Grundlage stellen zu können“, forderte Krüsken. Den Landwirten werde es
nicht zuletzt durch bürokratische Hindernisse schwergemacht, die Verhältnisse
für die Insekten durch Blühstreifen und artenreiche Feldränder noch weiter zu
verbessern. Die Potenziale im Greening würden derzeit durch komplizierte
Antrags-und Kontrollverfahren ausgebremst.
 
Zudem
werde nach wie vor zu wenig gegen den Flächenverbrauch unternommen. Der Lebensraum
von Insekten und anderen Tieren gehe überall dort verloren, wo Felder, Wiesen,
Weiden und Wälder unter Asphalt und Beton verschwinden, derzeit immer noch 66
Hektar täglich. Hier sieht der DBV auch das Bundesministerium für Umwelt,
Naturschutz und Bauen in der Verantwortung.

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